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KI-Ketzerei / Log 13 / LaSalle / NPC - Druckversion

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KI-Ketzerei / Log 13 / LaSalle / NPC - Robert Vandenberg - Sat-Feb-2024

Spiros Alpha / Manasqua / Straße der Gelehrsamkeit

Das Team hatte sich aufgeteil. Während Reed die gesamte Stadt nach Gefahrenquellen durchsuchen sollte und Sareth und Dr. Val´Kara nach weiteren Spuren der Crew der USS Feynman suchten, sollten LaSalle und Richard von Rabenstein ein Nachtquartier „besorgen“.
Es gab mehrere „Teile mit einem Fremden-Häuser“ jedoch waren alle diese Etablissements kostenpflichtig. Und zudem, aufgrund des in Kürze stattfindenden Kulturfestivals, in der Regel ausgebucht. Und selbst wenn es irgendwo noch Zimer gäbe, ohne gültiges Zahlungsmittel wäre eine Zimmerreservierung zumindest eine Herausforderung.
Aus diesem Grunde war LaSalle auch nicht gerade bester Laune, als er und von Rabenstein in eine Seitengasse einbogen. Richard von Rabensetin schien spöttisch zu grinsen.
LS: Darf ich an dem Grund für Ihre Heiterkeit teil haben?
RR: Sicher. Euer Spektabilität. Diesen Ausdruck habe ich schon lange nicht mehr gehört.
LS: Hätten Sie denn auch evtl. eine spektakuläre Idee in Sachen Unterkunft?
RR: Sie sollten in Ihre Fähigkeit zum Zynismus investieren, LaSalle. Lernt man so etwas auf der Sternenflottenakademie?
LS: Nein, aber am Schreibtisch.
RR: Sie sollten abmustern und Literaturkritiker werden. Da wären Sie bestimmt nach kurzer Zeit gefürchtet.
LS: Das bin ich angeblich jetzt schon. Aber Vorsicht Mr. von Rabenstein, ich konnte auf Ihre Idee zurückkommen.
RR: Das kann ich mir gut vorstellen. Was steht denn da?

Richard wies auf ein Schild, auf dem in großen roten Zeichen etwas geschrieben stand. LaSalle fischte aus den undefinierbaren Tiefen seines Mantels eine altertümliche Brille und setzte diese auf. Auf dem Holoscreen der Brille erschien jetzt die Übersetzung, soweit dies möglich war.

LS: Mhmmm interessant. Ein eindeutiges Verbotsschild. Hier steht geschrieben: Betteln verstößt gegen das Gesetz. Dem Bettler soll durch die Straßenwächter das Erbettelte abgenommen und der Staatskasse zugeführt werden. Der Bettler wird der Stadt verwiesen. Sollte er wiederholt angetroffen werden, so wird er mit 50 Peitschenhieben auf den nackten Rücken, im Falle seiner Jugend mit 20 Stockhieben auf das nackte Gesäß und anschließend 2 Tage Pranger bestraft. Dies ist zu unser allen Sicherheit und Wohltat. Der Rat der Protektion.
RR: Sehr lyrisch.
LS: Eher überflüssig ausführlich. Keine Bettelei, sonst Prügel hätte auch ausgereicht.
RR: Sie sind einfach zu pragmatisch.
LS: Sicher…sieh an, sieh an.

LaSalle wies auf zwei Personen, welche am Rand der Gasse sich befanden. Eine Person kauerte am Boden, die zweite , gekleidet in eine merkwürdig bunte Uniform und mit einer kurzen Peitsche bewaffnet, hatte sich über die erste Person gebeugt und redete in einem barschen Kasernenhofton auf diese ein.

RR: Eindeutig. Bettler gegen Polizist.
LS: Soviel zum Bettelverbot.

LaSalle blickte plötzlich starr auf die kleine Szene, begann in seinen Taschen zu graben und förderte dann ein Flugblatt hervor, welches man ihm ein paar Minuten zuvor in die Hand gedrückt hatte. Er lächelte diabolisch.

RR: Evtl. lassen Sie mich jetzt einmal an der Ursache Ihrer Freude teil haben?
LS: Ich weiß jetzt, wie wir zu Geld kommen.

LaSalle eilte zu den beiden Personen und baute sich vor dem Uniformierten auf. LaSalle hielt ein Stück des Flugblattes dem Mann vor die Nase und sprach ihn dann in barschem Befehlston an.

LS: Finanzprotektionsaufseher Gurold, was geht hier vor?

Der Uniformierte wich sichtlich eingeschüchtert vor LaSalle zurück und salutierte dann zackig.

SW: Straßenwächter Wurlong , Euer Gestrengheit. Ich habe soeben diesem Subjekt klar gemacht, dass er schleunigst zu verschwinden hat. Ich habe außerdem Tauscheinheiten im Werte von 200 Cibidar konfisziert.

LaSalle pfiff gespielt durch die Zähne.

