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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 5
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sat-Jan-2023, 06:51 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Auf der Transmitterstation ***

„Sie sind auf Warp.“ Kavun drehte sich mit einem befriedigten Lächeln zu Richard von Rabenstein um. Beide Männer standen in der Leitzentrale der Transmitterstation und blickten auf den großen, ovalen Bildschirm, der nun wieder nur die tiefe Schwärze des Alls zeigte.

Ich wünschte, man könnte diesen penetranten Gestank ebenso fort beamen, dachte Richard und fragte sich erneut, wie eine Spezies, die so wenig auf Ordnung und Reinlichkeit achtete, es je schaffen konnte, bis in den Weltraum vorzudringen. Widerlich! Obwohl er die Schuhe schon geputzt hatte, hatte er immer noch das Gefühl, dass der Haufen Targdung, in den er im Transporterraum getreten war, an den Sohlen klebte.

„Wir hätten sie abschießen sollen,“ brummte Kavun.

„Dafür gab es keine Notwendigkeit,“ entgegnete der Großinquisitor. „Beflecke deine Hände nicht mehr mit Blut als unbedingt erforderlich zum Lobe des Herrn. Regula Sancti Gregori Paragraph 3.“

„Die Spürhunde LaSalles werden wir nicht so leicht los werden,“ fuhr Kavun fort und stapfte in seinen schweren Stiefeln an eines der Konsolen.

„Darum ist es essentiell, dass wir unsere Tarn- und Maskierungsvorrichtung hier implementieren,“ antwortete Richard, den Blick immer noch in das Samtschwarz auf dem Bildschirm gerichtet. Der Nicht-Anblick hatte etwas überaus Beruhigendes.

„Ich denke, meine Leute und ich, wir haben das in ein paar Stunden angepasst. Schließlich ist das eine terranische Station, und unsere Technik ist weitgehend terranisch. Das sollte also kein Problem darstellen.“ Kavun machte einen großen Schritt an die nächste Konsole, wischte die Überreste eines klingonischen Mahles herunter und rief die Steuerung auf. „Yong-ha und Geraux arbeiten dran. Wir können sogar in einem der Emitterarrays eine kleine Kapelle einrichten. Die Abschirmung ist stark genug.“

„Ein löblicher Gedanke. Aber beim augenblicklichen Stand der Dinge präferiere ich eine rasche Instandsetzung der Waffensysteme und den Einbau der Tarnung.“
Der eher klobige Kommunikator älterer Bauart, den Kavun an seine Jacke geklemmt hatte, brummte aufdringlich.

Er aktivierte das Gerät und hörte einen seiner Leute:
+Ich checke gerade die Waffen, und ich sage dir, da hat einer dran gefummelt!+

Am Tonfall erkannte Von Rabenstein Osman, einen einäugigen Ex-Marine.
„Erzähle mir bloß nicht, die haben versucht, ihren klingonischen Mist hier einzubauen!“

+Ne, im Gegenteil! Das sind Mark-VIII-Disruptoren, in meiner Dienstzeit habe ich bloß Mark VI kennengelernt. Und die Energieeffizienz, Wahnsinn! Die Modulatorkupplungen – das ist neueste terranische Technik!+

„Und die Klingonen haben sie eingebaut?!“

+Laut Computerlog ja, die Veränderungen wurden in den letzten vier Tagen vorgenommen.+

Kavun fluchte. Richard hob die Augenbrauen. „Dass heisst, unsere plattenköpfigen ‚Freunde‘ haben einen Lieferanten gehabt. Einen Waffenlieferanten aus dem Herzen des Imperiums.“

Plötzlich drangen Schreie und Kampfgeräusche aus dem Kommunikator. „He! Was ist da los? Osman?!“

+Alles im Griff,+ tönte es zurück. +Hab so eine Plattenkopfratte gefangen. Versteckte sich in einer der Phaserrohre.+

Interessant, dachte Richard. Sehr interessant.


*** Einige Stunden später / Auf der Transmitterstation ***

Großinquisitor Von Rabenstein musterte den vor ihm an einen Stuhl gefesselten jungen Klingonen so emotionslos wie einen Stein am Wegesrand. Eigentlich war der Bursche noch ein Kind. Die langen rotbraunen Locken hingen ihm zerzaust über die Schultern, und die Uniform war ein wenig zu groß für ihn. Sein Gemütszustand war auch für jemanden ohne betazoidische Gene und spezielles Training zu durchschauen. Er war wütend auf die Terraner, wütend auf seine Leute, aber vor allem wütend auf sich selbst, dass er sich hatte fangen lassen und nun hier saß – wie ein Idiot! Anstatt einen glorreichen Tod auf dem Schlachtfeld gefunden zu haben! Es bedurfte nur ein paar kleiner dezenter Anstöße, um ihn dorthin zu manövrieren, wo der Großinquisitor ihn haben wollte…

„…daher hast du dich für sehr schlau gehalten, als du dich in den Phaserröhren versteckt hast. Es war auch schlau. Denn es gibt dir die Gelegenheit, an etwas Großen zu partizipieren,“ sagte Richard in fehlerfreien, nur etwas antiquiertem Klingonisch.

Der junge Klingone und rotzte einen Fluch aus.

„…Die Frage ist nur, wirst du bei diesem Großen auf der Seite der Gewinner oder der nichtswürdigen, ehrlosen Verlierer stehen. Wird dein bisher erbärmliches Leben einen Sinn gehabt haben, oder wirst du schlicht im Vergessen versinken, das über Verlierer hinwegzugehen pflegt.“

„Ich rede nicht mit dir, du terranischer Ptakh!!!“

„Dein Kommandant hat sich also mit einem Mittelsmann von Ferenginar getroffen?“
„Du Lügenmaul! NIE hätte er sich mit einen dieser Großohren-Krämer abgegeben! Er war aus dem Haus Kamoragh, dem Haus des letzten Imperators!“

„Du hast eben selbst gesagt, ein Unterhändler von Ferenginar.“

„Aber kein FERENGI!“

Richard hatte Befürchtungen gehegt, dass seine Verhör-Skills nach der lange Pause etwas gelitten haben könnten, aber wie sich zeigte, war das nicht der Fall. Sanft bugsierte er seinen Gefangenen noch etwas weiter in Richtung Ehrlosigkeit, ihn, seinen Kommandanten und die ganze Gruppe Rebellen, die diesen Transmitterposten erobert hatte…

„Wir haben mit einem Terraner verhandelt, mit einem stinkenden Terraner wie du einer bist!“

Danke. „Du willst behaupten, ein Terraner hätte mit euch Geschäfte gemacht? Euch Waffen geliefert?“

„Ich behaupte gar nichts!!!“

„Oh doch. Lass uns noch einmal von vorn beginnen. Bei dem Terraner auf Ferenginar…“

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  Zwischen Licht und Finsternis / Log 4 / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Jan-2023, 10:46 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Unbekannter Ort / Geheime Basis der Inquisition / Haftzentrale / Verhörbereich 6 / Raum 32 ***

Der metallische Geruch von Blut hing in der Luft. Von sehr viel Blut. Grünem Blut. Lasalle blickte angewidert auf den blutverschmierten Boden und die bespritzten Wände des Raums. Warum wurde hier nicht sofort nach dem Tod des Gefangenen eine Reinigung durchgeführt, damit das nächste Exemplar einem Test unterzogen werden konnte? Das war einfach nur Zeitverschwendung.
Professor Carrom, der Leiter der Waffentests, blickte angestrengt auf seinen Datenblock. Er spürte LaSalles schlechte Laune und wollte nicht Blitzableiter dieses Mannes sein.

PC: Nun Euer Exzellenz. Die Detonation der Granate setzte, wie projektiert, einen mentalen Impuls frei, der dazu führte, dass der Gefangene die ihm angebotene Waffe nicht gegen uns, sondern gegen sich selbst richtete. Der Impulsradius beträgt immerhin 10 m.

LaSalle schnaubte.

