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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 17 / Sir Waltham
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Jun-2023, 01:31 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

An Bord der Albion / Deck 2 / Labortrakt

Richard von Rabenstein war sich noch immer nicht sicher, warum er der Einladung zur„Präsentation erster Forschungsergebnisse in Sachen LaSalles Plänen“, gefolgt war-
Ihm waren okkulte Dinge, die Werkzeuge der Hölle, eigentlich zuwider. Doch der Gedanke, mehr über die Pläne LaSalles zu erfahren, war wie in schlechter Geschmack, den man trotzdem auskostete, weil er die Sinne ungewöhnlich reizte. Und außerdem war es wichtig, Walthams Fähigkeiten und Wissen einschätzen zu können. Nur für den Fall der Fälle.
Das Labor strahlte, wie wohl alles an Bord von Walthams Privatschiff, eine gediegene Elgeganz aus. Holodisplays und einfache Stühle dominierten den Raum. Luxus für den Geist, nicht für den Körper.
Walthams Gesichtsausdruck verriet seine Gefühle nicht. Und Richard hatte auch keine Veranlassung, diesen Gefühlen nachzuspüren. Würde Waltham etwas Übles gegen Richard im Schilde führen, gäbe es sowieso keine Rettung. Aber so schätzte Richard diesen Mann nicht ein.
Hass? Ja auf LaSalle. Aber aus diesem Hass schien dieser merkwürdige Informationshändler seine Energie zu beziehen.
Waltham wandte sich Richard zu, als dieser eintrat.

Wa: Ah Euer Exzellenz. Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung folgen konnten.

Richard lächelte dünn.

RR: Ich muss zugeben, dass die Einladung interessant klang.
Wa: Oh davon bin ich überrzeugt. Das Okkulte, um das es hier geht, ist immer anziehend. Und darin liegt seine eigentliche Macht.
RR: Sie wollen mir hier doch wohl nicht ein kleines Happening des Grauens vorführen? Das wäre reine Zeitverschwendung.
Wa: Keine Sorge, hier geht es um Fakten.
RR: Gut. Denn an einen Irrglauben kann ich keinen Gedanken verschwenden.
Wa: Das Okkulte ist also ein Irrglaube!? Hat nicht auch der „wahre Glaube“ okkulte Elemente?
RR: Das kommt auf den Betrachtungswinkel an. Aber kommen wir doch einfach zur Sache.
Wa: Oh, wie sind bereits bei der Sache. Wasser zu Wein, Speisungen unzähliger Menschen usw. usw. Das alles klingt für Nichtgläubige fantastisch, unmöglich. Doch ist es das wirklich? Denn wenn wir alles Religiöse weglassen, bietet sich uns der simple Fakt einer Materiumformung und Replizierung.
RR: Ich bin zwar kein Experte in Replikationstechnologien aber ich weiß was Sie meinen. Fahren Sie fort.
Wa: Ich gehe einmal davon aus, das Ihnen die Grundprinzipien der Transportertechnologie bekannt sind. Der technologische Aufwand der zur Materieteleportationen betrieben werden muss , ist auch heute noch immens. Was wäre nun aber, wenn ich keinen Materiestrom transportieren würde, sondern lediglich die Information zum Bau eines Objekts , zu seiner Materialisation aus am Zielort vorhandener Materie , übertragen würde?
RR: Das würde sehr viel Zeit und Energie sparen und die Reichweite extrem erhöhen.
Wa: Richtig. Man könnte vor Ort Waffen, Munition, ja automatisierte Kampfsysteme erzeugen und gegen einen Gegner einsetzen.
RR: Das ist aber nichts Neues. Die Inquisition hat dieses Verfahren auf Mornell Secundus schon vor 100 Jahren eingesetzt.
Wa: So, hat Sie das? Mag ja sein. Aber das alles ist immer noch im Bereich unseres Verständnisses der Physik. Doch nehmen wir einmal an, jemand wendet dieses Verfahren auf einen, sagen wir Gedankenimpuls an.
RR: Wie meinen Sie das?
Wa: Nun, was wäre, wenn man einen Gedanken, einen festen Willen, einen Befehl, in einen molekularen Bauplan umwandeln und über große Entfernungen transportieren könnte. Und wenn man statt eines technologisch erzeugten Trägers, ein extrem starkes, psionisches Feld verwenden würde.
RR: Man könnte dann nicht nur die Gedanken eines Wesens kontrollieren, sondern man wäre dann auch in der Lage, Kraft der eigenen Gedanken aus Materie alles zu formen , was man benötigt.
Wa: Oder eine Person oder Objekt physikalisch zu attackieren. Man benötigt keine eigene Armee, man erschafft sich eine Armee im Inneren des Zieles. Und gegen diese Art von Energie gibt es noch keine Schilde.
RR: Das Umwandeln von Materie nur durch Gedankenkraft könnte man als Magie oder Hexerei bezeichnen.
Wa: Ja, aber auch nur, weil die treibende Kraft dahinter nicht mechanischer Natur wäre.
RR: Dazu würde man aberf extrem starke, psionische Kräfte benötigen.
Wa. Ja, aber wenn LaSalle an solche Kräfte , sozusagen an mentale Generatoren heran kommen würde….
RR. Dann könnten er und seine Untergebenen überall in der Galaxis angreifen. Sie müssten nicht einmal vor Ort sein. Ja nicht einmal in der Nähe ihres Ziels.
Wa: Stellen Sie sich vor, er würde so etwas wie mentale Relaisstationen einrichten
RR: Er würde seinen Willen, ja einen Teil seines Geistes überall hin projizieren können. Er würde diesen Teil seines Geistes vom Körper trennen.
Wa: Eine Art taktisches Disanimatio.
RR: Mein Gott
Wa: Es kommt noch besser. Laut den Informationen, welche ich …nun sagen wir…..monitär extrahiert habe, gibt es im Gebiet von Panox-B, Überreste einer alten Zivilisation, von der viele Völker behaupten, dass diese Zivilisation über gigantische mentale Kräfte verfügt hätte. UND das diese Wesen nur schlafen würden. Wenn LaSalle sich dieser Wesen, wenn Sie existieren, bedient….
RR: Daher ist es umso dringender, LaSalle aufzuhalten, bevor er Panox-B erreicht.
Wa: Ich habe , über meine Mittelsmänner, mit einem der Warlords im Dark Rim Korridor, Kontakt aufgenommen. Dalin Prequeck ist reich, er ist kunstsinnig und ein wenig verrückt. Und er hat wohl Kontakt zu einem Koadjukator der Tholianer.
RR: Sehr gut. Können wir über ihn in Kontakt mit den Tholianern treten?
Wa: Nun theoretisch ja. Doch bevor wir überhaupt daran denken können, Dalin zu fragen, müssen wir erst einmal seine Bedingungen für Gespräche mit ihm erfüllen.
RR: Und die wären?

Waltham lächelte böse.

Wa: Nun, Prequeck ist sehr religiös. Und er wird bald heiraten. Und daher hat er einen besonderen Wunsch, da er gehört hat, dass eventuell ein Mann der Kirche mit ihm in Kontakt treten könnte.
RR: Ich werde keine Trauung für einen Warlord zelebrieren!
Wa: Nein, das wäre wirklich unpassend. Dalin möchte etwas anderes.
RR: Und was?
Wa: Er möchte beichten.