LS: Das hört sich interessant an.
SW: In der Tat, Euer Gestrengheit, in der Tat. Damit könnte man 10 Personen 6 Tage lang im Wirtshaus verköstigen.
LS: Gute Arbeit Wurlong, gute Arbeit. Ich nehme das Geld in Verwahrung.
SW: Natürlich.

Wurlong überreichte LaSalle ein kleines Säckchen, welches dann in den Tiefen von LaSalles Mantel verschwand.

LS: Ich werde Sie an höherem Orte empfehlen. Ich kümmere mich persönlich um dieses Subjekt. Gehen Sie für heute nach Hause.

Wurlong nickte eifrig und enteilte. LaSalle blickte sich um , griff in den Beutel in seiner Tasche und steckte dem Bettler eine gewisse Menge Geldes wieder zu.

LS: So und jetzt enteile. Und kein Wort darüber was hier passiert ist, klar? Sonst lasse ich dich aus der Stadt peitschen. Los, Verschwinde!

Der Bettler sprang erstaunlich schnell auf und eilte davon. Richard gab ein brummendes Geräusch von sich.

RR: Dieser Auftritt von Ihnen wirft mehrere Fragen auf.
LS: Und die wären?
RR: Woher wissen Sie, dass es hier Finanzprotektionsaufseher gibt?

LaSalle zuckte mit den Schultern.

LS: Bürokratie gibt es doch überall.

Richard schüttelte in gespieltem Entsetzen den Kopf.

RR: Sie hätten Schmierenkomödiant werden sollen.
LS: Vielen Dank.

LaSalle blickte sinnierend in die Luft und erstarrte plötzlich. Sein Blick fixierte einen Gegenstand an einer Wäscheleine, welche quer von Haus zu Haus über die Gasse gespannt war.

RR: Was haben Sie?
LS: Schauen Sie mal da auf die Wäscheleine. Sieht das nicht aus, wie ein primitiver Lautsprecher?

Richards Blick fixierte das Objekt.

RR: Dieser rundliche Gegenstand? Sie müssen sich täuschen, wo soll denn hier ein Lautsprecher herkommen?
LS: Sie haben wahrscheinlich recht. Nun wir sollten uns zum Treffpunkt begeben. Wie können jetzt ja eine paar Zimmer buchen.

RR: Ja, wir sind zu Geld gekommen. Nur die Art und Weise…..

Die beiden Männer gingen den Weg zur Hauptstraße zurück.

LS: Sie hatten noch eine weitere Frage?
RR: Allerdings. Wie verträgt sich Ihre Vorgehensweise eben mit den Richtlinien der DIA?
LS: Sehen Sie hier irgendwo Föderationsbeamte?
RR: Nein. Aber das alles hier , alles was wir tun, schon unsere Anwesenheit hier, verstößt doch wohl gegen die oberste Direktive?
LS: Natürlich!
RR: Das beunruhigt Sie nicht?
LS: Die Föderation ist weit, weit weg. Und wo kein Ankläger, da kein Richter.

Richard grinste böse.

RR: Das genügt. Mehr muss ich nicht wissen. Sie werden mir langsam unheimlich , LaSalle.
LS: Oh ich gebe mir Mühe. Als Gestrengheit.

Jetzt musste Richard zum ersten Mal leise lachen.


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Ortswechsel:

Spiros Alpha / Shazach Nueva /Straße der Wahrheit / Palast der Protektion / Kellerraum

Der Mann, welcher auf einem hölzernen Stuhl, mit eisernen Spangen gefesselt war, machte einen erschöpften, aber kämpferischen Eindruck. Seine Kleidung war zerschlissen, seine Handgelenke blutig von den Fesseln und an seiner Stirn war eine blutende Wunde zu erkennen, welche nur notdürftig durch ein Stück Stoff bedeckt war.
Protektor Barnes Atarver blickte die Person auf dem Stuhl mit dem Interesse eines Forschers an, welcher soeben ein interessantes Fossil untersuchte.

BA: Ich bedauere die Umstände Ihrer Festnahme und Ihres Transportes. Aber meine Mitarbeiter sind…nun wie soll ich sagen…primitiv. Ja , Sie müssen uns alle für sehr primitiv halten. Dort wo Sie herkommen, sieht es wohl anders aus. Ganz anders, möchte ich meinen. Wie ich aus dem Protokoll entnehme, ist hier Name Hadron Melax. Sie wurden von meinen Mitarbeitern in der Gegend von Manasqua aufgegriffen. Also stellt sich für mich die Frage, wo kommen Sie her?

Der Befragte keuchte.

