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Zwischen Licht und Finsternis - Log 18 - Druckversion

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Zwischen Licht und Finsternis - Log 18 - Richard von Rabenstein - Sun-Sep-2023

*** An Bord der Kharrtri-Station ***

Richard von Rabenstein, Inquisitor Maximus Electus, lauschte seit über einer Stunde der Beichte von Warlord Prequeck – und hielt dessen Ausdünstungen stand, an sich schon eine Herausforderung. Prequeck schien die Nacht vor seiner Lebensbeichte in einer Kneipe zugebracht zu haben, und von billigem Fusel bis zu billigen Räucherstäbchen war alles an ihm haften geblieben. Möglicherweise war auch die Erfindung von solch zivilisatorischen Gewinnen wie einer Wasser- oder Schalldusche nicht bis zu ihm gedrungen.

Richard, der in dem improvisierten „Beichtstuhl“ hinter einem leider nicht geruchsabweisenden Gitter saß, hielt sich dezent ein Tuch vor die Nase. Gut, er und seine Getreuen brauchten die Passage durch den Dark Rim Korridor. Sie brauchten Kontakt zu den Tholianern. Sie mussten LaSalle aufhalten, und das war der einzige, so rasch zu bewerkstelligende Weg. Der Zweck heiligte die Mittel. Leider übertönte er nicht die Gerüche…

Überdies zählte der Inquisitor nun schon die zwölfte Art, eine Person vom Leben zum Tode zu bringen, die zehnte, jemanden auf unlautere Weise um seinen Besitz zu bringen, und die achte, mit einem weiblichen Wesen Coitus zu pflegen.

Prequeck auf der anderen Seite des Gitters stieß einen langen Seufzer aus, schluchzte und fuhr fort: „Ich bin ein sündiger Mensch, ich weiß. Aber die Zeiten sind schwer…“

„Keine Entschuldigungen.“ Sonst dauert es noch länger.

„Ich weiß, ich weiß, Euer Exzellenz. Es ist auch nur noch eine Sache, die auf mir lastet. Dann kann ich mit befreiter Seele die mir versprochene-„ Ein kurzes Sirren war zu hören, dann ein letzter Seufzer und das unverkennbare Geräusch eines massigen Körpers mit Goldschmuck, der zu Boden rutschte.

Richard fuhr hoch. Der Gedanke durchzuckte ihn, dass er lieber doch einen Leibwächter – Aber das Beichtgeheimnis - ! In der nächsten Sekunde formte sich in einigen Metern Entfernung wie aus dem Nichts die Gestalt einer Frau.
Ich werde jetzt Gott bewahre doch nicht ohne die Sakramente---

„Ein persönliches Tarnfeld ist eine feine Sache, finden Sie nicht auch?“ sagte sie kalt und steckte ihre Miniaturarmbrust an den Gürtel. „Keine Sorge, ich wollte nur den Fettsack aus dem Weg räumen.“

Jetzt erst, als sie die Kappe zurückschob, erkannte der Inquisitor, mit wem er es zu tun hatte. Lady Marva. Die Braut Prequecks! „Madame… Das hatte ich nicht antizipiert.“ Mit größter Anstrengung bekam er den Schreck unter Kontrolle.

„Mein Vater hatte mich an Prequeck verschachert, für die Absatzmärkte auf Iffilar. Aber ich habe meine eigenen Pläne. Iffilar gehört mir, und jetzt auch der Dark Rim Korridor. – Und, absolvieren Sie mich?“ Sie machte eine Kopfbewegung in Richtung Prequecks Leichnam.

„Bereuen Sie?“

„Mache ich den Eindruck?“

„Ohne Reue keine Absolution.“

Lady Marva lächelte. „Wie ich sehe, sind Sie ein Mann der Prinzipien.“

„Das ist eines der Fundamente meines Amtes.“

Der Armbrust-Todesengel schritt zu einer Komeinheit an der Wand und aktivierte sie. + Jeev? - Marva hier. In Vault 3 ist Unrat zu beseitigen. Und rufe mir den Zehnerrat zusammen. Es gibt wichtige Neuigkeiten! + Sie wandte sich Richtung Ausgang.

„Was ist mit der Abmachung, die ich mit Ihrem …dahin geschiedenen Verlobten getroffen hatte?“ fragte Richard, ihr eilig folgend. Deo Gratias, hier draußen herrschte wenigstens wieder atembare Luft.

„Nun, da werden wir neu verhandeln müssen.“ Sie lächelte eisig und anzüglich zugleich.

„Wir sind etwas in zeitlicher Bedrängnis mit unseren Geschäften.“

„Jeder ist in Bedrängnis, heutzutage. Das macht die Würze des Ganzen aus, nicht wahr? Was haben Sie noch mal, dass mich interessiert? Dass ich Ihnen den Dark Rim Korridor öffne? Und kommen Sie mir nicht mit den geistlichen Wohltaten, oder der Zukunft der Galaxis und solchen Platitüden. Oder den Almosen, die Ihr Mittelsmann hat fallen lassen. Bieten Sie mir etwas … Unwiderstehliches.“ Damit entschwand sie im nächsten Lift.

Richard kontaktierte sein Schiff für einen Transport zur „Albion“. Waltham musste in Kenntnis gesetzt werden. Wie er annehmen könnte, würde ihm die Entwicklung der Dinge missfallen. Immerhin hatte er höhere Summen als „Almosen“ fallen lassen.