LS: 50 Meter wären diskutabel. Besser noch wäre ein planetarer Radius. Aber 10 Meter? Das Professor, ist indiskutabel. Ist das alles, was Ihre Forschungen über Mentalwafffen erbracht haben?
PC: Nun Sir, wir stehen ja noch am Anfang.
LS: Sie werden dafür sorgen Professor, dass der Wirkungsradius massiv erhöht wird. Oder ich muss mir Gedanken über die Auswahl der Testobjekte machen.
PC: Ich verstehe, Euer Exzellenz.
LS: Nein, Sie verstehen eben nicht. Die Inquisition muss wieder integraler Teil des Empires werden. Dazu benötige ich etwas, was dem Empire nützt. Ich muss damit vor den Imperator treten können. Ich benötige etwas, was seinem Ego schmeichelt und AUCH dem Militär nützt. Sonst wirft DeRaaf die Inquisition endgültig aus der Galaxis, sobald der Imperator ihm dazu die Erlaubnis gibt. Deswegen benötige ich brauchbare Ergebnisse. Die Sie mir bisher nicht liefern können, Professor.
PC: Bei allem notwendigen Respekt, Euer Exzellenz, aber dieser Romulaner verfügte über eine mentale Abschirmung und war daher..
LS: Ungeeignet. Zu schwach. Wir benötigen ein anderes Testexemplar.
PC: Nun Sir, da gäbe es höchstens noch Mitglieder des Klerus, aber…
LS: Ja Professor, das ist eine gute Idee. Ein Mitglied der Klerus, Ein ganz spezielles Mitglied. Eines, welches schon lange tot sein sollte.
PC: Sie denken doch nicht etwa….
LS: Doch Professor. An genau ihn. Diesen Agitator aus den Tiefen des Chaos. Aber aus Richard von Rabenstein wird bald ein Häufchen Elend. Ich werde ihn brechen. Ein Massaker an seinem verfluchten Geist und seiner bemitleidenswerten Seele. Und danach werden Sie ein ideales Testobjekt bekommen.
Einstweilen besorgen Sie sich einen Mönch, zum Üben.
PC: Wie Sie wünschen.

LaSalle verließ das Labor.


--------------------------------------------------------
Ortswechsel:


*** Unbekannter Ort / Geheime Basis der Inquisition / LaSalles Büro ***

„… dass dieses Imperium nur noch ein Schatten seiner einstigen Größe ist! Ein verrotteter, verkommener Schatten voller Dekadenz! Ein Sündenpfuhl! Das Terranische Imperium, das ausersehen war von der göttlichen Vorsehung, Wahrheit und Ordnung in die Galaxis zu bringen, ist zu einem Schlammloch geworden, in dem sich ihr Funktionäre und Militärs um die besten Möglichkeiten zur Bereicherung balgen! Es ist eine Schande! Es ist unwürdig! Dafür wird euch das Feuer der Hölle verbrennen! Im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit, ich verspreche euch, ich werde --“

Von Rabensteins Worte hallten in LaSalles Geist wider, wie in einer Endlosschleife. Die Signalanalysen hatten die ursprüngliche Quelle nicht ausmachen können, sondern nur all zu klar aufgezeigt, dass aus den wenigen Relais im Outer-Rim, welche die Worte dieses Dissidenten übertragen hatten, in den letzten Tagen Hunderte, wenn nicht Tausende Relais geworden waren. Hier war jemand mit großen Ressourcen am Werk, der von Rabenstein Worten wahrlich Flügel verliehen hatte. Aber wer dies sein konnte, war völlig unklar. Natürlich hätte LaSalle jedes einzelne Relais zerstören lassen können. Das hätte ihn aber in Konflikt mit DeRaaf gebracht, was LaSalle sich derzeit nicht leisten konnte. Zumindest das musste LaSalle widerstrebend zu geben.

Ein kurzes Signal aus dem HoloCom ertönte.

<Nachrichtenzentrale an seine Exzellenz, Prio 2, ich wiederhole, Prio2>

LaSalle schlenderte zum seinem Schreibtisch.

LS: Ich höre, Bruder Malmqvist?
BM: Euer Exzellenz, die Langsteckscanner haben eine Kommunikation , bzw. Bruchstücke einer Kommunikation aufgefangen. Sie war codiert, aber scheinbar gab es Lücken bei der Verschlüsselung.
LS: Konnte der Vektor angepeilt werden?
BM: Jawohl Euer Exzellenz. Der Vektor weist auf das Gebiet um Telleria hin.
LS: Dann lassen Sie hören.

In dem stark verrauschten Signal war sehr leise eine Stimme zu hören, welche klingonisch sprach.
<„Ich bin hier…..einen sicheren Platz.“>

LaSalle erkannte die Stimme trotz aller Störungen: Richard von Rabenstein.

LS: Gibt es noch weitere Daten?
BM: Nein Euer Exzellenz. Dazu ist das Signal zu stark beschädigt. Auch ist eine genauere Lokalisation des Senders, aufgrund der Fragmentierung des Signals nicht möglich.
LS: Ich danke Ihnen, Bruder Malmqvist. Sie haben sich gerade eine Beförderung zum Prior verdient.

LaSalle trennte die Verbindung zur Nachrichtenzentrale und aktivierte eine Verbindung zu den Inquisition-Sondereinheiten.

LS: LaSalle an Bruder Etheridge. Senden Sie ein Sonderkommando nach Telleria.
Eth: Euer Exzellenz. Bei allem notwendigen Respekt, aber das Telleria-Gebiet ist groß. Ich benötige hier ein paar Anhaltspunkte.
LS: Dann gehen Sie eben auf die Suche. Nach Raumstationen, Schiffen, Asteroiden-Basen. Was auch immer. Und sagen Sie dem Leiter des Kommandos, er solle es sich nicht wagen, ohne Ergebnisse zurück zu kommen. Oder die Mitglieder des Kommandos lernen Professor Carroms Labor von innen kennen. Habe ich mich deutlich ausgedrückt?
Eth: Es wird geschehen, Euer Exzellenz.
LS: Dann erwarte ich Ihre Rückmeldung. Ende

LaSalle lächelte ein Totenkopflächeln. So nahe war er von Rabenstein nicht mehr seit dessen „Tod“ gekommen.

LS: Bald schon werden wir uns wieder unterhalten. Über Qualen und deinen Tod, Richard von Rabenstein. Und dann wirst Du wieder zurück in jene Hölle fahren, aus der du wieder hervorgekrochen bist. Wo immer dies ist.

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 3
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sun-Jan-2023, 09:14 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** An Bord der Vindicator ***


Der Name war das einzige, was an diesem Schiff an Richards frühere Dienstkorvette erinnerte. Dies hier war ein aus Komponenten diverser anderer Schiffe – um nicht zu sagen – Schrotthaufen, zusammengelötetes Monstrum, dem nicht mehr als Warp 6 zu entlocken war, und das von außen anmutete wie eine tellurische Kröte, der man Gondeln an die Seiten geschraubt hatte. Die Innenausstattung war nicht viel besser.

Einer der Gefolgsleute des Großinquisitors, Kavun, beugte sich gerade über eine altmodische Konsole, auf die ein schrundiger Screen aufgepflanzt worden war. „Sonde hat ihr Ziel fast erreicht. Tarnfeld stabil,“ verkündete er.

Das dauert schon eine halbe Ewigkeit, dachte Richard. Diese Technik war eine frustrierende Angelegenheit. Wann endlich würde er wieder Zugriff auf Hightechausrüstung haben?! Nun, gewiss nicht auf dieser Transmitterstation, beantwortete er sich selbst die Frage, während er das noch verschwommene Bild betrachtete, das die Fernsensoren vor einer halben Stunde geliefert hatten. Bevor die Vindicator sich auf ihre versteckte Position hinter einem der Monde des äußersten Planeten in diesem erbärmlichen System begeben hatte. Die Station jedenfalls sah nicht besser aus als ihr Schiff, zumal sie noch zusätzlich durch das kürzliche Gefecht beschädigt worden war.

„Ziel erreicht. Unterer Stutzen des Reaktorkerns. Ich gebe die Steuerungsbefehle für die Verankerung der Klammern durch…“ Es dauerte einige Minuten, ehe auf der Konsole ein aufleuchtendes Licht den erfolgreichen Empfang der Befehle verkündete. Richard fragte sich, wie bei der Heiligen Dreifaltigkeit mit dieser primitiven Technik überhaupt jemals irgendwelche Erfolge in der Raumfahrt hatten erzielt werden können!

Letztlich brauchte Kavun zwei Anläufe, ehe die kleine Sonde verankert war und der nächste Schritt eingeleitet werden konnte. „Sequenz gestartet, Exzellenz.“ Endlich wandte der Mann sich um. „Die Höckerstirnen da drüben werden gleich ne böse Überraschung haben.“


*** An Bord der Transmitterstation ***

Die kleine klingonische Rebellentruppe hatte die Einnahme der imperialen Transmitterstation gebührend gefeiert. Die Zwei, die heute Dienst hatten, um die Perimeterüberwachung zu gewährleisten, kämpften in erster Linie mit ihrem Kater. Ihr Mittelmann hatte gute Waffen geliefert, und dass sie ein kleines Kontingent davon in zwei originale Exzellente Fässer Blutwein reinvestiert hatten, konnte ihnen ja schließlich keiner verwehren. Wer kämpfte, hatte nach dem Sieg auch ein Recht zu feiern und seine glorreichen Taten zu besingen!