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  Zwischen Licht und Finsternis Log 16
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Thu-Jun-2023, 08:56 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** An Bord der Vindicator ***

„Sie haben sich also entschlossen, mein Angebot anzunehmen.“ Die Stimme Walthams schien den Raum bereits zu erfüllen, noch ehe seine Gestalt materialisiert war.

Richard von Rabenstein nahm an, dass das Phänomen der verschachtelten Transporterroutine geschuldet war. „Ich möchte Ihnen zuvor eine letzte Frage stellen,“ erwiderte er anstelle einer Antwort und fixierte sein Gegenüber emotionslos. „Sie sprachen das Valentinian-Vanderbilt-Axiom an. Was würden wir tun, wenn wir Satan … in unserer Gewalt hätten. Wie lautete die Antwort Monsignore Hualvas?“

„Dass der Mensch das gänzlich Böse nur dann zur Gänze vernichten kann, wenn er sich in einen perfekten Spiegel verwandelt und somit quasi die Aura des Bösen auf sich selbst zurück wirft. Was impliziert, selbst zum gänzlich Bösen zu werden. Lediglich Gott kann Satan vernichten.“

Richard lächelte kaum merklich. „Das ist der Grund, dass man Sie exmatrikulierte. Arroganz der Kreatur.“

„Anmaßung ist eine Sünde, die der Inquisition ja keineswegs fremd ist, nicht wahr?“
„Nur ist es politisch unklug, wenn bereits die Adepten sich etwas anmaßen. – Wie dem auch sei. Ich habe nicht vor, zum Spiegel LaSalles zu werden, um ihn zu vernichten. Wenn dies Ihr Weg ist, werden Sie ihn allein beschreiten müssen.“

„Wie ich schon sagte, ohne Dunkelheit kein Licht. Aber ebenso, ohne Licht keine Dunkelheit.“

„Eine geradezu … kosmische Allianz also.“

„Wenn Sie es so bezeichnen wollen. Zumindest eine, die entsprechend kosmische Tragweite entfalten kann,“ entgegnete Waltham. Er streckte die Hand aus, und nach einem letzten Augenblick des Zögerns schlug der Großinquisitor ein.

„Wir sollten uns nicht länger mit philosophischen Diskussionen aufhalten,“ ging Waltham dann zur Tagesordnung über. „Nach meinen letzten Informationen hat LaSalle die Forschungen zur Disanimatio voran getrieben…“

„Die Trennung des Geistes vom Körper? Das ist—“

„Und er plant, nach Panox-B zu fliegen, in das Gebiet des Interdikts. Er stellt derzeit eine Flotte zusammen und lässt sie mit Interphasenschilden ausrüsten. Das gibt uns etwas Zeit. Aber Sie wissen, worauf das hinauslaufen könnte.“

„Die dunkle Gefahr, die er herauf beschwört, inszeniert er selbst. Eine dunkle Armee körperloser Wesen unter seinem Kommando.“

„Oder dem Kommando eines Psi-Korps.“

„Die Forschungen waren untersagt,“ zumindest in meinem Universum

Waltham ließ sich in einem der unbequemen Sessel im spartanischen ‚Briefingroom‘ nieder. „Man munkelt, dass sich LaSalle mit irgendwelchen abtrünnigen Vulkaniern zusammen geschlossen hat, die mit dem Stein von Gol experimentierten.“

„Ah.“ Das besagte Artefakt lag in SEINEM Universum im Hauptsafe in den Vatikanischen Archiven.

„Wir müssen ihn aufhalten, und zwar bevor er Panox-B erreicht. Eine meiner Kontaktpersonen ließ verlauten, dass die Lage innerhalb der klingonischen Rebellen günstig sein könnte, ein Bündnis mit den abtrünnigen Romulanern in die Wege zu leiten – diese Sitzgelegenheit grenzt übrigens an Folter.“ Waltham erhob sich wieder.

„Wenn Ihnen an körperlichen Bequemlichkeiten gelegen ist, ist die Vindicator nicht der richtige Ort.“

„Sie könnten Ihr Domizil auf dem neuen Schiff aufschlagen.“

„Wenn ich die Zeit für gekommen erachte,“ entgegnete Richard nur. In Wahrheit brauchten er und Kavun noch etwas Zeit, sämtliche Aspekte dieses Geschenkes zu analysieren und die Sicherheit zu überprüfen. Es reichte ihm, dass er einmal aus seinem Quartier entführt worden war!
„Und was Ihre projektierten Verbündeten betrifft: ich habe wenig Verlangen, mich mit gottlosen, niederen Kreaturen zu umgeben. Meine bisher mit ihnen gemachten Erfahrungen reichen mir vollumfänglich aus. – Was ist im Gegenzug mit den Tholianern? In meinem Universum haben sie es in der Schlacht von Tor Pagnotta vermocht, eine halbe Borgflotte in ihrem Netz zu fangen und zu halten, bis sie zerstört werden könnte.“

Waltham brummte. „Sie haben hohe Ansprüche.“

„Ich habe ein hohes Amt.“

„Nun, die Tholianer. Ja, in der Tat. Sie befinden sich im nominellen Kriegszustand mit dem Imperium.“

„Das sollte sie zu unseren idealen Partnern machen.“

„Sie halten humanoide Lebensformen für minderwertig.“

Richard hob die Brauen. War das Sarkasmus oder lediglich eine Feststellung gewesen. „Dann überzeugen wir sie vom Gegenteil,“ erwiderte er. „Haben Sie in Ihrem Informationsrepertoire Anhaltspunkte, wo wir mit den Tholianern in Kontakt treten könnten?“

„Allerdings. Im Dark Rim Korridor. Es ist allerdings ein sonderlich…. erhebendes Plätzchen. Die zwei Außenposten werden von unabhängigen Warlords überwacht, DeRaaf ein Dorn im Auge. Ein Drogenumschlagplatz.“

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 15 / Sir Waltham
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-May-2023, 10:33 AM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Cerberus-Sektor / Corvus-System / im Orbit um Corvus secundus / Schiff der Advanced Griffon-Klasse / Brücke


Das tropfenförmige Schiff, welches neben der Vindicator schwebte, hob sich nicht nur in seiner größeren Länge und Eleganz von der altehrwürdigen Vindicator ab. Seitdem die Vindicator und ihre kleine Flotte, vor ca. 1 Stunde an den ermittelten Koordinaten angekommen waren und Richard, Kavun und eine kleine Sicherheitstruppe sich an Bord des Schiffes begeben hatten, schien Kavun in einer anderen Welt zu schweben. Seine Hände fuhren immer wieder durch die Statusholos, gliitten über die makellosen Flächen der Konsolen und betrachteten wohl voller Ehrfurcht die Leistungs- und Sensoranzeigen des Schiffes.
Richard von Rabenstein musste lächeln. Kavuns glänzende Augen, sein entrücktes Lächeln, all dies zeugte von einer geradezu kindlichen Freude über das, was er hier sah.

