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Friedensinitiative II - Log 2 - Lhoal
#1
*** Ch'Rihan / Ra'tleifih***

 
Die Ankündigung Prätor Tr'Kalehs, offizielle Friedensverhandlungen mit dem Klingonischen Reich zu eröffnen, hatte sprichwörtlich eingeschlagen wie eine Bombe. Dabei waren die Reaktionen im Rihannischen Reich eher erwartungsvoll. Die meisten Bedenken schienen in der Föderation zu wachsen, wo sich Politikwissenschaftler Sorgen über eine plötzliche Machtverschiebung in der Galaxis und die Sicherheit der Föderation im Allgemeinen und Besonderen machten. Während Tr'Kalehs und Kanzler Kvorags Spezialabgesandte über einen neutralen Ort für das historische Gipfeltreffen verhandelten, tagte der Sicherheitsrat der Föderation auf Vulcan.
 
Hdaen tr'Khellian, Sohn der Föderationsadmiralin Sareth t'Khellian, stieg am zentralen Luft-Boden-Terminal der Hauptstadt aus und war einigermaßen froh, wieder rihannische Luft schnuppern zu können, nachdem ihm auf dem Rückflug aus der Föderation ein Handelsvertreter von Bolarus mit allen möglichen Horrorszenarien 'unterhalten' hatte, wie dieser Friedensschluss den intergalaktischen Frieden zerstören würde.
 
Der Zentralbahnhof wurde in Kunstführern als Paradebeispiel rihannischer Architektur gelobt. Über den Gleisen der Schwebebahnen spannte sich eine kathedralengleiche Strebewerk mit kunstvollen ornamentalen Verzierungen. Anders als in den Verkehrsknotenpunkten der Föderation hingen keine Werbeholos für Speisen, Technik oder Mode in jedem nur erdenklichen Winkel, die den Passagier in sämtlichen Sprachen mit einer musikalischen Kakophonie empfingen. An den Stirnseiten des Zentralbahnhofs hingen lediglich die großen Banner mit den rihannisch-havrannischen Hoheitszeichen. Zwischen den Streben auf den Bahnsteigen forderten Slogans zu moralischem und gesetzestreuen Verhalten auf, und an den Längsseiten prangten zwei überlebensgroße Gemälde mit dem Konterfei des Prätors.
 
Hdaen zeigte seinen Passierschein an den Kontrollen vor und durchquerte die Sicherheitsgates, die auf Waffen und Sprengstoff abtasteten. Im Atrium bereitete eine Erzieherin ihre aufgeregte Vorschulklasse auf die erste Reise mit der Schwebebahn vor. Noch etwas unbeholfen salutierten die Kleinen, als sie Hdaen in seiner Kadettenuniform sahen. Der junge Mann bemühte sich, nicht zu grinsen, sondern statt dessen respektvoll den Gruß zu erwidern. Auf der gegenüberliegenden Seite schleppte der Sicherheitsdienst gerade einen Betrunkenen ab, der sich lautstark über die Treulosigkeit der Frauen beschwerte.
 
In eine der im Feierabendverkehr unvermeidlichen Schlangen vor den Ticketschaltern reihte auch Hdaen sich ein, um sich einen Transferschein für die Vorortschwebebahn auf sein persönliches Padd laden zu lassen, während gleichzeitig eine Überprüfung der Personalien stattfand. Ein junger Bursche vor ihm, bei dem die Sicherheitsprüfung offenbar zu einem nicht wünschenswerten Ergebnis geführt hatte, trat gegen das Schalterterminal, wurde dabei Hdaens ansichtig und begann gegen die 'Rundohren und sonstiges Pack' zu motzen, die an allem Schuld seien. Für einen Moment sah es aus, als wolle er sich mit einer Prügelei Luft machen - aber schon war der Sicherheitsdienst zur Stelle. Hdaen blickte dem Rabauken hinterher. Beim Abflug in San Francisco hatte ihn ein Terraner wegen seiner romulanischen Uniform als Verräter angemacht... Ein Sicherheitsmann war da nicht gewesen; Hdaen hatte ihm ein blaues Auge verpasst.
 
