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ISDA Log 47 - Nalae
#1
USS Picard

Rabenstein schritt ohne eine Gemütsregung vor den Sicherheitsmännern, welche die zeternde und heulende Nalae einfach mit sich schleiften.
Die Rihannha wand sich und kreischte wie ein sterbender Fvai.
Im Turbolift bekreuzigte sich der Kleriker.

„Ein Exorzismus ist unausweichlich. Ich kann es nicht zulassen, dass eine derartige Kreatur dieses Schiff mit ihrer Anwesenheit verpestet.
Sie ist die fleischgewordene Manifestation dämonischer Perversion“, sagte er ruhig, wobei er unter Nalaes Geschrei kaum zu verstehen war.

„Lasst mich loohooos! Bittääää!“, heulte sie, während Rabenstein den Turbolift verließ und sie in einen sakralen Raum des Schiffes tragen ließ.

„Es ist unglaublich. Zunächst mordend und sündend, sehen wir nun, ohne den Missbrauch der bewusstseinsverändernden Drogen, ihr tatsächliches Gesicht:
Eine jämmerliche Kreatur“, erklärte er, während die Romulanerin auf einer Bare festgeschnallt wurde.

Dieser Raum – eine Art schiffsinterne Kapelle – war sehr nüchtern gestaltet. Über der Bare prangte ein großes, bronzefarbenes Kreuz mit einem Abbild Jesu.

Rabenstein zog sich ein paar schwarze Handschuhe an und machte eine abweisende Handbewegung.

„Lassen Sie uns nun allein“, sagte er ruhig.
Lediglich ein Messdiener verblieb im Raum, der dem Inquisitor bei seinem Ritual assistieren sollte.

Auf einem Tisch neben der Bare stand eine kleine Karaffe; daneben lagen ein Rosenkranz und eine kleine Bibel.
Auf einer anderen Anrichte befanden sich zwei weiße Kerzen und ein Räuchergefäß in welchem Weihrauch verbrannte.

Nalae schluchzte irgendwelche Sätze auf romulanisch, während Richard seelenruhig seine „Instrumente“ inspizierte.

„Hervorragend, wir können sofort beginnen“, stellte er zufrieden fest.

Dem armen Messdiener stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.

„D-die kommt direkt aus der Hölle, nicht wahr, Sir? Dieser Gestank...und diese Laute! Kein irdisches, von Gottes Hand erschaffenes Wesen kann derartige Geräusche von sich geben.
Sie sind unmenschlich!“

Nalae spuckte und traf das Gewand des Dieners.

„IIHHHGITT!! OH HERR!“
Der Messdiener eilte zu der Karaffe, tauchte die Finger darin ein und bekreuzigte sich.
Dann faltete er die Hände und sprach binnen weniger Sekunden das Vater Unser.

„Nun stellen Sie sich nicht so an, De Bertrand! Ein Exorzismus ist eben eine schmutzige Arbeit!“, entgegnete Richard verständnislos, während er Nalae ohne Umschweife einfach knebelte.

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

„Nngghh, Sir, sie klopft immer dreimal mit dem Fuß, um der Heiligen Dreifaltigkeit zu spotten!“, bemerkte De Bertrand mit ängstlicher Stimme, den Blick gen Himmel gewandt.

Nalae zappelte eigentlich nur wie wild in ihrer Fesselung herum, jedoch war der Messdiener offenbar sehr eiftig im deuten von Omen!

Rabenstein seufzte und schüttelte den Kopf.



Rewdak schlenderte durch die Gänge der Picard. Getarnt in seiner Uniform war er nicht mehr besonders auffällig, jedoch war ihm klar, dass ihm nur ein minimales Zeitfenster bleiben würde, um Nalae zu retten.
Wobei der Rihannha nicht darüber nachdachte, wieviel Sinn es bringen würde – man würde nach ihm suchen und auch nach Nalae, wie sollten sie unbemerkt vom Schiff entkommen?
Wie überhaupt sollte er sie befreien?
Und welche Strafen würden ihn erwarten, nach diesem brutalen Ausbruchsversuch?
Nein, über all das dachte Rewdak nicht nach, denn er dachte nur an eines:
Nalae.
Oder besser gesagt, ihre wirklich hervorragenden Qualitäten als Liebhaberin.



Richard schloss sein Ritual mit einer letzten Besprenkelung Nalaes durch das Weihwasser ab.
Nein, natürlich hatte er nicht nur eine Bibel, einen Rosenkranz und dieses heilige Wasser verwendet – es war kein Geheimnis in der Kirche, dass Gott in besonders schweren Fällen wie diesem es wertschätzte, wenn ein wenig Unterstützung seintens der stofflichen Welt gewährleistet wurde.
Gemeint war in diesem Fall ein kleines Gerät, welches vorzüglich Hirnwellen, Hirnchemie und andere neurologische Aspekte beeinflussen konnte.
Zeigte der Exorzist seine Bemühungen durch die Nutzung dieses Gerätes, so würde der Dämon im Inneren des „Patienten“ ganz sicher weichen!
Natürlich wusste Rabenstein, dass bei Nalae nur ein mäßiger Erfolg darin liegen würde, ihr das Böse auszutreiben – da sie als Rihannha schlichtweg das Böse und Widerwärtige selbst verköperte.
Doch war er der Ansicht, solange dieser Abschaum sich auf seinem Schiff aufhielt, so könne er zumindest dessen Wahnsinn nach Möglichkeiten mithilfe dieses heiligen Rituals vermindern.