RR: Nun Kavun, was hälst Du von diesem Schiff?
Ka: Euer Eminenz, dieses Schiff ist einfach unglaublich. Ich war im Maschinenraum. Der Antrieb ist kompakt und trotzdem extrem leistungsfähig. Das Schiff verfügt über äußerst leistungsfähige Sensoren, Waffensysteme mit denen man es mit einem Zerstörer aufnehmen kann, eine Medbay, die sogar Operationen gestattet und vor allem über eine Klasse IV- Tarnvorrichtung.
RR: Wäre dies von Vorteil?
Ka: Euer Eminenz, die wenigsten Schiffe der Inquisition verfügen überhaupt über eine Tarnvorrichtung der Klasse II, geschweige denn der Klasse IV. Dieses Schiff ist ein Wunder. Ein Schiff von der Größe einer Fregatte, mit der Kampfkraft eines Zerstörers. Es ist mehr als ein Wunder! Dieses Schiff ist ein Geschenk des Himmels.
RR: Nicht gerade des Himmels, aber bemerkenswert ist dieses Schiff schon. Es wäre jedoch gut, den Donator zu treffen.
Ka: Wir haben niemanden an Bord vorgefunden.

Ein leichtes Sirren ertönte und eine tiefe Stimme erfüllte den Raum

„ Das ist korrekt. Denn bis jetzt war niemand an Bord. Bis jetzt.“

In einem bisher unbesetzten Sessel saß jetzt ein grauhaariger, über 2 Meter großer Mensch, dessen Aura etwas kaltes und für Kavun Furchterregendes hatte: Waltham.
Gleichzeitig hatte sich ein weiteres Schiff der Advanced-Griffon-Klasse enttarnt.

Kavuns Hand glitt zu seiner Hüfte doch Richards Handbewegung ließ ihn innehalten.

Richard von Rabenstein wandte sich am Waltham.

RR: Ich nehme an, dass Sie der mir noch unbekannte Donator dieses Schiffes sind?

Waltham nickte und erhob sich aus dem Sessel.

Wa: Ihre Annahme ist korrekt.
RR: Es wäre gut, wenn Sie in Sachen Ihres Namens nicht ganz so enigmatisch wären.
WA: Nun, es hat schon seinen Sinn, wenn Sie meinen Namen selbst heraus finden müssen. Dies dient auch zu meiner Sicherheit. Erst wenn ich sicher bin, gebe ich das Schiff frei, immer voraus gesetzt, Sie nehmen mein Geschenk an.
RR: Dann wäre es gut, wenn Sie mir einen Hinweis geben würden.
Wa: Dann denken Sie zurück an einen Ort der Lehre und des Wissens in Rom. Denken Sie zurück an einen Studenten der theolog. Fakultät, welcher den Dozenten, Monsignore Hualva, im 8. Semester gefragt hatte, was man den tun würde, wenn man Satan festgenommen hätte-

Richard stieg im Geiste in die Tiefe seiner Erinnerungen hinab. Ja…da hatte es , zu seiner Studienzeit tatsächlich einen Studenten gegeben, welcher es damals gewagt hatte zu fragen, was man denn gegen Satan unternehmen könne, wenn man ihm mal wirklich begegnen würde. Scheinbar gab es in diesem Universum eine gewisse Varianz. Aber eines war klar. Der Name jenes Studenten, welcher damals das Theologie-Studium, kurz vor seinem Abschluss , abgebrochen hatte.

RR: Waltham, Sie sind Walter Waltham!
Wa: Korrekt
RR: Interessant. Sie waren berüchtigt im gesamten Seminar.
Wa: Berüchtigt…gut zu wissen.
RR: Man sagte Ihnen nach, Sie hätten sich mit den dunklen, okkulten Seiten des Universums beschäftigt.
Wa: Das zumindest stimmt. Ich befasse mich mit der Dunkelheit, dem Okkulten, dem Bösen.
Denn nur wer die Dunkelheit kennt, kann in ihr ein Licht entzünden.
RR: Monsignore Hualvas Worte.
Wa: Richtig.
RR: Sie sind also jene Person, die mir Unterstützung anbietet. Und wenn ich mir dieses Schiff ansehe, so ist es diese Unterstützung äußerst großzügig. Und für Sie äußerst kostspielig.
Wa: Machen Sie sich darüber keine Sorgen.
RR: Das tue ich nicht. Ich frage mich jedoch noch immer, warum Sie mich unterstützen? Was verlangen Sie von mir für Ihre Unterstützung?
Wa: Ich bin Informationshändler. Mein Vermögen und mein Umsatz ermöglicht es mir, Dinge die ich für wichtig halte, unentgeltlich durchzuführen. Alles was ich von Ihnen verlange, ist genau das weiterhin zu tun, was Sie ohnehin tun. LaSalle und seine Sympathisanten zu bekämpfen.
RR: Das impliziert die Frage, warum ein Informationshändler, welcher in einer so instabilen Situation, wie sie derzeit herrscht, doch wohl exorbitant gut verdient, gegen die Verursacher vorgehen will?

Waltham lächelte böse.

Wa: Man mag LaSalles okkulte und an Magieglauben grenzende Ideen als Hokuspokus abtun, wie es wohl DeRaaf tut. Ich handle mit Informationen und Daten, finanziere damit meinen Lebensunterhalt. Aber meine wahre Profession ist die Erforschung des Dunkeln, des Abseitigen. des Okkulten. Nicht aus Faszination, sondern um eine Möglichkeit der Verteidigung gegen diese Kräfte zu finden. Abwegig für die Einen. Aber ich habe mich eingehend mit diesen Dingen beschäftigt. Habe jahrelang des Okkulte studiert und analysiert. Habe mich durch uralte Schriften und moderne wissenschaftliche Abhandlungen vieler Zivilisationen „gefressen“ Ich habe Orte der Finsternis besucht und LaSalles Treiben beobachtet. Und wenn man den ganzen Hokuspokus davon entfernt, so stößt man auf eine höchst reale, psychologische , aber auch physikalische Komponente einer destruktiven Macht, welche von LaSalle entfesselt, unser Universum zerstören kann und wird. Das muss verhindert werden. Doch nur wer sich mit dem Dunklen auskennt, kann dem Licht zum Sieg verhelfen. Dies ist mein Antrieb. Und dem Licht zum Sieg zu verhelfen ist auch wohl Ihr Antrieb. Dies ist der Grund für meine Hilfe.

RR: Das klingt altruistisch, was es in Wahrheit nicht ist!
Wa: Nicht im Geringsten. Ich möchte nur nicht, dass dieses Universum untergeht. Auch wenn manche sagen, dass es den Untergang verdient hätte.
Nun haben Sie wohl alle Fakten, die Sie benötigen sich zu entscheiden. Wollen Sie, dass ich Sie in Ihrem Kampf unterstütze oder nicht?
Ich würde das Dunkle aus seinem Versteck treiben und Sie wären des reinigende Licht.
RR: Prosaisch
Wa: Oder auch im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich bin auf meinem Schiff, der Albion. Dem „ Schwesternschiff“ dieses Schiffes.
RR: Ich werde Sie kontaktieren. Was geschieht, wenn ich Ihre Hilfe nicht annehme?
Wa: Dann wird jeder wieder seiner Wege gehen und wir werden weiter als Einzelkämpfer gegen LaSalle vorgehen. Was nicht sehr effektiv und zum Scheitern verurteilt wäre. Also überlegen Sie es sich.
Ach ja und was Ihre evtl. Sondierungsversuche meines Geistes betrifft. Ich hoffe, Sie haben alles gesehen, was Sie sehen mussten und wollten. Denn mein Geist hat eine merkwürdige Eigenschaft. Man steht alles, aber man sieht vor allem sich selbst, wie in einem mentalen Spiegel, wenn man mich sondiert. Ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Tag.