HM: Mein Name ist Hadron Melax. Ich komme aus Soamandrakisal. Ich bin Geschäftsreisender.
BA: Jaja, Reisender, ganz recht. Aber ich glaube, Sie sind viel weit gereist, als aus Soamandrakisal.
HM: Ich weiß nicht, was Sie von mir überhaupt wollen? Was habe ich verbrochen?
BA: Ja, was will ich eigentlich von Ihnen? Ah ja…sehen Sie, meine Aufgabe als Protektor ist der Schutz der Bevölkerung. Daher habe ich meine Augen und Ohren überall. Alle Auffälligkeiten werden mir zugetragen. Und Sie sind aufgefallen.
HM: Kunststück. Ich komme aus der Stadt der Schönheit.
BA: Oh wir wollen doch bescheiden bleiben, oder? Nein es war nicht ihr Aussehen, sondern eher die Art wie Sie sich bewegten, sich ausdrückten, Ihr Akzent. Das fiel meinen Auguren auf. Ach ja, aus welchem Stadtteil von Soamandrakisal kommen Sie gleich?
HM: Drisikal.
BA: Und wann sind Sie dort abgereist?
HM: Vor 10 Tagen.
BA: Drisikal soll ja wunderschön sein.
HM: Oh ja. Der Bürgermeister plant gerade, den Stadtteil zu vergrößern.
BA: Oh schön zu hören. Und Gratulation. Drisikal ist vor 6 Wochen abgebrannt. Ein Wiederaufbau wie der Wind. Muss ich noch mehr sagen? Also, noch einmal die Frage. Woher kommen Sie?
HM: Soamandrakisal.

Barnes Artaver seufzte.

BA: Ich glaube ja, dass Sie von sehr viel weiter weg stammen. Genauer gesagt, nicht von dieser Welt.

HM: Sie sind ja…..außer uns gibt es im Chaos des Nichts kein Leben. Wir sind von den Göttern auserkoren….

Barnes schnitt dem Mann scharf das Wort ab.

BA: Dieses Geschwafel höre ich tagein-tagaus. Sie müssen es nicht wiederholen. Und Sie müssen uns und speziell mich nicht für primitiv und dumm halten. Manche wissen eben mehr als andere. Also. Woher kommen Sie?

Der Befragte schwieg. Barnes seufzte , zog seine edle Weste aus und begab sich zu einem Tisch, welcher neben dem Stuhl aufgebaut war. Auf dem Tisch befand sich ein etwa 1 m langer, hölzerner Kasten, dessen Deckel Barnes jetzt öffnete. Im Kasten sichtbar wurden einige Keramikgefäße, aus denen metallene Zylinder ragten. Dicke Rohre aus Kupfer verbanden diese untereinander und führten zu einem dicken Kabel, welche Barnes jetzt mit einer Metallplatte an der Seite des Stuhles verband. Ein zweites Kabel führte zu einem Ständer, auf dem an einem beweglichen Arm montiert sich zwei dicke Kohlestäbe im Abstand von ca. 5 cm gegenüber standen. Barnes packte dem Kopf des Gefesselten und fixierte diesen mit einem Lederriemen über der Stirn an einer harten Kopfstütze, welche an der Lehne des Stuhls montiert war. Dann positionierte Barnes den Schwenkarm so, dass die beiden Kohlestäbe etwa 50 cm vor den Augen des Gefesselten lagen.

BA: Sie wollen mir also immer noch nicht erzählen, woher Sie wirklich stammen? Nun denn, dann soll es wohl so sein. Eigentlich wollte ich mir Zeit und Ihnen Unannehmlichkeiten ersparen. Aber Sie wollen es ja nicht anders. Ihrem Gesichtsausdruck kann ich entnehmen, dass Sie genau wissen, mit was Sie es zu tun haben. Ja die Apparatur im Kasten wird von meinen Mitarbeitern nur „der leuchtende Wahrheitsfinder“ genannt. Sie und ich wissen natürlich, dass es sich dabei um einen Akkumulator handelt.
Die Stromstärke reicht aus, um ein Messer zum Schmelzen zu bringen. Und um jenen, welche auf dem Stuhl sitzen, gar widerliche Schmerzen zu bereiten.
Und das gute Stück vor Ihren Augen ist natürlich eine Funkenstrecke. Bin gespannt, wie nahe ich damit Ihren Augen kommen kann, bevor Sie erblinden.
Barnes legte einen Hebel um, ein leichtes Knistern war zu hören. Dann begab der Protektor sich zum Tisch und legte seine Hand auf etwas, was man unschwer als Schiebewiderstand erkennen konnte.

BA: Ich versichere Ihnen, dass ich dies alles nur äußerst ungern tue. Doch wie ich ihnen soeben schon erläutert habe, meine Aufgabe als Protektor ist der Schutz der Bevölkerung.
Barnes schob den Schiebewiderstand auf ¼. Knallend zündete der Lichtbogen auf der Funkenstrecke.

BA: Und dafür tue ich ALLES!

Barnes Atarver schob den Widerstand bis ¾ vor.
Die Wachen vor der Tür des Kellerraumes hörten, trotz der dicken Tür plötzlich Geräusche aus dem Raum, welche ihnen den Magen umdrehten.