Central Terminal
Zwischen Licht und Finsternis Log 24 - Druckversion

+- Central Terminal (http://www.uss-saipan.de/FORUM)
+-- Forum: =/\= RPG-BEREICH=/\= (http://www.uss-saipan.de/FORUM/forumdisplay.php?fid=4)
+--- Forum: *** Spiegeluniversum *** (http://www.uss-saipan.de/FORUM/forumdisplay.php?fid=10)
+--- Thema: Zwischen Licht und Finsternis Log 24 (/showthread.php?tid=659)



Zwischen Licht und Finsternis Log 24 - Richard von Rabenstein - Wed-Apr-2024

*** An Bord der Vindicator ***

Ein durchdringender Signalton riss Richard von Rabenstein aus seiner abendlichen Meditation.

+Exzellenz, wir registrieren eine seltsame Störung in unseren Kommunikationsarray,+ meldete die Brücke.

Richard bekreuzigte sich und erhob sich. Er hatte derartige Störversuche erwartet. Der Gegner schlief nicht. Im Grunde war es ein Wunder, dass noch nicht versucht worden war, seine Transmissionen zu stören oder zu blockieren. Ein entsprechendes Backupsystem war auf dem Aussenposten bereits vorbereitet worden und harrte seines Einsatzes.

Ohne unnötige Hast machte sich der Inquisitor Maximus auf den Weg zur Brücke. Dort empfing ihn, in rotes Alarmlicht getaucht, seine rechte Hand Kavun. Auf dem Bildschirm flackerte jedoch Richards eigenes Konterfei, durchsetzt vom Logo der Heiligen Inquisition. Durch die Störungen und die Beleuchtung sah es aus, als brenne das Gesicht. Es hatte etwas für sich, dachte er, und war für eine Sekunde abgelenkt. Das Feuer das Heiligen Geistes, sozusagen…

„Scheint eine Art Feedbackloop zu sein,“ meldete der dunkelhäutige Mensch von der Komkonsole, während auch die Stimme des Inquisitors verzerrt über die Brücke knisterte.

„Stummschalten,“ orderte Richard. „Sehen Sie, ob es Hinweise auf den Absender gibt.“

„Könnte der Versuch sein, einen Trojaner einzuschleusen,“ ergänzte Kavun. „Ich habe die Zentralsysteme sofort reroutet und den Brückenzugriff gesperrt.“

Neben dem Kommandantensitz entfaltete sich kurz ein Hologramm und dann signalisierte die kleine Klappkonsole neben dem Platz Bereitschaft. „Wenn Sie sich authentifizieren mögen, Exzellenz…“

Richard nickte und platzierte seinen Siegelring in das Kontaktfeld des Hologramms. Ein kurzer Scanpuls huschte über seinen Körper, dann verkündete der Bordcomputer + Authentifizierung abgeschlossen. Identität bestätigt. Rerouting komplett und gesichert. +

„Es gibt ein Muster in der Transmission,“ berichtete der Kom-Experte. „Eine Interferenz mit einer darunter liegenden Nachricht.“

„Ah, wusste ich es!“ knurrte Kavun und schloss einen unziemlichen Fluch an, der ihm einen missbilligenden Blick von Seiten des Inquisitors einbrachte.

„Es ist… ein Algorithmus mit musikalischer Grundlage… Moment, der Computer identifiziert das Muster. Es ist der Hymnus Ave Maris Stella, Exzellenz!“

Erlaubte sich da jemand einen Scherz? Nur um einen Trojaner einzuschleusen? Nein, das wäre absolut ineffektiv… „Extrapolieren Sie die zweite Nachricht und leiten Sie sie in mein Quartier.“ Ein Verdacht begann sich in ihm zu formen, den er überprüfen wollte.



Wenig später saß er vor seinem Terminal und blickte in ein zittriges, kaum kontrastiertes Antlitz.

+…Captain der ISS Necron …keiner Ihrer Anhänger, Richard von Rabenstein. … ein loyaler Bürger des Imperiums…+

Nun, auch mir geht es um das Imperium. Die Frage ist nur, welche Gestalt dieses haben soll. Dann jagten ihm die Worte des Phantoms einen kalten Schauer über den Rücken. +… nicht, dass Millionen junger Menschen für den Wahn eines Einzelnen geopfert werden sollen. … Zwei Söhne in den imperialen Streitkräften … Gott vergebe mir….+

Dominus misericordia est

+…einen Überfall auf Raucis IV, der die Tholianer … einen Zweifrontenkrieg … Ich wiederhole, LaSalle wird einen Überfall auf Raucis IV insz---+ Die Stimme erstarb in einem Röcheln, das Bild löste sich in statisches Rauschen auf.

Richard von Rabenstein starrte fünf Minuten lang auf den Schirm seines Terminals, während die volle Tragweite des eben Gehörten in ihn sank und er die Möglichkeit abwog, dass doch alles eine Falle sein könnte. Dann rief er die Daten zu Raucis IV auf. Nach weiteren fünf Minuten kontaktierte er Waltham.

+ Sie würdigen mich mal wieder eines Kontaktes? Wie zuvorkommend, + kam es säuerlich über den Bildschirm.

„Waltham, wir haben keine Zeit für Plaisanterien.“

+ Das ist ja etwas gänzlich Neues, Exzellenz. +

„Ich nehme an, Sie haben sich mit der Kultur der Tholianer vertraut gemacht, bevor wir hier her gekommen sind.“ Er wartete keine Antwort ab. „Die Stellung von Raucis IV im Glaubenssystem unserer Bündnisgenossen ist Ihnen bewusst.“

+GLAUBENSsystem? Ich denke--+

„LaSalle plant dort einen Angriff, und wie ich aus den Bruchstücken an Informationen rekonstruieren kann, unter dem Vorwand eines Überfalls des Terranischen Imperiums.“

+ Darf ich fragen, wie Sie zu diesem Wissen gelangt sind? +

„Der Kommandant von LaSalles Flaggschiff wollte sein Gewissen erleichtern. Das hat er offenbar mit dem Leben bezahlt.“

+ Und Sie glauben ihm? +

„Es nicht zu tun, wäre verderblicher Leichtsinn. Erwähnten Sie nicht einmal, dass Sie … Liegenschaften in der Nähe von Raucis IV haben?“

+ Könnte man so bezeichnen. +

„Dann setzen Sie sich mit Ihnen in Verbindung, Sie sollen Maßnahmen zu Verteidigung ergreifen. Ich informiere die Tholianer, und SIE informieren unseren geschätzten Kriegsminister DeRaaf.“

Jetzt wird sich zeigen, ob Sie auf meiner Seite sind, oder auf der meiner Gegner...auf der des Lichtes oder der Finsternis!