Waltham verschwand in den Schlieren eines Beamvorgangs.

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  Zwischen Licht und Finsternis Log 14
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sun-May-2023, 06:48 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** An Bord der Vindicator ***

Richard von Rabenstein ließ den Blick über die kleine Flotte schweifen, die sich im Sichtbereich um die Vindicator befand. Waren die Personen an Bord ihm treu ergeben oder war alles nur eine ausgeklügelte Falle, die ihn zur Strecke bringen sollte? Er wollte auf jeden Fall wachsam bleiben. Kavun arbeitete an einem subdermalen Transporterimplantat, dass ihm notfalls die Flucht vor einem Zugriff ermöglichen sollte. Dennoch: Wachsamkeit, höchste Wachsamkeit, konnte durch nichts ersetzt werden! Daher hatte er auch dafür gesorgt, dass den beiden Reparaturteams, die nun auf der Vindicator tätig waren, genügend seiner eigenen Leute ‚Hilfe leisteten‘, aka ein wachsames Auge auf sie hatten.

Am Morgen war er an Bord von Remingtons Schiff gewesen und hatte festgestellt, warum er den Spitznamen „Dr. Dolittle“ trug. Selbst auf der Brücke kreuchte und fleuchte irgendwelches Getier. Nachdem ein gefiedertes Etwas versucht hatte, auf Richards Kopf zu landen, hatte er seinen Besuch an Bord dieser fliegenden Arche Noah etwas abgekürzt. Eine vorsichtige Sondierung der anwesenden Crewmitglieder hatte erbracht, was er ohnehin vermutet hatte: dies waren in der Tat keine gewöhnlichen Piraten.

Ein starkes Gefühl von Disziplin und Pflichtbewusstsein konnte er erspüren. Remington selbst war ohne Zweifel ein Mann, der Luxus und damit ein erkleckliches Einkommen schätzte, das zeigte schon seine Kleiderwahl. Auch die Handwaffen, die er umgeschnallt trug, waren teure Stücke, nichts aus dem Standardrepertoire des Imperiums. Die Frage blieb, ob der Kommandant dieser außergewöhnlichen Söldnerschaar an irgendeinem Punkt Geld über Loyalität stellen würde und somit einen Schwachpunkt darstellte.

Nun, vielleicht würde ihr mysteriöser Sponsor da etwas Licht ins Dunkel bringen können, wenn nicht offen, so vielleicht bei einer kleinen mentalen Forschungsreise… Nach Abschluss der notwendigen Reparaturen an der Vindicator, die nun dank ohne
Der Türmelder ertönte, und einen Moment später die Stimme von Marcia, die die persönliche Wache übernommen hatte. „Exzellenz, Captain Inquisitor De Chabannes ist hier.“

Die Türflügel glitten auf, und ein kleiner, drahtiger dunkelhäutiger Mensch glitt in den Raum, in der Amtstracht der Inquisition. Einen Augenblick später fiel er vor Richard auf die Knie und küsste den Saum seines Gewandes.

„Bruder, ich preferiere die übliche Ehrbezeigung. Es genügt, wenn Ihr den Amtsring küsst.“

„Ja, selbstverständlich!“ De Chabannes richtete sich wieder auf. „Ich bin nur so überwältigt! Ich hielt die Kampagne für eine hervorragende Propaganda eines … Dissidenten, der dachte, wie viele innerhalb des Imperiums. Aber – Ihr seid tatsächlich Richard von Rabenstein.“

„In der Tat.“

„Ich war dabei, als Ihr … als der Abtrünnige… Euch vom Leben zum Tode beförderte.“

„LaSalle?“ fragte Richard, um sicher zu gehen.

De Chabannes nickte. „Und nun seid Ihr auferstanden!“

„Soweit würde ich theologisch nicht gehen, Bruder.“ Er versuchte, sein Gegenüber mental abzutasten, aber natürlich war der Inquisitor geschult in Abschirmtechniken. Mehr als eine Wolke der Ehrerbietung, um nicht zu sagen, Anbetung, erfasste Richard nicht.

„Die Prophezeiung des Makarius, sie ist korrekt!“

Richard hatte nie von einer solchen Prophezeiung gehört; vermutlich gab es sie in seinem eigentlichen Universum nicht.

„Sie sagt, dass der Abtrünnige versuchen wird, das Licht auszulöschen, aber dass es zurück kehren wird aus den Anderen Gefilden, und das Reich und die Kirche retten!“

Nun, das konnte man so oder so auslegen. Aber warum auch nicht? Die göttliche Vorsehung hat es gewollt, dass er in dieses Universum gekommen war – in DIESES, nicht irgendeines, in dem das Terranische Imperium vielleicht in voller Blüte und alter Größe stand. Er war hier, um Reich und Kirche zu retten und – nebenbei – seinen rechtmäßigen Platz als Inquisitor Maximus einzunehmen.
„Was plant der Abtrünnige?“ fragte er De Chabannes geradewegs ins Gesicht, und registrierte jetzt eine kurze Welle des Abscheus. „Ich hörte, er ist wieder im Amt.“

„LaSalle hat es geschafft, sich vom Direktorium reinstallieren zulassen, weil er von einer diffusen Bedrohung für das Imperium faselte. Das Letzte, was mir zugetragen wurde, war, dass er nach Panox – B wollte. Ins verbotene Territorium.“

„Und das Direktorium unterstützt es?“

„Mit Ausnahme von DeRaaf. Aber niemand weiß, was er im Schilde führt.“

Das klingt ganz nach unserem Universum… Die Variantionsbreite ist offenbar nicht sehr groß… „Sag mir, Bruder, was haltet Ihr von unseren selbstlosen Helfern unter Remington?“

„Ich misstraue ihnen.“

Richard nickte. „Und wann hattet Ihr beschlossen, zu mir überzulaufen?“

„Für Captain Varenholm kann ich nicht sprechen. Ich für meinen Teil habe meine Möglichkeiten sondiert, seit ich von der Sache mit Panox B gehört hatte. LaSalle missbraucht unsere heilige Sache für seine eigene Agenda. Ich erkannte die Parallelen zur Prophezeiung des Makarius. Und ich hörte Eure Predigten…“

Ein Komsignal unterbrach die Unterredung. Kavun meldete den Abschluss der Reparaturen am Antrieb.

„Das bedeutet, wir werden uns auf den Weg zu unserem mysteriösen Benefactor machen,“ kommentierte De Chabannes fragend, und setzte hinzu, falls das noch nicht deutlich geworden sein sollte: „Ich misstraue ihm.“

Richard lächelte schmal. „Ist es nicht eines der Motti der Inquisition? Durch Misstrauen zur Wahrheit.“

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 13 / Sir Waltham / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Apr-2023, 11:08 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

An Bord der “Vindicator” / Besprechungsraum

Remington, aka Dr. Dolittle war ein über 2m großer Hüne, dessen Stimme seiner Bärbeißigkeit entsprach. Richard von Rabensteins Meinung über diesen Mann, der ihm und seinem Mannen die Flucht ermöglicht hatte, hatte sich, seit dem ersten Kontakt vor 2 Stunden verfestigt: Ein typischer Pirat war Remington nicht, eher ein Söldner. Doch welche Art Söldner? Und vor allen in wessen Sold?
Um genau dieses heraus zu finden, hatte Richard eine Unterredung mit Remington verlangt. Und jetzt saß dieser Mann leibhaftig vor Richard und blickte ihn streng an. Richard hielt diesem Blick jedoch stand.