Auf einer der Konsolen heulte ein Signal auf. Die davor stehende Frau antwortete mit einem ebenso martialischen Geheul und brachte es dann mit einem Fausthieb auf die Technik zum Schweigen. Die Ruhe währte nur kurz, dann war das penetrante Signal wieder da.

„Was ist das? Stell es ab!“ raunzte ihr Kompagnon.

„Jemand ruft uns,“ fauchte sie zurück.

„Lass sehen! Vielleicht schießen wir den gleich ab, als Morgenübung!“
Beide lachten und schlugen sich gegenseitig auf die Schultern, während sich auf dem Schirm vor ihnen das von Störungen zersetzte Bild eines menschlichen Mannes in schwarzer Kleidung aufbaute.

„Terranischer Bastard.“ Die Frau spuckte aus.

„Was will der Sack?! Soll ich die Torpedos feuern?!“ Seine Finger spielten in sichtlicher Vorfreude um die Kontrollen.

„Warte. Er sagt irgendwas… von einer Selbstzerstörung?!“ Ich versuche, das Signal klarer rein zu bekommen. – Ruf K‘Tog!“


*** An Bord der Vindicator ***

Richard von Rabenstein wartete, bis die Kretins auf der anderen Seite ihren Rädelsführer herbeigeschleppt hatten. Dann wiederholte er, was er eben schon gesagt hatte. Er war froh, fehlerfreies Klingonisch sprechen zu können. Sprachen waren eine seiner Begabungen gewesen, denen er seine Karriere verdankte. Da das Terranische Imperium nie den Universaltranslator entwickelt hatte – in der Meinung, die Anderen sollten gefälligst Terranisch lernen – waren sprachfertige Diplomaten unabkömmlich gewesen.

„Sie haben einen Selbstzerstörungmechanismus an Bord der Station. Ihnen bleiben 15 Standartminuten, das Objekt zu räumen.“ Natürlich glaubten sie ihm nicht. „Richten Sie Ihre internen Sensoren auf die Signatur aus, die Ihnen jetzt übermittelt wird.“ Er gab seinem Gefolgsmann ein Zeichen, der daraufhin eine Zahlenfolge übermittelte, die den Koordinaten ihrer Sonde entsprach. „Ich bin hier, um Ihnen zu helfen. Ich biete Ihnen einen sicheren Platz.“

Offenbar schafften sie es, das Signal der angeblichen Selbstzerstörung anzupeilen, denn der Großinquisitor konnte die heftige Auseinandersetzung verfolgen, die sich in der Kommandozentrale der Transmitterstation abspielte.
Er ließ die Verbindung unterbrechen. „Kavun, hier ist alles vorbereitet?“

„Selbstverständlich. Ezra und ich haben alles im Griff. Sobald die Plattenköpfe an Bord sind, aktiviere ich damit den Antrieb. „Er hielt eine Fernsteuerung hoch. Die Kontrollen sind blockiert, sie werden sie so schnell nicht frei bekommen. Und schwupp – sind sie hunderte von Lichtjahren weit weg!“

„Und wir an Bord der Transmitterstation,“ vollendete Richard emotionslos.

„Sie müssen nur ihre verdammten Schilde—„

„Kavun.“

„Verzeihung, Exzellenz. Also, sowie sie die Schilde senken, krieg ich sie!“

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  Zwischen Licht und Finsternis / Log 2 / Sir Waltham
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sun-Jan-2023, 12:30 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Outer Rim / Carenna Ventaris System / Planet Nova Nevada / Insel-Archipel vor dem Hauptkontinent

Der Teil des Randbezirks der Galaxis, in welchem sich das Carenna Ventaris System befand, galt als am Ar… der Galaxis gelegen, völlig uninteressant aber idyllisch gelegen.
Auch der Planet Nova Nevada konnte durchaus idyllisch sein. Wenn man Sommertemperaturen von +75 Grad Celsius in der Zentralwüste und Tiefsttemperaturen von bis zu -80 Grad im Winter für idyllisch hielt. Über dem Inselarchipel vor dem Hauptkontinent gelegen, tobte ein Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h, Diesem konnte so mancher Winterliebhaber durchaus etwas abgewinnen.
Reich geschnitzte Deckenbalken, schwere Holzmöbel, ein flackerndes Kaminfeuer und der Geruch edelsten Pfeifentabaks, all dies fehlte in dem riesigen Büro, welches sich gut 700 m tief unterhalb der Oberfläche befand. All dies, bis au den Geruch des Pfeifentabaks, dessen Rauch aus dem Kopf einer Pfeife aus edelstem Silber entstieg und von einer hervorragenden Klimaanlage an der Decke des karg mit Möbeln aus Stahl und Glas eingerichteten Raumes, abgesaugt wurde.
Kleine Deckenlampen von harter stechender Intensität. rissen den Schreibtisch, welcher lediglich aus einer schwebenden Glasplatte sowie einem Holoprojektor bestand, aus der bläulichen Dunkelheit des Raumes. Hier sollte sich nicht entspannt, sondern gearbeitet werden. Der Raum diente eher der Bequemlichkeit des Geistes, nicht des Körpers.
Der Mann, welcher an jenem Schreibtisch saß, war ein eindrucksvolle Erscheinung: Uber 2,10 m groß, grauhaarig , eisgraue Augen, bartlos. Seine Stimme, welche während des Diktierens eines Textes, durch den Raum drang, hatte die Tonlage eines tiefen Basses.
Der Mann stand jetzt auf und ging zu einem kleinen Schwebetisch um sich dort, in ein edles Kristallglas, aus einer ebenso edlen Karaffe , Wasser einzuschenken und mit einem Zug zu leeren.
Ja, Sir Walter Edward Waltham, Earl of Henderson House, könnte eigentlich zufrieden sein. Zufrieden mit seiner Position als inoffizielle, oberste Rechtsinstanz auf diesem Planeten. Dem ungeheuren Respekt, den ihm die einfachen Bergleute auf diesem Planeten entgegenbrachten, obwohl sie ihn nur seltenst zu Gesicht bekamen. Mit dem Einfluss welchen er auf die einzelnen Widerstandszellen in der Galaxis durch sein Informationsnetz ausübte, ohne dass diese überhaupt von seiner Existenz wussten. Mit dem was er tun konnte, ohne auch nur seine „Festung“ verlassen zu müssen.
Ja er könnte zufrieden sein, gäbe es da nicht die Ineffizienz so mancher Widerstandzellen. Ihre ideologische Verbelendung ließ sie die Notwendigkeiten einer effizienten Kriegsführung nicht erkennen. Und Ihr Idealismus war eigentlich eher Dilettantismus. Nein, damit konnte Sir Waltham nicht zufrieden sein.
Doch es gab seit einiger Zeit Hoffnung. Hoffnung jedoch nicht aus den Reihen des Militärs. Nein die Stimme, welche jetzt durch den Raum drang, gehörte einem Kleriker.

… dass dieses Imperium nur noch ein Schatten seiner einstigen Größe ist! Ein verrotteter, verkommener Schatten voller Dekadenz! Ein Sündenpfuhl! Das Terranische Imperium, das ausersehen war von der göttlichen Vorsehung, Wahrheit und Ordnung in die Galaxis zu bringen, ist zu einem Schlammloch geworden, in dem sich ihr Funktionäre und Militärs um die besten Möglichkeiten zur Bereicherung balgen! Es ist eine Schande! Es ist unwürdig! Dafür wird euch das Feuer der Hölle verbrennen! Im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit, ich verspreche euch, ich werde --“

Sir Waltham wandte sich an seinen Sekretär, Harvey Miles, einen ehem. Marine der Raumflotte, welcher wie eine dunkle Statue neben der Tür zu den Privatgemächern des Earls stand.