Eine knappe halbe Stunde später stieg Hdaen im noblen Vorort, wo das Anwesen seines Onkels Senator Lhoal tr'Khellians lag, aus der Bahn und legte die letzte Strecke zu Fuß zurück. Die Sonne ging gerade unter und am dunkler werdenden Himmel zeichnete sich hinter einem Purpurschleier die Silhouette Ch'Havrans ab. Lhoal empfing seinen Neffen selbst. Schließlich war das ein ganz gewöhnliches Familiendinner und kein Staatsakt, wozu manche seiner Amtskollegen selbst die kleinste Sache aufbauschten, nur um Prunk und Protz zur Schau zu stellen.
 
"Ich soll dich grüßen von meiner Mom und von Charlie! Alle sind in heller Aufregung wegen der Sache mit den Klingonen, das kann ich dir sagen!" Sie traten in den Vorraum des Hauses, wo ein Bediensteter den Ankömmling mit Wasser zum Händewaschen und einem Erfrischungstrunk erwartete. "Charlie sagte, er würde für sein Leben gerne mitkommen und auf den Flohmärkten im Tov'kora-Distrikt nach alten Navigationsgeräten fahnden!"
 
"Ah... ich hörte, er muss für seine Sammlung bald ein neues Haus mieten?"
 
...
 
Später am Abend saßen Melissa, Lhoal und Hdaen nach einem leichten Abendessen auf der Terrasse.
"Lhoal, Mom ist etwas besorgt, weil du den Prätor auf der Reise begleiten sollst..." rückte der junge Mann nach einer Weile heraus.
 
"Das bin ich auch." Melissa legte die Hand auf Lhoals Arm, und er wandte sich ihr mit einem Lächeln zu.
 
"Dafür gibt es keinen Grund. Tr'Kalehs Sicherheitsabteilung ist so gut, dass nicht einmal ein Moskito sich nähern kann, ohne dass sie ihn abfangen, dass wisst ihr beide doch."
 
"Ja, darum geht es nicht. Mom meint... sie denkt..." Hdaen fehlten entschieden die Worte, um möglichst höflich zu umkleiden, was die Sorgen seiner Mutter waren.
 
Lhoal holte tief Atem. "Sie denkt, ich halte das alles nicht aus und erleide einen Nervenzusammenbruch, wenn ich hautnah mit Klingonen konfrontiert werde. Ist es so?" Ehe Hdaen oder auch Melissa etwas sagen konnten, war er aufgestanden und an die Brüstung der Terrasse getreten. Unter ihm umschwirrten die Glühwürmchen die duftenden Kaverienbüsche.
 
"Lhoal..."
 
"Es geht mir gut und ich bin kein geistesschwacher Klinikpatient. Ich habe die Order, den Prätor zu begleiten und das will und werde ich tun. Gerade weil ich diese Erfahrungen gemacht habe!" Er starrte noch immer in den dunklen Garten hinunter und verfolgte den Tanz der Glühwürmchen, als wolle er einen wissenschaftlichen Traktat darüber schreiben.
 
Melissa tauschte einen Blick mit Hdaen. Wenn es nur diplomatische Gespräche mit dem Kanzler oder anderen Mitgliedern des Rates gewesen wären. Aber gleich der erste Programmpunkt, den der Prätor ausgehandelt hatte, war die Rückführung der Gebeine gefallener Rihannsu gewesen - und eine kleine Zeremonie auf K'Muna. "Es ist unverantwortlich von Tr'Kaleh!" murmelte Melissa mit unterdrücktem Zorn. "Wie kann er Lhoal sowas zumuten, verdammt!" In diesem Moment schien sie wieder das fünfzehnjährige Hacker-Kid zu sein, das von der Crew der Saipan aufgelesen worden war.
 
Lhoals feine Ohren hatten ihre Worte trotz allem gehört. Jetzt drehte er sich um. "Ich begleite Turan - und damit ist diese Diskussion beendet," erwiderte er ungewohnt barsch. "Ich hoffe, ihr habt noch andere Gesprächsthemen für den Abend? Sonst ziehe ich mich in mein Arbeitszimmer zurück."

[Bild: Lhoal-klein.jpg]
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#2
ach mensch! ich lese das mal nach dem telefonieren aber ich möchte gleich jetzt hier sagen, dass ich unbedingt hier weiterschreiben möchte und werde!
[Bild: LdhDcRs.png]
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#3
Sehr schön - allein schreiben ist auch auf Dauer langweilig Zwinker
[Bild: Sareth-neu.jpg]
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