RR: Sie wollen sie uns also anschließen?

Remington lächelte böse.

Re: 2 Schiffsbesatzungen der Inquisition samt Besatzung wollen sich Ihnen „mit heißen Herzen“ anschließen. Ebenso werden ich und meine 3 Einheiten Ihnen zur Verfügung stehen. Alles ältere, aber durchaus kampfstarke Schiffe. Und meine Crews sind kampferfahren.

Richard lehnte sich langsam zurück.

RR: Und warum tun Sie das, speziell Sie, Remington?
Re: Warum fragen Sie?
RR: Nun man sollte doch meinen, dass ein Mann wie Sie sich einem Renegaten wie mir, nicht aus religiösen Gründen anschließt!?

Remington lachte dröhnend.

Re: Nein, für wahr nicht. Ich tue es für meinen Auftraggeber für den, der mein Leben gerettet hat und mich bezahlt. Er befiehlt, zahlt, rüstet aus und ich kämpfe für Ihn.
RR: Und um wenn handelt es sich bei diesem altruistischen Philanthropen?

Remington lachte wieder.

Re: Um den gleichen Typen, der Ihnen eine Botschaft zugesandt hat.
RR: Und hat diese Person auch einen Namen?
Re: Bestimmt hat er einen Namen. Den ich jedoch nicht kenne. Aber er will Ihnen persönlich eine Nachricht überbringen.
RR: Ach und wie soll dies bewerkstelligt werden?

Remington grinste und zog aus seiner Tasche einen kleinen Würfel.

Kavun , welcher mit skeptischer Mine sich an einen Träger des Raums gelehnt hatte, pfiff durch die Zähne.

Ka: Wow, ein KM225 Hypercom. Das ist State-of-the-art.
Re: Vor der Kontaktaufnahme soll ich Ihnen noch etwas zeigen. Sie haben sicherlich das kleine Rätsel, dass der Boss Ihnen geschickt hat, gelöst.
RR: Und wenn es so wäre?

Statt einer Antwort, aktivierte Remington das Hypercom. Vor Richards Augen entfaltete sich ein Eingabefeld.

Re: Dann geben Sie hier einfach die Lösung des Rätsels ein. Keine Sorge, ich sehe Ihre Eingabe nicht.

Richard nickte langsam und gab dann die Koordinatenfolge ein, welche er aus der verschlüsselten Botschaft extrahiert hatte. Im Holofeld erschien jetzt das Bild eines Schiffes, welche in seiner Form einem langgestreckten Wassertropfen ähnelte.
Kavun stieß zischend die Luft aus.

Ka: Wahhhhh Advanced Griffon Class. Das Neuste vom Neusten!
Re: Ganz recht. Es gibt nur 20 Stück von diesen Fregatten in der Flotte. Modernste Kommunikationssysteme und Sensoren, eine fortgeschrittene Tarnvorrichtung, Transwarp-Antrieb und eine Bewaffnung der Stufe 4.
Ka: Für diese Größe ist das ein Monster.
Re: Zumindest steigert es Ihre Chancen. Ein Geschenk meines „Bosses“ an Sie, von Rabenstein.
RR: Mhmmm und warum tut Ihr „Boss“ das? Warum lässt er mir ein so kostspieliges Geschenk zu kommen?
Re: Das fragen Sie ihn am Besten selbst. Wenn Sie ihn kontaktieren wollen, aktivieren Sie die Com-Taste. Aber es besteht die Bedingung, dass Sie dies nur unter 4 Augen tun. Daher darf ich mich jetzt verabschieden. Ich bin auf meinem Schiff und erwarte Ihre Anweisungen.

Remington verneigte sich kurz und eilte aus dem Raum.
Es blieb volle 5min. still. Dann wandte sich Richard an Kavun.

RR: Kavun, wärest Du in der Lage die Kommunikation zurück zu verfolgen?
Ka: Müsste ich ausprobieren. Aber Euer Exzellenz, wenn Sie Kontakt aufnehmen wollen, geht das nur, wenn ich nicht im Raum bin. Diese Hypercoms haben Umgebungssensoren und wenn der Privatmodus aktiviert werden soll, dann ist dies nur möglich, wenn nur eine Person im Raum ist. Ich würde, mit Eurer Erlaubnis, vom Com-Raum aus versuchen, das Signal zu verfolgen.
RR: Gut. Die Person, welche ich jetzt kontaktieren werde, weiß mehr über mich, als ich über ihn. Ein Zustand der mich nicht behagt.
Ka: Ich gebe mein Bestes.

Kavun verließ den Raum, Richard wartete noch ein paar Minuten, dann aktivierte er den Kontaktruf. In dem Holofeld erschien das Gesicht von Sir Walter Waltham.

Wa: Ich grüße Sie Euer Exzellenz.

Richard lächelte wölfisch

RR: Ich grüße auch Sie. Leider ist mir Ihr Name nicht bekannt.
Wa: Oh Sie kennen meinen Namen. Wir haben uns schon einmal getroffen. Vor langer Zeit, an einem Ort der Lehre und des Wissens. Wenn Sie ein wenig in Ihrer Vergangenheit graben, werden Sie mich finden. Doch das ist lange her und heute ist heute und Namen sind unwichtig. Es gibt drängendere Dinge. Wie ich sehe, haben Sie mein kleines Geschenk schon geortet?
RR: Ja in der Tat. Aber Sie kennen sicherlich das Sprichworte: Traue niemals Griechen, welche mit Geschenken kommen.
Wa: Das ist wahr. Aber Geschenke können auch ein Beweis der Vertrauens sein.
RR: Vertrauen? Warum soltte ich Ihnen vertrauen, oder Sie mir?
Wa: Gegenfrage, vertrauen Sie sich selbst?
RR: Ich vertraue dem Herrn. Ich weiß mich in seiner Hand. Und wo wir bei Wissen sind. Ich weiß nicht viel über Sie, außer dass Sie über immense Ressourcen verfügen müssen. Da fragt man sich doch, warum so eine Person, ein solches Geschenk einem ihm Unbekannten macht? Zumal einem Unbekannten wie mir ! Was bezwecken Sie damit ? Ich bin ja nun mal kein Söldner oder Pirat.
Wa: Eine berechtigte Frage. Ich will es einmal so sagen. Ich kenne Sie. Ich habe Ihren Weg verfolgt. Bis zu Ihren Tod. Und Ihrem Wiederauftauchen. Und daher habe ich den Eindruck, dass Sie für das Schicksal, die Zukunft der Galaxis wichtig, sehr wichtig sind. Und in diese Zukunft investiere ich. Und selbst wenn dies unser einziger Kontakt sein sollte, selbst wenn Sie mein Geschenk nicht annehmen, so lohnt sich der Aufwand. Denn was ich Ihnen gebe, kriegt das Imperium nicht. Dann weiß ich, dass meine Investitionen sich lohnen.
RR: Interessant, wenn auch reichlich unkonventionell. Ich wurde noch nie als Investition angesehen.

Waltham lächelte böse.