SW: Dieser Richard von Rabenstein gefällt mir immer besser. Haben Sie dafür gesorgt, dass seine Botschaft auch bis zu den inneren Systemen gelangt?
Miles nickte.
Mi: Jawohl Sir. Wir haben auf Ladraka IV eine äußerst fähige Hackertruppe gefunden. Fähig und bis auf die Knochen korrupt. Diese haben sich in das imperiale Comnetz gehackt und übertragen jetzt , über 12 Relais, von Rabensteins Botschaft.
SW: Gut. Wie heißt es so schön? Wenn Du gegen ein korruptes Regime kämpfst, nutze die Korruption selbst.
Mi: Eine Weisheit von Sun Tsu?
SW: Nein, die Worte eines meiner Vorfahren.
Mi: War er Admiral, MyLord?
SW: Nein, Steuerberater

Sir Waltham begab sich zu einem Fenster, durch das man, angelegt in einer riesigen Höhle, einen üppigen Garten erblicken konnte. Waltham wies mit dem Finger auf die riesige, goldfarbene Blüte eines mannshohen Busches.

SW: Sehen Sie diese Blüte? Der Bhanskrebb-Busch blüht nur alle 10 Jahre für einen einzigen Tag. Dann zerfällt seine Blüte zu feinem Staub , sowie eine Nova ihr Leben in einem letzten Crescendo aushaucht und zu etwas Unscheinbarem wird. Ein wundervolles Aufblühen und ein feuriges Ende.
Anders als das Dahinsiechen des Imperiums, welches langsam zerfällt und verrottet, wie die absterbenden Blätter einer Sumpfpflanze. Zerfressen vom Schimmel der Korruption und der Selbstgefälligkeit. Zerwühlt von Maulwürfen wie dem Imperator. Zernagt und ausgesaugt von Insekten wie dem Adel und der Inquisition. Und das größte Insekt von allen ist LaSalle. Doch ich werde ihn zerquetschen. Mit den Händen anderer.
Mi: Mit den Händen Richard von Rabensteins?
SW: Nein, Richard von Rabenstein ist eher ein Mann des Geistes und des Planens. Und genau das ist sein Vorteil. Er hat etwas, was die blassen Bürokraten, die arroganten Militärs sowie die parfümierten Bischöfe des Imperiums nicht haben: Eine klare Mission, welcher er alles unterordnet: Die Wiedergeburt des Imperiums. Er ist eher der Nutzer, als das Werkzeug, Aber ich kann ihm das Werkzeug zugänglich machen.
Mi: Sollten wir Ihn dann nicht schnellstens kontaktieren? Schon um zu sehen, ob er wirklich Richard von Rabenstein ist? Zumal dieser ja offiziell verstorben ist und er ein Staatsbegräbnis bekommen hat.
SW: Es ist völlig gleichgültig, ob von Rabenstein aus der Hölle, oder aus dem Chaos zurück gekehrt ist. Wichtig ist nur seine Existenz. Und selbst wenn sie nur virtuell sein sollte. Alles was zählt ist sein Ruf. Und aus diesem Grund werden wir ihn auch nicht direkt kontaktieren. Er wird von uns wissen. Er wird sehen, welchen Vorteil unser Engagement ihm bringt. Und dann wird er uns kontaktieren. Jedoch nur, wenn es für ihn von Vorteil Und wenn er sich nicht meldet, dann bringt es ihm keinen Vorteil uns zu kontaktieren. Und eine erzwungene Zusammenarbeit mit ihm würde uns dann ebenso keinen Vorteil bringen.
Mi: Aber wir wollen doch genauso wie er, dass die Regierung des Imperiums entfernt wird?
SW: Wie wissen nur rudimentär was von Rabenstein wirklich will. . Und eines müssen wir immer sehen: Man kann diesen Krieg nicht mit Emotionen gewinnen. Nicht mit Sympathie. Sondern nur mit glasklarer Deduktion und Planung Es ist wie im Geschäftsleben: Verbünde Dich nur dann mit jemandem, wenn es Dir Vorteile bringt. Revolutionen werden am Ende eben nur durch Vorteile gewonnen.
Mi: Wir warten also?
SW: Exakt Miles, exakt.
Mi: Warten, Sir, ja auf dem abgesicherten Kanal warten die Vertreter der Ogwil-Minengemeinde, sowie der Bürgermeister von Dwalmdeep auf Ihren Rat bezüglich der Wasserrechte.
SW: Ich werde mich in 10 min. diesem Problem widmen. Danach ist die Stunde gekommen, welche ich für Debussy reserviert habe. Ich danke Ihnen Miles, ich benötige Sie heute nicht mehr.

Miles verbeugte sich und verließ den Raum. Sir Waltham stand noch einige Minuten vor dem Fenster, wie eine antike Statue in absoluter Reglosigkeit. Doch in seinem Kopf tobte ein Sturm aus Informationen und Möglichkeiten, welche seinen Geist anregte.

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  MISSIONSSTART Zwischen Licht und Finsternis
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Tue-Dec-2022, 09:43 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

NRPG: Also, sollte so ein Mix von meinem und eurem Vorschlag werden =)

RPG:
*** Gavidian ***


Richard von Rabenstein deaktivierte das Holodisplay des Datenlesegerätes. Nun erhellte nur noch eine altertümliche Tranfunzel das spartanische Fels’gemach‘. Sie mussten Strom sparen, oder die Tarnfelder würden bald ganz ausfallen.

Die Nachrichten, die ihn aus dem Imperium erreicht hatten, waren ebensowenig dazu angetan, ihn zu beruhigen. Es hieß, dass der entmachtete und untergetauchte LaSalle eine Armee von psionischen Augments aufbaue. Und selbst, wenn nur ein Bruchteil davon wahr war… Richard erschauerte. Während leichte genetische Modifizierungen erlaubt waren, auch in Richtung wie sie an ihm vorgenommen worden waren, so dass er über empathische Fähigkeiten verfügte, so waren Eingriffe, die Voll-Telepathen erschaffen konnten, die reine Häresie. Sämtliche Forschungen und Experimente dazu standen auf dem Index und wurden streng geahndet. Von Natur aus telepathische Spezies wie die Betazoiden mussten Inhibitoren tragen, sobald sie sich im Gebiet des Imperiums bewegten. Zumindest in dem Universum, aus dem es ihn hier her verschlagen hatte….
Herrschten hier andere Gesetze diesbezüglich? Es war einerlei. Gotteslästerung in jedem Universum!

Überhaupt, dachte der Inquisitor Maximus Electus, war diese Welt ein Sündenpfuhl, den er auszutrocknen gedachte. Das Imperium sollte zurück zu seiner wahren Größe finden, zu seiner Bestimmung! Er wandte den Kopf zur Seite, wo die glatten Felswände im flackernden Licht der Funzel seine Gestalt spiegelten. Die kalte Schönheit eines Erzengels, der sich bereitmachte, das Übel auszurotten.

Jemand betätigte den Türklopfer. Richard warf einen Blick in den Bildschirm der draußen angebrachten primitiven, aber ihren Zweck erfüllenden Kamera und öffnete dann. Das vor fünf Tagen ausgesandte Team, das die Absturzstelle untersuchen sollte, war endlich zurück! Allein.

„Es gab nichts mehr, was wir für den Piloten des Schiffes tun konnten,“ berichtete der Leiter der Expedition, ein drahtiger, dunkelhäutiger Mensch namens Kavun. „Er war vermutlich schon tot bei der Bruchlandung. Seine Spezies habe ich noch nie gesehen.“ Er reichte dem Inquisitor ein Bildaufzeichnungsgerät, dass ebenso antik wie die Kamera über der Tür war.

Richard rief ein Foto nach dem anderen mit raschen Fingerbewegungen auf. Er fand es überraschend, wie schnell man sich doch an niedere Standards der Quasi-Steinzeit gewöhnte! Auch er hatte diese Spezies noch nie gesehen. Das Individuum wirkte wie eine Mischung aus Humanoide und Pflanze, mit borkenartiger Haut und tentakelartigen Auswüchsen an den Armen. Das Schiff war ein Schrotthaufen. So viel zu der Hoffnung, verwertbare Teile ausschlachten zu können!

