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Zwischenlog 7 Richard von Rabenstein
#1
NRPG: Zur Erklärung, warum die im Spiegel keinen Universaltranslator haben: ganz klar, weil sowohl Romulaner als auch Terraner von ihrer Superiorität überzeugt waren und davon, dass minderbemittelte Sklavenspezies gefälligst Terranisch bzw. Romulanisch zu lernen hatten. Fremde Sprachen mussten also klassisch erlernt werden und nicht viele taten das.
 
RPG:
*** Unbekannter Ort ***
 
Die klaren Linien des Kreuzes flossen in ein glänzendes Schwert, das sich von Nord nach Süd durch das Erdenrund bohrte - oder es trug, wie eine Standarte ihr Insignium. In den Spitzen des Kreuzes funkelten Brillanten, deren Strahlen sich im goldenen Metallgrund brach.
 
Richard streckte die Finger nach seinem Ring aus, der unverständlicherweise vor seinen Augen tanzte. Im selben Moment traf ihn ein Hieb, dass er das Gefühl hatte, etwas hätte seinen Arm vom Rumpf getrennt. Instinktiv versuchte er, sich wegzubewegen - und merkte, dass ihn etwas am Hals festhielt.
 
Sanctissime Trinitas! Sie haben mich erwischt. LaSalles Killer...
 
Der Ring tanzte immer noch vor ihm, aber jetzt erkannte Richard, dass er am schuppigen kleinen Finger eines Reptiloiden steckte, dessen muskulöser Arm sich im Halbdunkel in ein diffuses Gemisch aus Leder und Metall auflöste. Geräusche klangen an Richards Ohr, Laute. Eine Sprache offensichtlich, die er nicht verstand. Andere Laute mischten sich unter sie. Eine andere Person. Der Inquisitor versuchte verzweifelt, einen klareren Blick zu bekommen, aber die Umgebung blieb ein dunkles Loch, in dem einzelne verschwommene Lichter glommen.
 
Haben Sie mir irgendwas gespritzt?
 
Unter den Handflächen fühlte er kalten, metallischen Boden. Seine Hände.... ja, wenigstens waren sie da, wo sie hingehörten! Irgendetwas fixierte seinen Hals. Und von der linken Schläfe ausgehend pulste ein immer prägnanterer Schmerz sich in den Vordergrund seines erwachenden Bewusstseins.
 
Wo bin ich? Er realisierte, dass es für einen Folterkeller der Inquisition zu dunkel war und zu sehr stank. Kopfgeldjäger?
 
Eine Hand packte ihn am Kinn und ein einäugiger Xindireptiloide schob sich in Richards Gesichtsfeld. Er zischte, fauchte und griff dann mit der freien Hand nach der Stirn des Inquisitors. Was ist.... Der Schmerz verstärkte sich zu einem zermalmenden Bohren und die Umweltgeräusche schwollen zu einem brausenden Crescendo an.
 
"Und?" Die kehlige Stimme riss Richard aus dem Orkan zurück. Diese Stimme... ja .... er kannte sie. Aber woher? Sie sprach Iridianisch... "Ist das dein Detektor?"
 
Detektor? Der Inquisitor war sich nicht im Klaren, ob er die Worte korrekt verstand. Eine andere Stimme antwortete ihm und der Xindi brach in röchelndes Lachen aus. Wissen sie, wer ich bin?
 
In diesem Moment fluteten Bilder durch seinen Kopf und schlagartig war ihm klar, was da in seiner Schläfe krallte. Ein Neuralinducer. Sie waren Common Practice - bei Verhören ebenso wie bei illegalen Sexorgien. Der Iridianer blubberte etwas, der Xindi lachte. Richard kämpfte um seine Konzentration JENSEITS der Bilder. Die Konzentration auf einen imaginären schwarzen Punkt im weißen Nichts. Nichts im Nichts...
 
 
*** Später ***
 
Richard lehnte den Kopf gegen die Wand. Ein kurzes kratzendes Geräusch sagte ihm, dass der Neuralinducer noch an seinem Platz steckte und dass es keinen Zweck hatte, ihn abreissen zu wollen.
Was wollen sie von mir? Ein klassisches Verhör war das nicht gewesen. Man hatte ihm keine Fragen gestellt und offenbar die Informationen auch nicht aus seinem Gehirn extrahiert - in jenem Fall wäre er kaum mehr in der Lage gewesen, sich diese Fragen zu stellen.
 