Wa: Wir alle sind Investitionen. Investitionen in die Zukunft der Galaxis. Investitionen einer höheren Macht.
RR: Eine sehr eigenwillige, aber auch aufschlussreiche Sicht der Dinge.
Wa: Jeder hat seine Sicht der Dinge. Nun Euer Exzellenz. Wenn Sie das Schiff, mein Geschenk annehmen wollen, dann kommen Sie zu den Ihnen bekannten Koordinaten. Ich erwarte Sie dort mit dem Schwesterschiff Ihres Geschenks. Ich habe die Ehre, Ihnen einen guten und gesegneten Abend zu wünschen.

Das Bild erlosch und eine kleine Rauchwolke stieg vom Hypercom auf. Das Gerät hatte sich selbst zerstört.

Richard blickte ein Zeit lang ins Leere, dann aktivierte er das Intercom.

RR: Kavun, konntest Du das Signal zurück verfolgen?
Ka: Nur bis zur 2. Relaisstation. Dann wurde die Verschlüsselung stark erhöht und der Modus radikal verändert. Sehr clever durchgeführt und nicht zu knacken.
RR: Danke, das habe ich mir schon gedacht. Erwarte weitere Anweisungen.

Richard lehnte sich zurück und sann über die Situation nach. Dann straffte er sich, aktivierte das schiffsweite Com und gab seine Befehle.

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  Log 12 Zwischen Licht und Finsternis
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Fri-Apr-2023, 09:26 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

NRPG: Richard Schiff hieß „Vindicator“

RPG:

*** An Bord der “Vindicator” / Besprechungsraum ***

Richard von Rabenstein sah von Schadensbericht auf, den Kavun ihm gereicht hatte. Er verstand kaum etwas von den technischen Details, aber allein die Länge des Berichts verhieß nichts Gutes.

„Wie lang veranschlagst du für die Reparaturen?“

„Mindestens drei Tage, ohne entsprechende Werkstatt und Ersatzteile, Exzellenz. Die laterale Warpgondel hat nen direkten Treffer abgekriegt. Da ist praktisch alles geschreddert. Wir haben nicht genügend Energiereserven, um die Replikatoren voll auszulasten und die Teile selbst zu produzieren. Also brauchen wir schlicht die Hardware.“

„Und es gibt keine Kapazitäten in der Nähe?“

„Naja, früher gabs mal ne freie Werkstatt im Caltoria-Sektor, kannte den Boss ganz gut. Der frisierte einem mal eben nen Gleiter und sowas. Weiß eben nicht, ob der noch da ist.“

„Entfernung?“

„So lahm, wie wir jetzt grade sind, zwei Tage Minimum. Ich könnte mal schauen, ob der Typ da noch ist, mit seiner Klitsche.“

„Zwei Tage. Das ist zu lang. Der Gegner könnte uns aufspüren,“ entgegnete Richard.

„Nicht, wenn wir am Rand des Ventax-Sektors langfliegen,“ warf Marcia ein. „Die Strahlung des Schwarzen Lochs dort könnte uns gegen etwaige Sensorsweeps abschirmen. Wir müssten allerdings für die Dauer der Reise möglichst im Maschinenraum bleiben, wegen der Strahlung.

Eine Aussicht, die Richard nicht sonderlich willkommen war. Auf engstem Raum mit 48 anderen Menschen auszuharren, ihren Gerüchen und Geräuschen… Andererseits gab es wohl keine Alternative. „Marcia, wieviel Platinum haben wir noch aus dem Ferengi-Schiffswrack?“

Das Wrack war ihnen vor drei Wochen in den Perimeter der Transmitterstation gedriftet. Windfall-Profit, hatte Kavun es genannt. Als göttliche Vorsehung bezeichnete es Richard. Ein Teil des Platinums war für die Verstärkung der Panzerung eingeschmolzen worden, mit anderem hatte Richard einen Informanten bezahlt.

„Zwölf Barren,“ erwiderte die Frau.

„Aber ich hab noch ein paar Holop…äh…also Filme, die ich mit draufgeben könnte,“ ließ sich Kavun wieder vernehmen.

„Er repariert ein Raumschiff für Holofilme?“

„Naja, besonderes Zeug, Exzellenz. Seltenes.“ Er versuchte, harmlos auszusehen.

Der Großinquisitor nahm es hin – es gab andere Prioritäten im Moment – und beschloss, bei Gelegenheit über dieses so wertvolle Material zu recherchieren. „Kavun, sieh, ob du deinen alten Kontakt reaktivieren kannst!“

„Alles klar!“ Der Ingenieur spurtete Richtung Lift, die übrigen Anwesenden machten sich wieder auf zur Brücke, um die Lage im Auge zu behalten.


*** An Bord der “Vindicator” / Maschinenraum / 7 Stunden später ***

Seit knapp einer Stunde war man auf Kurs nach Caltoria. Kavuns alter Kontakt, der Werkstattboss, hatte seine Hilfe zugesagt und überdies verlauten lassen, er freue sich auf ein ausgiebiges Besäufnis; er hätte da noch Restbestände aus Romulanischem Ale.

Richard hatte es überhört; der Zweck heiligte bekanntlich die Mittel! Nun hatten sich er und seine kleine Gemeinschaft an treuen Anhängern im Maschinenraum der „Vindicator“ einquartiert. Auf dem Boden lagen Matten und sonstiges Zeug, auf dem man halbwegs schlafen konnte, zwischen Containern war eine behelfsmäßige Toilette errichtet worden. Nun ja, er hatte Schlimmeres durchgemacht. Irgendwann, wenn jemand seine Vita verfasste, würde sicher auch auf den Heroismus beim Ertragen aller Unbill verwiesen werden…

Ein schneidendes Signal erklang von einer der Konsolen, auf die Kavun die Brückenkontrollen umgeleitet hatte. Der Monitor darüber war mit dem Hauptschirm der Brücke gekoppelt und zeigte, wenn auch stark verkleinert, das Bild der Schiffssensoren.

„Da kommt was,“ brummte Kavun und beugte sich von dem Kanister, auf dem er hockte, nach vorn Richtung Monitor. „Fünf Schiffe. Noch relativ weit weg, aber mindestens eines sendet die Standardkennung der Inquisition.“

„Haben sie uns entdeckt?“ fragte der Großinquisitor.

„Schätze mal, ja, dem Flugvektor nach zu urteilen. Wahrscheinlich haben sie uns anhand der Warpspur gefunden.“ Er fluchte. „Hab alles getan, um die Partikel zu streuen, aber…“

„Wie lang, bis wir in Waffenreichweite sind?“

„Fünfzehn Minuten, Exzellenz! Aber vielleicht, mit ein bisschen Glück, können wir es bis zum nächsten System schaffen und dort abtauchen.“

„Nein.“ Der Großinquisitor richtete sich zu seiner ganzen Größe auf. „Wenn sie uns vernichten, wird es der Beginn der Erneuerung sein! – Mache mir eine der Transmitterbojen bereit! Ich will, dass jeder Moment unseres glorreichen Todes aufgezeichnet und verbreitet wird! – Falls es dazu kommt.“

Marcia, die an der nächsten Konsole gestanden hatte, hob stolz das Kinn. „Ich bin bereit für das Martyrium!“ Von ein paar anderen kam zustimmendes Gemurmel.

Richard bohrte den Blick in den Bildschirm. „Laut der Sensoren sind ihre Schilde unten und die Waffen offline.“

„Ja,“ realisierte Kavun nun auch und trat von der Hauptkonsole des Maschinenraums zurück zur Brückenverbindung. „Tatsächlich. Sie sollen zumindest die Schilde oben haben. Was soll das… Leider sind unsre Kanonen trotzdem nicht einsatzfähig.“

„Sie rufen uns,“ meldete Marcia.