„Wir schätzen, dass er vor irgendetwas auf der Flucht war. Das kleine Schiffchen hatte Einschläge von Phaserfeuer, die rechte Warpgondel war abgetrennt, vermutlich ebenfalls durch Beschuss,“ berichtete Kavun weiter. Er kannte sich aus; er war einst Ingenieur in der terranischen Flotte gewesen, bevor ihn Spielschulden zu einem Diebstahl brachten und er im Gefängnis landete – aus dem ihn erst der Krieg befreit hatte. „…Außerdem wies die Hülle an mehreren Stellen die typischen Belastungssymptome von einem langanhaltenden Traktorstrahl auf.“

„Also war ihm jemand auf der Spur,“ resümierte Richard. Und dies bedeutete, sie mussten diesen Planeten umgehend verlassen. „Irgendwelche Hoheitszeichen entdeckt?“

„Nein, Exzellenz. Der Konfiguration nach war es ein Shuttle, mit kurzer Reichweite. Ältere Bauart, höchstens Warp 6.“

Wer auch immer nach dem Schiff und seinem Insassen auf der Jagd gewesen war, es war gut möglich, dass hier bald ein Suchkommando herumschnüffelte. Oder dass man ihr Refugium ohnehin schon entdeckt hatte! „Kavun, mach unsere Yacht startklar. Es ist Zeit, diese ungastliche Eiswüste hinter uns zu lassen.“

Natürlich war ‚Yacht‘ für das aus dritter Hand erworbene ehemalige Scoutschiff sicher auch etwas übertrieben, aber Richard fand, dass Erbärmlichkeit, beziehungsweise Größe in weiten Teilen eine Sache der inneren Einstellung war. Wer sich in diesem Universum erst damit abfand, dass er ein armes getretenes Opfer war, WAR genau ein solches. Er, der Inquisitor Maximus Electus, war es nicht, auch wenn er hier auf einer rostigen Kiste anstatt auf seinem Amtsthron saß, und die Schar seiner ergebenen Diener gerade einmal 20 Frauen und Männer ausmachte.

„Wir sind bereit, für Euch zu sterben, Exzellenz,“ versicherte Kavun inbrünstig.

„Das ist löblich, aber im Augenblick liegt mir mehr an einer lebenden Armee als an Märtyrern.“

„Aber … aber wohin wollen wir?“ Er schien angenommen zu haben, in ein glorreiches Selbstmordkommando zu marschieren.

„Nach Telleria. Laut meiner letzten Informationen wurde die Raumstation dort kürzlich von klingonischen Rebellen eingenommen.“

Das Reconnaisanceteam verzog die Gesichter. Sie mochten selbst gejagte Flüchtlinge sein, aber dennoch hielten sie sich für bedeutend höherwertiger als alle Nicht-Menschen. „Exzellenz,“ flüsterte eine asiatische Frau mit Igelfrisur voller Abscheu. „Es sind… Klingonen."

"Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter."

"... Kampfmaschinen, Tiere voller niederer Instinkte… Es heisst, sie reissen den Feinden das Herz aus dem Leib und-„

„Ich habe nicht vor, sie im Zweikampf niederzuringen,“ schnitt Richard ihr das Wort ab, ehe sie sich in weiteren üblen Ausmalungen ergehen konnte. „Sondern mit dem Verstand. Mit List. Mit den Waffen des Geistes. – Gut, seht zu, dass wir so rasch es geht startklar sind und macht die Minen einsatzbereit. Hier darf nichts von uns zurück bleiben.“

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  Rückkehrer Abschlusslog Sareth
Geschrieben von: Sareth - Sun-Nov-2022, 08:35 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

*** USS Picard/ Quartier von Admiral T’Khellian***

Was hatte LaSalle mir da früh um sechs ‘serviert’, nachdem ich sozusagen gerade den ersten Schluck Kaffee in mir aufgenommen hatte?!

„Das ist interessant,“ sagte ich, die Augen noch auf dem Padd. „Das würde bedeuten, dass die tieferen Subraumschichten nicht nur temporal im Fluss sind sondern auch porös, was den Durchgang zu anderen Universen anbelangt. Es gab ja schon solche Theorien in Punkto der Kontakte mit diversen Paralleluniversen…“

„Ja, ich erinnere mich an die Thesen von Goldstein und Zheng-Fu. Ich hielt sie damals eher für wenig plausibel,“ entgegnete LaSalle und unterdrückte ein Gähnen. „Verzeihung. Ich wurde etwas unsanft aus dem Schlaf gerissen.“

Ich lächelte. „Sie, oder besser wir alle, haben uns ein paar Tage Landurlaub redlich verdient!“ Die Angaben von unserer Chefingenieurin faszinierten mich. „Wahrscheinlich existiert die Lebensform von Eins zwischen all diesen Realitäten. Das erklärt die seltsamen Fluktuationen in der Quantenoszillation, die wir in den letzten Tagen vermehrt um unsere beiden Schiffe registriert haben. Lt.Cmdr. Makan und ich vermuteten bereits spatiale Spannungen im Nanobereich, die durch das Auftauchen der Wellington verursacht wurde. Aber nun….könnte das Problem weitaus größer sein.“

„Allerdings,“ stimmte Lasalle mir zu. „Wenn Eins länger hier verharrt, könnte die Stabilität unseres Universums dauerhaft Schaden nehmen.“

„Zum Glück ist unsere Rückkehroperation in wenigen Stunden startklar. Makans Team hat die Angaben von Eins in die Steuerung der Wellington implementiert und das Schiff hat seine notwendigen strukturellen Verstärkungen erhalten. Eine wirklich bemerkenswerte Zusammenarbeit. Bedauerlich, dass wir sie nicht intensivieren können.“

„Vielleicht ergibt sich in einigen Jahrzehnten die Möglichkeit zu einem … Zweitkontakt.“

„Ich hoffe es. Wir könnten so viel von einem Austausch mit Eins lernen. – Ich habe gestern noch mit Dr. Silvain gesprochen: auch sein Team hat alles für die Rückkehr der Besatzungsmitglieder vorbereitet. Da die meisten Menschen sind, wird die Gedächtnislöschung keinerlei Probleme bereiten. Die übrigen Spezies, darunter Captain Kvoma, erhalten eine speziell auf sie abgestimmte Behandlung. Sie werden dann im betäubten Zustand auf die Wellington transferiert, in die Nähe ihrer Stationen. Wenn sie in ihrer Zeitlinie wieder auftauchen, wird es aussehen, als ob sie infolge einer plötzlichen Beschleunigung inklusive Ausfall der Trägheitsdämpfer das Bewusstsein verloren hatten.“

„Und die Logeinträge? Die Suche nach der Superwaffe?“

„Nun… ich habe mir mit Lt. Jefferson erlaubt, die Einträge entsprechend zu modifizieren.“

„Oh, Admiral T’Khellian eine Fälscherin.“ LaSalle grinste und trat zum Replikator, um sich auch einen Kaffee zu hohlen. „Haben Sie bolianischen Espresso im Programm?“

„Ich denke schon, probieren Sie es aus! – Was die Logs anbelangt: das von der Wellington verfolgte klingonische Schiff ist aufgrund massiver Wechselwirkungen zwischen dem Antrieb und dem Energieoutput des nahen Neutronensterns zerstört worden. Es gab keine Hinweise auf irgendwelche Waffen oder Ähnliches. Gleichzeitig haben die Sensoren Funksprüche der romulanischen Forschungsstation aufgefangen, die klar zeigen, dass dort keine Waffe beherbergt wurde, sondern die Gerüchte simple Fake-News waren. Das söllte Eins und diese Spezies schützen.“

LaSalle grinste hintergründig, während er den Espresso aus der Ausgabe hob. „Sie haben Ihr Einsatzfeld verfehlt, Sareth. Wie wäre es mit einer zweiten Karriere in der Starfleet Intelligence Counter Espionage Division?“

„Nein danke, ich bin zufrieden, wo ich bin. Zumindest meistens, wenn ich nicht gerade eine Marathonsitzung mit dem Budgetausschuss habe.“



*** Zwölf Stunden später ***

Die Arbeiten waren abgeschlossen und die Crew der Wellington sämtlichst auf ihr altes Schiff gebracht worden – in ihre Quartiere oder vorsichtig neben ihre Stationen drapiert. Ein abschließender Sicherheitscheck war gelaufen und der Maschienenraum sowie die Sensorik hatten grünes Licht gegeben. Die Crew der Picard war auf der Brücke, oder soweit möglich, in der Beobachtungslounge anwesend.

Eins schien eine Abschiedsvorstellung geben zu wollen. Wie ein glitzernder Teppich umhüllte sie (oder er/es???) die Wellington, wogte dann in Regenbogenfarben, bevor sie sich an den Warpgondeln und dem Deflektor in Tiefrot konzentrierte. Ich verfolgte den Anstieg des Energieniveaus. Die Wellington schien zu verschwimmen, ihre Konturen zu verlieren. Die Sensoren der Picard maßen massive Subraumstörungen und Chronitonpartikel.
Ich gab den Befehl, den Sicherheitsabstand zu vergrößern und die Schilde auf Maximum zu setzen. Dennoch vibrierte der Boden unter unseren Füßen unter dem Ansturm der energetischen Felder, die sich in einander verwirbelten. Schließlich blitzten sie noch einmal auf und – wie in einem antiken Zirkustrick – war die Wellington verschwunden. Das Areal, wo sie eben noch gewesen war, lag in friedlicher Schwärze vor uns.