Er hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war. Er vermutete, dass er allein war, in einer Zelle? Aber wo? Bei wem? Es war dunkel, der Boden und die Wände waren rau und wohl rostig und dreckig. Jedenfalls bröselten Teile davon ab, wenn er darüber strich. Er war hungrig, er fror, und vor allem fühlte er sich abgrundtief schmutzig. Wenn er jetzt die Möglichkeit gehabt hätte, hätte er sich eine ganze Woche unter die Schalldusche gestellt!
 
Wissen sie, wer ich bin? Noch immer trug er die Kleidung, die er auf Rivas Prime getragen hatte - ein einfaches Priestergewand, das diesen Kretins wohl nichts sagte. Aber das hieß im Grunde gar nichts. Seine Kidnapper konnten ihn zwischendurch ausgezogen und nach verborgenen Waffen oder Sprengstoff und Transmittern überprüft haben und dabei auch das Tattoo entdeckt haben. Aber immerhin bin ich am Leben. Wenn sie beabsichtigen, mich an LaSalle zu verkaufen, scheinen sie es nicht eilig zu haben... Und Nalae? Was haben sie mit ihr gemacht? Ist sie noch auf Rivas Prime? Oder verhören sie sie gerade?
 
Ein metallisches Knirschen hallte überlaut durch den Raum, und dann wurde ein schmaler Streifen Licht sichtbar, der sich zu einem vertikalen Schacht öffnete. Geblendet von der plötzlichen Helligkeit riss Richard die Arme vors Gesicht.
 
"Das is' der Kerl." Eine weibliche Stimme.Terranisch. Aber keine Muttersprachlerin. Richard blinzelte mit tränenden Augen, konnte aber nur einen Schatten mit wild vom Kopf abstehenden Haaren ausmachen. "Boss sagt, wird uns durch Borggebiet bringen."
 
Borggebiet? Was bei allen Heiligen--
 
"Aber das ist ein Terraner." Die zweite, ein wenig unsicher klingende Stimme gehörte einer kleineren Gestalt, die einen Behälter in den Händen trug. "So wie ich."
 
"Nee, Empath. Boss Tests gemacht."
 
Sanctissimus! Sie haben meine emotionale Rezeptivität getestet! Richard hätte nicht für möglich gehalten, dass er sich NOCH schmutziger als eben schon fühlen könnte. Detestabilis!
 
"Los jetzt! Das Spitzohrmonster wartet auch noch, heheh!"
 
Nalae?
 
"Hab heut gehört, dass auf dem Markt ein Typ nach 'ner Romulanerin sucht, mit so Blutrachetätowierung im Gesicht. Schien einiges blechen zu wollen für die Alte."
Während er sprach, setzte der junge Mann sein Behältnis ab und schob es mit dem Fuß in Richards Richtung. Es schien eine Schüssel mit etwas Undefinierbarem Nahrungsmittelartigen zu sein, aber dem schenkte der Inquisitor derzeit keine Beachtung.
 
Da sucht jemand nach Nalae. Gut, dass ich sie veranlasst habe, diese diabolische Verunstaltung entfernen zu lassen. Nach ihr - oder nach mir?
 
"Unser Monster haben keine Tattoo. Also wir nicht kriegen Latinum für sie." Die Frau, offenbar eine Ktarianerin, kicherte und stieß ihrem terranischen Begleiter in den Rücken. "Beeil dich!"
 
Der Terraner stolperte nach vorn, landete vor Richard auf dem Boden und beinahe halb in der Ess-Schüssel. Und der Schreck, mit dem sich seine Augen plötzlich weiteten, zeigten, dass ER die Kleidung des Gefangenen durchaus einzuordnen wusste.
 
Ein Gläubiger. Mach jetzt keinen Fehler, mein Sohn. Mach um Himmels willen keinen Fehler.
 
Aber der junge Terraner rappelte sich auf und wich ohne ein weiteres Wort zurück zur Tür, aus der die Ktarianerin schon verschwunden war. Wenig später war Richard mit dem nach nichts riechenden und nach eingeweichter Pappe schmeckendem Brei allein.
[Bild: richard-sig-klein.jpg]
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