Richard und seine Getreuen machten sich bereit, die Aufforderung zur Kapitulation zu hören. Doch stattdessen klang es über die Lautsprecher des Transceivers: + ISS Vindicator! Hier spricht Captain De Chabannes. Wir legen unser Schicksal in die Hände des einzig wahren Oberhaupts der Heiligen Inquisition.“

„Das ist ein Trick!“ brummte Kavun. „Dieser Schleim—„

„Ruhe! Was sollten sie dadurch gewinnen? Sie brauchten uns einfach abschießen oder entern. – Marcia, öffne einen Kanal. – Hier spricht Richard von Rabenstein, Inquisitor Maximus. Wo ist Ihr Kommandant?“

+ Harlan ist derzeit nicht abkömmlich. Ich habe das Kommando und --+

+ Ewiges Gequassel!“ + schaltete sich eine andere Stimme dazwischen. + Hier ist Remington, aka Dr. Dolittle. Wir warten auf Ihre Befehle! Und die sollten schnell kommen, ehe uns jemand als Deserteure aufgabelt!+

--
PS: dachte mir, dass die Piraten auch gleich dabei sind, gibt schön Konfliktpotential, und dann können wir auch endlich Waltham persönlich treffen demnächst. Damit wir Dialoge schreiben können. =) Fünf Schiffe insgesamt, der Rest hat sich in der Schlacht vernichtet. Wieviele Piraten und wieviele Inquisitionsschiffe, überlasse ich euch.

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 11 / Sir Waltham / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Fri-Apr-2023, 10:45 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Antworten (2)

Outer Rim / Carenna Ventaris System / Planet Nova Nevada / Insel-Archipel vor dem Hauptkontinent / Sir Walthams Büro

Zeit: ca. 6 Stunden vor den Vorgängen an Bord der Refugium
Sir Walthams Blick überflog die Berichte, welche ihn aus allen Ecken der Galaxis erreichten.
Gelegentlich hob er eine Augenbraue, oder las eine Stelle genauer. Nach ca. 30 min. des Lesens lehnte er sich in seinem Sessel zurück und wandte sich an seinen Sekretär, Harvey Miles, welcher seit über 60 Minuten wie eine Salzsäule, vor dem Schreibtisch stehend verharrte.

SW: Miles, gehe ich recht in der Annahme, dass unsere Quelle in der Inquisition verstummt ist?

Miles nickte.

HM: Unglücklicher Weise ja. Es sieht so aus, als ob er Opfer einer neuen Säuberungswelle wurde. Was zu erwarten war, jetzt wo LaSalle als Inquisitor Maximus wieder gnadenhalber aufgenommen hat, wie man hört.
SW: Das war zu erwarten. LaSalle war schon immer ein Meister der Manipulation. Und nur bei wenigen Personen kommt er damit nicht weiter. Bei DeRaaf zum Beispiel.
HM: Oder bei Ihnen Sir. Unsere Quelle innerhalb der Inquisition konnte uns jedoch noch eine letzte und Information übermitteln. Eine kleine Taskforce der Inquisition hat im System 9J217C wohl eine Transmitterstation entdeckt. Sie wird angeflogen.
SW: Was will die Inquisition dort? Hat sie etwas Interessantes entdeckt?
HM: Darüber liegen uns keine Informationen vor.
SW: Nun wohlan, wir werden die Herrschaften beschäftigen, was immer sie auch dort suchen. Schicken Sie „Captain Dolittle und seine Piraten“.

Miles nickte und verließ den Raum. Waltham lehnte sich zurück und betrachtete den riesigen Garten vor seinem Bürofenster.

SW: Audaces fortuna juvat

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Ortswechsel:

System 9J217C / In der Nähe der Transmitterstation / ISS Constrictor / Brücke

Die Stimme Richard von Rabenstein drang aus den Brückenlautsprechern an Bord der Inquisitionsfregatte.

Hier spricht Richard von Rabenstein, Inquisitor Maximus. Die Vorsehung hat mich in dieses, euer Universum versetzt, damit ich dem Recht, der Wahrheit und dem Licht des Glaubens zum Sieg verhelfe! Ihr, dort auf euren Schiffen, ihr Kommandanten, IHR solltet Diener des Lichts sein! Aber ihr habt euch zu Handlangern der Finsternis erniedrigen lassen! Wollt ihr so enden? Wollt ihr dulden, dass die Dämonen euch in Ketten geschlagen und zu willfährigen Werkzeugen gemacht haben? Oder wollt ihr frei sein, selbstbestimmte Diener der göttlichen Dreifaltigkeit, der Wahrheit und des Lichts?!“
Captain Vance Harlan kochte innerlich vor Wut. Was erlaubte sich dieser selbsherrliche Wicht namens Rabenstein eigentlich? Harlans Stimme donnerte über die Brücke.

VH: Leutnant Skriff, öffnen Sie einen Kanal zur Flotte und zu diesem Ketzer.

Ein kurzes Signal ertönte.

VH: Hier spricht Captain Vance Harlan, Kommandant der ISS Constrictor. An den Ketzer, der sich selbst Richard von Rabenstein, Inquisitor Maximus zu nennen wagt. Wie kommt dieser schleimige Abschaum, diese Ausgeburt einer exkrementalen Hölle dazu, solch eine Ungeheuerlichkeit auch nur zu denken? Aus welchem Universum ist er gekrochen? Nun dies ist irrelevant. Denn wir werden diesen Häretiker zur Hölle jagen. Welcher gottlosen Natur auch immer diese Hölle sei. FEUER!
Die 6 Schiffe der kleinen Taskforce begannen sowohl mit Torpedos, als auch mit Phasern zu feuern.
VH: Jetzt reißen wir Dir den A….auf.
Die ersten Phasertreffer lagen gerade auf der Refugium deckend, als mit dem Aufleuchten einer Pseudobewegung 6 Schiffe aus dem Warptransit fielen und sofort das Feuer auf die Inquisitionschiffe eröffneten. Eine Salve von Quantentorpedos zerfetzte die Untertassensektion eines der Inquisitionsschiffe.

VH: Piraten! Vernichtet diese Idioten.

Die Inquisitionsschiffe erwiderten jetzt das Feuer. In den folgenden 10min. entwickelte sich eine regelrechte Raumschlacht. Und im Hintergrund dieser Schlacht, entfernte sich langsam, humpelnd aber stetig, die Refugium vom Schlachtfeld, bis Sie aus der Sensorreichweite der Inquisitionsschiffe sich entfernt hatte. Doch dies fiel niemandem in der Hitze der Schlacht auf.