„Mr. Jefferson, Status?“ fragte ich.

Er gab ein nüchternes Protokoll der gemessenen Energie und Partikeldichte. Entgegen dem Bild, das sich unseren Augen bot, tobte im unsichtbaren, subatomaren Bereich noch ein erheblicher Sturm. Wir ließen die Schilde auf Maximum wegen der erhöhten Gammastrahlung.

„Hoffen wir, die Wellington und ihre Crew sind sicher in ihrem Universum gelandet…“ murmelte der neben mir sitzende LaSalle.

Jefferson drehte sich von der Sensorikkonsole um. „Admiral, was ist eigentlich mit UNSERER Wellington geworden, also, der aus unserem Universum?“

„Sie verschwand tatsächlich während eines Gefechtes in der Neutralen Zone. Nur ein paar Rettungskapseln wurden geborgen, darunter jene mit Captain Kvoma,“ entgegnete ich. „Man ging davon aus, dass sie zerstört worden war, da auch Trümmer geborgen wurden. Letztendlich…“

„…kann sie auch in irgendeinem anderen Universum aufgetaucht sein,“ vollendete LaSalle. „Wer weiß….“

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  Rückkehrer / Log 27 / LaSalle
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Fri-Oct-2022, 10:54 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Antworten (1)

USS Picard B / Sci-Labor

LaSalle war nicht erbaut. Nicht genug damit, dass es 3 Uhr nachts war. Auch nicht genug damit, dass man ihn mit einer Notfallmeldung aus dem Bett geholt hatte. Nein, jetzt stand LaSalle auch noch im Schlafanzug im Wissenschaftslabor und blickte in das vor Munterkeit und Wachheit geradezu strahlende Gesicht von Lt. Makani. Im Holofeld drehte sich das Abbild einer komplexen Struktur.
LaSalles Stimmung war nicht die Beste.

LS: Lt. Makani, was sehe ich mir da an?
Ma: Nun Sir, es stellt sich uns doch nicht nur die Frage , ob wir die Wellington wieder in die Vergangenheit und wenn ja zu welchem Zeitpunkt zurück bringen können.
LS: Exakt.

Lt Makani zeigte auf eine Formel auf einem Padd.

Ma: Wenn wir mit der vorhergesehen Energiematrix durch die Subraumbarriere tauchen, gibt es einen negativen Koeffizienten im Albright-Theorem. Daraus folgt: EINS wird die Wellington und ihre Crew nicht an den exakten Raumzeitpunkt zurück bringen können, ohne die Gesetze der Physik zu verletzen.
LS: Das wurde mir bereits vermittelt.
Ma: Außerdem gibt es ja keinerlei historischen Hinweise auf eine Rückkehr der Wellington.
LS: Was nicht unbedingt relevant sein muss.
Ma: Nun Sir , bei all diesen Betrachtungen haben wir eins übersehen.
LS: Das wäre.?
Ma: Wir haben bei den Untersuchungen des Schiffes alles in Betrachtung gezogen. Temporale Divergenzen, Paralleldimensionen …doch alles sah normal aus und konnte auf nicht suspekte Ursachen zurück geführt werden.
LS: Lt. Makani, es ist 03:15 Uhr in der Nacht.
Ma: Wir haben uns geirrt. Es gibt ein Material, welches ein untrüglicher Indikator für Materialherkunft ist.
LS: Lt, Sie haben noch 30 Sekunden.

Makani wies auf das Hologram.

Ma: Sie wissen, was das ist, Sir?
LS: Das ist, wie man unschwer erkennt, Dilithium.
Ma: Exakt Sir. Nun, die Strukturformel von Dilithium lautet: 2.5.6-Dilizium-2.:.1-Diallosilikat-1:9:1-Heptoferranid.
LS: Und?
Ma: Ich habe mir einmal die Strukturformel der Überreste der Dilithium Fokus-Kristalle am MAAM-Richtgestell der Reaktionskammer der Wellington angeschaut.
LS: Und?
Ma: Die Strukturformel des dort verwendeten Dilithiums lautet : 2.5.6-Dilizium-2.:.1-Diallosilikat-1:9:1-Pentoferranid.
LS: Moment. Pentoferranid? Das kann ja wohl nicht sein! Das würde dem Antimateriestrom einen Widerstand entgegen setzen. Und die Folgen wären klar.
Ma: In unserem Bezugssystem wäre das nicht möglich. Aber in einem anderen System sehr wohl.
LS: Nun, wenn man bedenkt, dass das Schiff durch eine massive, temporale Verzerrung gegangen ist.
Ma: Ich gebe zu bedenken, dass die Temporal-Koerzitivitäts-Feldstärke, welche so etwas verursachen würde, schon gar bei einem so stabilen Material wie Dilithium, so hoch wäre, dass sie sämtliche Strukturen im Umkreis von 2 Lichtjahren zerstören würde.
Daraus ergibt sich: Wenn wir die Wellington zurück in ihre Zeit schicken, wird sie dort ankommen, Jedoch nicht in unserem Kontinuum. Denn sie war niemals dort, da sie aus einem anderen Kontinuum stammt.
LS: Und deswegen gibt es auch keine Hinweise auf eine Rückkehr.
Aber wenn dem so ist. Wie passt dann Deventer ins Bild?
Ma: Dies entzieht sich meiner Kenntnis.
LS: Möglicherweise haben Deventers Auftraggeber hier doch ihre Finger im Spiel gehabt. Das wird jedoch schwer zu beweisen sein. Nun wir sollten Fleet-Admiral t´Khellian informieren.
Ma: Ich gehe sofort zu ihr.
LS: NEIN. Nicht vor 08:30 Uhr. Es genügt, dass ich hier im Schlafanzug stehe.

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  Zwischenlog 2
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sun-Oct-2022, 08:04 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Gavidian-System ***

Das blaßviolette Licht des weißen Zwergs, der diese ferne Sonnensystem mehr schlecht als recht beleuchtete und erwärmte, tauchte den Mann auf dem windgeschliffenen Felsvorsprung in harten Kontrast. Dämpfe waberten von dem schmalen Flusslauf unterhalb von ihm nach oben, reicherten sich mit dem Staub oxidierten Eisens und anderer Mineralien an, der sie gelblich-rot färbte. Wie Ausdünstungen der Hölle.

Richard von Rabenstein kniete nieder und streckte die rechte Hand in Richtung des Dunstes. Die durch die Bewegung ausgelösten Luftströme trieben die rötlichen Schwaden für einen Augenblick zur Seite. Er delektierte sich am metaphorischen Gehalt der Szenerie und richtete sich wieder auf, eine schmale, schwarzumhüllte Gestalt im harten Licht.

Inquisitor Maximus Electus, dachte er und vertiefte sich in das Siegel seines Amtsringes. Einer der Aufrichtigen war gestorben, um ihm das Schmuckstück zu überbringen. Eigentlich sollte ich in meinem Palais in Rom sein, die Tiefen des Glaubens ausloten, Sermones verfassen, Gesandte empfangen… Ich sollte mich um die Reinheit des Glaubens und die Stärke des Terranischen Imperiums kümmern…

Stattdessen saß er hier in einer primitiven Wohnhöhle, die seine Gefolgsleute von den noch primitiveren ungläubigen Ureinwohnern konfisziert hatten! Doch seine Aufgabe, seine MISSION war von all der Adversitas nicht berührt. Noch immer oblag ihm die Rettung der Kirche und die Rettung des Imperiums. Daran würden weder marodierende Borg, klingonische Rebellen, verräterische Romulaner oder LaSalle’s Killerkommandos etwas ändern!

Vor gut einem Jahr war er hier angekommen, mit einer Handvoll Flüchtlinge, die er mit einem Betrugsmanöver vor dem Sklavenmarkt bewahrt hatte. Der Zweck heiligte die Mittel. Seither saß er hier, knüpfte dezente Beziehungen zu möglichen Verbündeten und setzte flammende Reden in das interstellare Transmitternetzwerk ab. Einer der Geretteten war ein Transceivertechniker gewesen, und verstand es meisterhaft, Programme mittels anderen Programmen an Bord von ahnungslos vorbeifliegenden Schiffen zu schmuggeln, die dann dort, sobald Kontakt zu einem Netzwerk erkannt wurde, ihre eigentlich Botschaft absendeten, ohne dass man sagen konnte, von wo sie gekommen war.