Nalae setzte sich auf und blickte sich um.

„Ich war eben noch in der Arrestzelle“, stellte sie fest.

„Ganz genau so ist es, und dort werden sie auch gleich wieder sein“, konstatierte Richard.

Nalae war noch zu benommen und zu verwirrt um entwas zu entgenen.
Zunächst einmal war alles, was sie wusste, wer sie war – das erschien ihr ziemlich viel.

...

Rewdak hätte die Tür eingetreten, wäre es denn keine Schiebetür gewesen.
Also zerlegte er die beiden Wachen in seinem Rewdak'schen Stil – das bedeutet, es musste auf jeden Fall Blut fließen und das Brechen von Knochen zu hören sein – und betrat die Kapelle mit gezogener Waffe.

Er sah Nalae auf der Bahre sitzend, den schwitzenden, zitternden Messdiener De Bertrand sich über die Stirn wischend und einen süffisant grinsenden Rabenstein.

„Rewdak. Du Primitvling“, sagte Nalae und rümpfte die Nase.
„Also bitte. Ich kann auch auf mich aufpassen.“

Der Rihanha war für einen Moment sprachlos, sodass Nalae fortsetzen konnte:

„Seht euch das an. Da ist ja schon wieder überall Blut. So hinterwädlerisch! Töten kann jeder, aber sauber töten ja wohl nicht. Das erfordert Geschick, jawohl.“

Sie richtete sich ihre äußerst zerzauste Frisur.

„Sehen Sie sich diesen Rüpel doch an“, sagte sie zu Richard gewand. „Für solch Billigware bücke ich mich doch nicht, wenn ich auch in der Feinkostabteilung speisen kann.“

Rabenstein nickte, böse grinsend.

„Na also. Sie ist zwar immer noch eine widerwärtig stinkende Höllenmissgeburt, aber immerhin ist sie so viel erträglicher, nicht wahr, Mr. Tr'Kovath?“, wandte er sich an Rewdak.
"Die Wunder, welche unser Herr zu vollbringen vermag, sind ihrer Zahl grenzenlos."


In der Gefangenenzelle


Sokar saß stumm in der Zelle, unfähig, irgendetwas zu sagen, zu denken, zu meditieren.
Ob und wann sich sein Zustand verbessern würde – dies war zum Augenblick noch unklar.
Was geschehen war, hatte er wohl kaum mitbekommen.
Eine Horde Sicherheitsoffiziere hatten die Zelle von den Leichen befreit; ein ranghörerer Offizier vor Wut rasend Befehle erteilt und seine Männer über das ganze Schiff ausschwärmen lassen um nach dem Entflohenen zu suchen.
Der Grundzustand der Zelle war wiederhergestellt und Nalae wurde just in diesem Augenblick hereingeführt und mit einem Schubser in den Raum befördert.

„Unmöglich, sowas!“, fluchte sie den Offizieren hinterher und nahm auf dem Stahlhocker Platz.

„Dir haben sie wohl das Gehirn rausgeschmolzen“, sagte sie zu dem regungslosen Sokar, dessen glasiger Blick die Wand durchbohrte.

„Nun ja, manch einer hat weniger Glück, manch anderer mehr“, bemerkte sie und schlug die Beine übereinander.
[Bild: LdhDcRs.png]
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#2
Haha der arme Rewdak, sieht so aus als würde er völlig leer ausgehen Uff
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#3
[Bild: hqdefault.jpg]
PicardGrin
[Bild: LdhDcRs.png]
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#4
Sehr schön - kannst dich richtig gut in Richard reinversetzen. Vielleicht will sie jetzt ja seine rechte Hand werden =D
[Bild: richard-sig-klein.jpg]
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#5
Werde ganz Rot, vielen Dank! Finde den richtig Klasse.
Die Idee ist cool! Nalae wird von Richard assimiliert.
[Bild: LdhDcRs.png]
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#6
Nalae neiiin Blush
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#7
Wieso, was denn?

[Bild: q8TiCfM.jpg]

Smile
[Bild: LdhDcRs.png]
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#8
=D
Äbtissinnen sind in unserem Spiegeluniversums-Kanon Spezialagentinnen der Inquisition.
(Aber so schlimm muss es doch nicht kommen, Rewdak, ma abwarten.)
[Bild: richard-sig-klein.jpg]
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