Von Frank Hammerton hatte Richard seit Monaten nichts gehört. Der Colonel war in den Vairis-Sektor aufgebrochen, nachdem ihm ein dubioser Waffenhändler weisgemacht hatte, dort sei ein intaktes Drohnengeschwader verborgen worden und ‚warte‘ auf kundige Hände nebst neuen Zielen. Richard schätzte, dass Hammerton in die Falle eines lokalen Warlords getappt war, der unterdessen seine Flottille in Einzelteile zerlegt hatte und auf dem Schwarzmarkt verhökerte.
Der Großinquisitor wandte sich um und ließ den Blick über die Einöde aus schwarzem Fels, waberndem Dunst und glänzenden Eisflächen schweifen. Die Gegend war so abweisend, leer und kalt wie ein Gräberfeld.

Doch plötzlich, für einen winzigen Moment, schien das Bild, das sich dem Auge bot, zu zittern. Ganz im Süden seines Blickfeldes, dort, wo ein bedrohlicher Felsen in den Himmel ragte, glänzten für einen Sekundenbruchteil warme gelbliche Lichter. Richard presste die Lippen zusammen. Ihr holographisches Abschirmfeld war instabil. Das könnte sich als tödlich erweisen, falls Spionagesonden sich in die Umlaufbahn begaben.
Aber ihre Energiereserven gingen zur Neige. Das Dilithium, das sie sich über Umwege erhandelt hatten, war nicht raffiniert genug. Die Verunreinigungen sorgen für einen unregelmäßigen Fluss des Materie-Antimaterie-Mixes, es kam zu Energieschwankungen, und das Netz brach zusammen.

Just während er darüber philosophierte, tauchte am Himmel ein sich erratisch bewegendes, hell glühendes Objekt auf, stabilisierte sich kurz, raste aber dann in einem Sturzflug gen Osten der Tiefebene zu und war verschwunden. Richard hatte das Gefühl, dass die Kälte des Felsens seinen Körper nach oben kroch. Hatte der Feind ihn gefunden?

„Erhabener?“ drang eine Stimme zu ihm, und einige Schritt hinter ihm gewahrte er seinen Leibwächter. Der Mann war nicht sonderlich intelligent, aber exzellent in den Kampfkünsten und schoss mit allem, was ein Rohr und ein Projektil hatte.

„Du hast das auch gesehen?“

„Ja, Erhabener.“

„Sammel ein Team und investigiere… und finde heraus, was da herunter gekommen ist. Falls es Überlebende gibt, will ich sie haben.“

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  Rückkehrer Log 26 - Sareth
Geschrieben von: Sareth - Wed-Oct-2022, 01:03 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

NRPG: wenn man schon ewig an einer Story schreibt… Ich hab gerade festgestellt, dass ich im 3. Log schrieb, die Wellington VERSCHWINDET im Krieg damals. Wir können sie eigentlich gar nicht zurück schicken.

RPG:

*** USS Picard / Maschinenraum ***

Als ich aus dem Lift trat, begegnete mir der skeptische Blick der Chefingenieurin. In den Holomatrizen und auf den Wandschirmen wechselten in für das humanoide Auge zu rascher Folge Zahlenkolonnen, Schemata und Kurven.
Es war deutlich, dass Lt.Cmdr. Makan es nicht sonderlich mochte, dass eine fremde Intelligenz die Datenbanken des Schiffes nach Brauchbarem durchstöberte.

„Wie ist der Stand?“ fragte ich.

„Laut Translator hat sich EINS beschwert, dass unsere Datenstruktur so ineffizient ist,“ antwortete sie mit einem Augenrollen.

„Wie weit sind die Teams mit der Reparatur der Wellington?“

„Die Reparaturen sind beendet, aber einige Hüllenbereiche und vor allem die Warpgondeln brauchten strukturelle Verstärkungen, andernfalls würde das Schiff wieder in so einem desolaten Zustand enden nach der Reise. Wir mussten Borg-basierte Nanotechnologie verwenden.“

„Könnte das nicht die Zeitlinie kontaminieren?“

„Die Wellington wird in eine Zeit vor dem Erstkontakt mit den Borg zurückkehren. Mit der damaligen Scantechnik wird man die Veränderungen nicht feststellen können.“

„Aber es scheint gut voran zu gehen mit der Rekonstruktion des temporalen Zwischenfalls. Das sind die Einträge, die bisher abgefragt und reorganisiert wurden.“
Sie rief das Zugriffsprotokoll auf, und ich sah eine Konzentration der Anfragen bei den Themen Subraumharmonik, Transwarptheorie und Temporaler Physik. Während ich einige spezielle Gleichungen herauszog, um zu sehen, welches theoretische Modell EINS wohl nutzen würde, und ob das Albright-Theorem zu Anwendung käme, entdeckte ich etwas…

„Wenn sie mit dieser Energiematrix durch die Subraumbarriere tauchen, gibt es einen negativen Koeffizienten im Albright-Theorem.“ Ich wandte mich zu Lt.Cmdr. Makan um und formulierte es kurz und bündig. „EINS wird die Wellington und ihre Crew nicht an den exakten Raumzeitpunkt zurück bringen können, ohne die Gesetze der Physik zu verletzen.“

„Eine neue Zeitlinie?“

„Möglicherweise. Sehen Sie sich diese Funktion an…“ Ich ließ den Computer eine graphische Darstellung des Problems reproduzieren.

„Das bedeutet, dass uns oder besser EINS, kein Erfolg beschieden sein wird.“

„Jedenfalls nicht in der beabsichtigten Weise.“

„Die Frage ist, weiß EINS das?“ Makan ging um die große Holoprojektion an der Hauptkonsole herum. „Und ist es ihr Weg, sicherzustellen, dass die Kenntnis über ihr Habitat sich nicht verbreitet?“

Das war in der Tat eine Möglichkeit…. Die Chefingenieurin sprach es aus, bevor ich es konnte: „Die Frage ist, ob wir die Entität dann stoppen?“

Ich holte tief Atem. „Wir haben keine Beweise für böswillige Sabotage.“


*** USS Picard / Büro des CO ***


Ich hatte LaSalle gerade über die neuen Entwicklungen informiert, und nun blickten wir schweigend hinaus auf die in der Ferne schwebende Wellington.

„…. Die Frage ist, was tun wir?“

„Spielen wir Gott, meinen Sie,“ konterte LaSalle und wanderte durch das Büro. „Ich fürchte, da fehlen uns ganz klar die Kompetenzen.“

„Nun, Sie und ich sind HIER, weil jemand mit der Saipan Gott spielte und uns zurück holte.“
„Ich weiß, darüber denke ich gern in den schlaflosen Nächsten nach…“ Er lächelte melancholisch. „Vielleicht geschieht alles so, wie es im Plan des Universums vorgesehen war. Fest steht, dass EINS in sein Kontinuum zurück muss. Und es dazu die Wellington braucht.“

Ich nickte. „Laut der Ergebnisse des Ingenieursteams kann EINS in diesem Kontinuum nicht unbegrenzt existieren.“

„Ein moralisches Dilemma….“

„Wie sieht es mit dem Dilemma der fehlenden Crewmitglieder aus? Konnten Sie Mr. Caldreds Entdeckung bestätigen?“

„Ja und nein. In der Tat waren diese Leute nie an Bord. Deventer scheint aber nichts damit zu tun zu haben. Sein Auftraggeber, Mavathi-Industries, aber um so mehr. Sie versuchten damals, an diese vermeintliche Superwaffe heran zu kommen und hatten wohl zwei Agenten an Bord, die ihre Spionageaktionen in den Computersystemen auf fiktive weitere Personen verteilten, damit es nicht so schnell auffiel.“

„Und Captain Kvoma ist das nicht aufgefallen?“

„Nun, der XO wurde wohl geschmiert und hat mitgearbeitet. Und Kvoma hatte mit Krieg, Dissidenten und Geheimauftrag alle Hände voll zu tun. Er hat seinem XO wohl auch zu sehr vertraut. Sieht so aus, als hätten sie nach Dienstschluss ab und an mal ein Gläschen gehoben, früher schon, und auch an Bord.“

Ich seufzte.
„Tja, jeder hat seine kleinen Sünden. Und wo kleine Sünden sind, gibt es immer Leute, die diese großräumig ausnutzen. Deshalb ist nur noch Synthehol erlaubt an Bord, seit vielen Jahrzehnten.“

„Und das D.I.A. hat immer wieder Informationen zu prüfen, nach denen irgendwelche Alkoholika, inklusive saurianischen Brandy und romulanisches Ale, an Bord von Schiffen oder Stationen geschmuggelt werden, für kleine Feiern, oder als Trösterchen, wenn einen die Freundin oder der Freund gerade verlassen hat. – Das wird sich wohl in der Geschichte der humanoiden Spezies dieser Galaxis nicht ändern.“

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  Rückkehrer / Log 25 / LaSalle
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sun-Sep-2022, 12:05 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Antworten (2)

USS Wellington / Maschinenraum

Die Spannung hatte etwas von der sprichwörtlichen Greifbarkeit. Lt. Makani hatte das Kommunikationssystem gerade aktiviert. Vor Sareth baute sich jetzt das Holo-Interface auf, die „Leitung“ zu jener fremden Intelligenz stand.
Sareth atmete tief durch und öffnete die Verbindung.

Sa: Eins, kannst Du mich hören?

Im Holo-Display formte sich jetzt so etwas wie ein Gesicht. Eine Personalisierung, welche die Kommunikation erleichtern sollte. Es ertönte eine leise, melancholische Stimme. War hier wirklich Traurigkeit heraus zu hören, oder was es nur der Übersetzungs-Algorithmus, welcher die Impulse aus dem Energiesystem der Wellington in hörbare, übersetzte Sprache verwandelte?

1: Ja ich höre.
Sa: Unsere letzte Unterhaltung wurde leider unterbrochen.
1: Ich weiß. Die Kapazität war das Problem.
Sa: Dir ist bekannt, was mit dieses Schiff, der USS Wellington, geschehen ist?
1: Es war nicht beabsichtigt. Das Schiff wurde mit mir, als aus mir uns wurde, mitgezogen. Wir konnten nichts dagegen tun. Unser Wissen war unzureichend.
Sa: Nun, evtl. können wir ja zusammenarbeiten um eine Möglichkeit zu finden, Dich und das Schiff dahin zurück zu bringen, wo Ihr hingehört.
1: Die wäre zu präferieren.
Sa: Wärest Du in der Lage, die Situation, in der Du dich befunden hast, zu simulieren, so dass wir evtl. eine Möglichkeit finden können, diese Situation wieder herbei zu führen? Allerdings unter kontrollierten Bedingungen.
1: Dazu benötige ich mehr Wissen.
Sa: Welche Art von Wissen?
1: Sternenkonstellationen, Energieverteilungen im Raum, Raumstrukturnachweise.

Sareth schaltete die Verbindung kurz auf stumm.

Sa: Wir könnten Eins Zugriff auf die Astrometrie-Systeme der Picard bieten. Das würde evtl, die benötigte Datenerhebung beschleunigen.

LaSalle brummte ein wenig unzufrieden.

LS: Ich gebe zu bedenken, dass in den Daten der Astrometrie auch die exakten Lokalisationen aller Planeten und Basen der Föderation zu finden sind. Ich halte das für ein Sicherheitsrisiko.
Sa: Das sehe ich ähnlich, aber eine autom. Filterung der Daten ist nicht möglich, da wir ja nicht genau wissen, welche Daten Eins benötigt. Aber evtl. gibt es eine Möglichkeit.

Sareth wandte sich wieder an Eins.

Sa: Wäre es für Dich möglich, die Daten , welche Du benötigst, an uns zu übermitteln? Wir würden dann diese Daten heraussuchen und an Dich übermitteln.
1: Woher das Wissen stammt ist irrelevant.
Sa: Gut. Mr. LaSalle, ich glaube, dies wäre eine Aufgabe für Mister Munroe.
LS: Das wäre eine Möglichkeit.
Sa: Gut, dann übermittele uns bitte, welche Daten Du genau benötigst, wir kümmern uns darum.
1: Das ist akzeptabel.
LS: Das kann ja heiter werden.

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Ortswechsel:

USS Picard B / Sicherheitzentrale

4 Stunden später.

LaSalle war sich nicht sicher, ob Mort Caldred nicht irgendwelche Drogen zu sich genommen hatte. Der Sicherheitschef grinste, als ob er nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte.

LS: Mister Caldred, was gib es denn so dringendes?
MC: Nun Sir…..wir vermissen ja noch immer 20 Crewmitglieder.
LS: Richtig.
MC: Falsch Sir. Wir vermissen Sie nicht, ich habe die Crewmitglieder gefunden.
LS: Und wo?

Mort legte mit genießerischem Gesichtausdruck LaSale ein Padd vor die Nase.

MC: Ich habe mir die Daten der fehlenden Crewmitglieder angeschaut und dann die vorhandenen Crewmitglieder der Wellington nach diesen befragt. Und dabei erstaunliches erfahren.
LS: Und was genau?
MC: Nun Sir, rufen Sie bitte einmal die Akte von Lt. Commander Curtis Newton auf.

LaSalle suchte auf dem Padd die entsprechende Datei heraus.

LS: Ja?
MC: Dieser Mann wird als strenger Mitarbeiter des Sicherheit geschildert. Ein Hans-Dampf in allen Gassen, ein gebildeter, tatkräftiger und heldenhafter Mann. Spitzname „Captain Zukunft“ obwohl er nicht mal Captain war. Nun sollte man ja meinen, dass ein solcher Mann in der gesamten Crew bekannt ist.
LS: Lassen Sie mich raten. Dem ist nicht so.
MC: Zumindest nicht so, wie ich gedacht hatte. Einige Crewmitglieder sagten aus, ja sie hätten ihn mal gesehen, er würde aber in der C-Schicht arbeiten, die C-Schicht verortete ihn in der A-Schicht usw. Man hatte von ihm gehört, aber jemals gesehen hat man ihn nie. Und den Sicherheitschef können wir ja nicht mehr fragen.
LS: Was sagt den Captain Kvoma dazu?
MC: Nun, ich habe ihn natürlich dazu befragt. Aber Captain Kvoma konnte sich nur an den Namen des Mannes erinnern und nicht an den Offizier selbst. Was bei der beschriebenen Persönlichkeit Newtons mehr als ungewöhnlich ist. Ähnlich verhält es sich mit Lt. Daniel O´Bannon.
Er wird als zurückhaltend und ruhig beschrieben. Er sei sehr beliebt, so seine Personalakte, da er immer hilfsbereit sei. Jedes von mir befragte Crewmitglied kannte ihn, obwohl mir keiner sagen konnte, wie O, Bannon aussah, geschweige denn in welcher Abteilung und in welcher Position O´Bannon arbeitete.
Und so erging es mir bei allen vermissten Personen. Selbst bei den beiden 15 jährigen Kadetten an Bord der Welington. Lächerlich. 15 jährige waren damals noch nicht einmal auf der Akademie zu gelassen. Geschweige denn auf aktiven Schiffen.
Der Abgleich mit den Datenbanken der Sternenflotte brachte auch nur die Information hervor, dass diese Personen auf der Wellingtons stationiert seien. Nach längerer Überlegung stelle ich hiermit die These auf, dass es die verschwundenen Crewmitglieder nie gegeben hat. Diese Personen existierten und existieren nur in den Datenbanken. Es fehlen KEINE Crewmitglieder. Die angeblich verschwundenen Crewmitglieder haben NIE existiert.
LS: Aber wenn dem so ist ,wozu der Aufwand?
MC: Ich habe die Theorie, dass man den Verlust der Wellington nicht nur in Kauf genommen hatte, sondern ihn als erforderlich angesehen hat. Eben um einen casus belli herzustellen und Zeugen los zu werden..Das die Wellington dann nicht in einem heldenhaften Kampf um eine Superwafe zerstört wurde, sondern einfach verschwand, nun dies war Pech.
LS: Und darum hat man die Anzahl der Opfer künstlich erhöht und tragische Verluste inszeniert.
MC: Ja, entweder unmittelbar nach dem Verschwinden, oder vor Kurzem auf Betreiben und mit Zutun von Deventer.
LS: Dann würde aber keiner auf der Wellington die Personen kennen.
MC: Nun Sir, man kann, durch geschickte Manipulation und Informationen solche „Erinnerungen“ auch induzieren.
LS: Also hat man bereits vor dem Einsatz der Wellington Vorsorge getroffen.
MC: Deventer hat die Sache lediglich aufgefrischt.
LS: Aber warum kann sich jedes Crewmitglied nur eben diffus an Crewmitglieder erinnern, welche nie existierten?
MC: Hypnose, Konditionierung , Programmierung, Drogen, wer weiß? Wenn die Politik mitspielt, ist alles möglich.
LS: Dann melden Sie dies umgehend Fleet-Admiral t´Khellian. Das wirft ein neues Licht auf die ganze Sache.

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