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 10
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sun-Mar-2023, 09:33 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

***Transmitterstation / Werkstatt ***

Kavun deutete auf das Konglomerat aus Metall und Polymeren hinter dem Kraftfeld, das ungefähr die Größe eines Fußballes hatte. Wäre die Aufmerksamkeit der Personen nicht gewesen, es wäre im chaotischen Allerlei der kleinen Reparaturwerkstatt der Transmitterstation nicht sonderlich aufgefallen. „Es sind auf jeden Fall die Überreste einer Spionagedrohne, Exzellenz,“ erklärte Kavun dem neben ihm stehenden Richard von Rabenstein. „Vermutlich hat sie der Ionensturm vor drei Tagen fertig gemacht, und ein paar Mikrometeoriten hat sie auch abgekriegt.“

„Die Sturmfront hat unsere Station vor zwei Tagen gestreift…“

„Ja, sie könnte die Drohne erfasst und mitgerissen haben.“

„Und durch unseren Perimeter geschleudert?“

„Genau. Aber sie kann auch schon innerhalb gewesen sein. Ist schwer zu sagen.“

„Das bedeutet also, dass der Gegner über unsere Position informiert sein könnte?“

Kavun betätigte eine Schaltfläche und das Objekt hinter dem Kraftfeld zerstob in einem grellen Blitz. „Ja, kann sein. Weiß nicht, wann die internen Transmitter beschädigt worden sind.“

Richard dachte an die seltsame codierte Nachricht, die ihn vor knapp einer Woche erreicht hatte. Das versteckte Kampfschiff. War es eine Falle – oder war es ein Angebot? Sollte er sich dorthin auf den Weg machen oder nicht? So wie es aussah, hatte der Allmächtige ihm diese Frage soeben beantwortet. Auf jeden Fall mussten sie diesen kleinen Hafen verlassen. Er bot keine Sicherheit mehr.
„Ich informiere unsere Gefolgschaft. Wir reisen ab.“


***Transmitterstation / Kapelle ***

Gleich unterhalb der Werkstatt war eine kleine bescheidene Kapelle eingerichtet worden. Immerhin erinnerte die große Kupferscheibe, die die von einer dahinter angebrachten Lichtquelle umstrahlt wurde, und die kreuzförmigen Metallstreben davor an das große Kunstwerk im Inquisitorenpalast in Rom. Richard gab sich hier gern seinen Fantasien vom Endsieg des Glaubens hin, und träumte von dem Moment, da er in der traditionellen Sänfte getragen Einzug in Rom hielt, um endlich, endlich, den ihm gebührenden Platz einzunehmen. Den Platz, an dem Gott ihn gestellt hatte, und den zu erreichen ihm offenbar nur nach erheblichen Prüfungen vergönnt sein sollte!

In diesen Minuten aber erwartete der Inquisitor Maximus eher einen präzisen Fingerzeig von den höheren Mächten. Sollte er sich zu den Koordinaten begeben, die die Botschaft präsentiert hatte? Er breitete die Arme aus, bis der Schatten des Metallkreuzes auf ihn fiel, und rezitierte Gebetsformeln aus dem Urgrund der Zeit…
… bis ein ohrenbetäubender Alarm die Station erschütterte. Im gleichen Moment zirpte sein Kommunikator.

Richard aktivierte das kleine Gerät. „Was ist los?“

+Perimeteralarm!+ hörte er Kavun am anderen Ende keuchen. +Mindestens sechs Schiffe! Kennung der Inquisition!+

LaSalle! Richard bekreuzigte sich, machte eine letzte Verbeugung in Richtung des Kreuzsymbols und eilte in den Gang. „Ist unser Schiff startklar?“

+In ein paar Minuten, Exzellenz! Bring gerade die Antimaterie-Injektoren online! Ich erfasse Sie und beame Sie direkt auf die Brücke!+

„In Ordnung.“ Richard verhielt, wo er war, und im nächsten Moment hüllte ihn das bläuliche Leuchten des Transporters ein.


***An Bord der Refugium / Brücke ***

Als der Transporter ihn freigab, fand sich der Großinquisitor auf der Brücke des Kreuzers wieder, dessen Alter und Flickwerk ihm heute nur noch schmerzlicher bewusst wurde. Rings um ihn kämpften seine Anhänger, alles startbereit zu machen. Finger flogen über zusammen geschusterte Konsolen, Hände schoben herab hängendes Glasfaserkabel zur Seite.

„Intermix komplett!“ brüllte irgendjemand.

„Dockingklammern lösen!“ rief Kavun. Ein Seitenblick ließ ihn Richard erfassen und er nickte ihm kurz zu. „Exzellen! Wir können auf Impuls, sobald—„

Von einer anderen Konsole stob eine Funkenfontäne, gefolgt von einem gotteslästerlichen Fluch. „Druckabfall in der sekundären Plasmaleitung! Ich kann den Antrieb nicht hochfahren!“

„Bring den Reserveschild online, du Idiot!“ röhrte Kavun, stieß dann den anderen Mann zur Seite und versuchte selbst, zu retten, was zu retten war.

Richard saß in der Mitte der Brücke und harrte der Dinge in eisiger Entschlossenheit, den Blick auf den Hauptmonitor gerichtet. In diesem Moment brachen die ersten gegnerischen Schiffe durch den Schutzschirm und bauten sich vor der kleinen Station auf wie eine Hundemeute vor dem Fuchsbau. Auf den Außenhüllen glänzte das schwarze Symbol der Terranischen Inquisition. Das selbe Symbol, wie es Richard auf der linken Brustseite tätowiert hatte.

Meine Armee. dachte er. Meine Gefolgschaft.

Die Komanlage spie die Aufforderung aus, sich zu ergeben.

Richard erhob sich. „Kavun, öffne einen Multibandkanal. Ich will, dass diese Worte auch über diese Flotille hinaus reichen! – Hier spricht Richard von Rabenstein, Inquisitor Maximus. Die Vorsehung hat mich in dieses, euer Universum versetzt, damit ich dem Recht, der Wahrheit und dem Licht des Glaubens zum Sieg verhelfe! Ihr, dort auf euren Schiffen, ihr Kommandanten, IHR solltet Diener des Lichts sein! Aber ihr habt euch zu Handlangern der Finsternis erniedrigen lassen! Wollt ihr so enden? Wollt ihr dulden, dass die Dämonen euch in Ketten geschlagen und zu willfährigen Werkzeugen gemacht haben? Oder wollt ihr frei sein, selbstbestimmte Diener der göttlichen Dreifaltigkeit, der Wahrheit und des Lichts?!“

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  Zwischen Licht und Finsternis / Log 9 / NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Mar-2023, 09:58 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Erde / Paris / Gebäude des imperialen Konzils / Sitzungssaal IV/II

LaSalle musste innerlich lächeln. Hier saßen sie alle. Die Kriegsgewinnler der Konzerne, die blassen, rückgratlosen Politiker, die selbstsüchtigen Militärs , der väterlich dreinblickende Vorsitzende des Konzils, Großadmiral Petterson, seit Van Malmens Absetzung , das neue Staatsoberhaupt und wie ein düsterer Rachenegel in großer, dunkler Glorie, neben Petterson sitzend, der einzig ernstzunehmende und gefährliche Gegner für LaSalles Pläne: Großadmiral DeRaaf. Ihn auszuschalten, war derzeit unmöglich, aber auch nicht notwendig, denn die restlichen 10 Mitglieder des Konzils, bis auf Petterson, waren nichts anderes als ein Haufen Cretins. Widerlich, winselnde Kreaturen, genährt von Pettersons Wohlwollen und diszipliniert durch die Angst vor DeRaafs stählerner Peitsche.
Hier in diesem Saal würde nicht nur LaSalles Comeback starten, nein hier würde sein Aufstieg zum Herrscher des Galaxis beginnen. Und dann? Wer weiß? Es gab noch viele Welten, viele Galaxien. Und auf diesem Weg würde ihn auch ein Richard von Rabenstein nicht aufhalten, Aber gerade dieses Gremium von Kriechern, trunken von ihrer eigenen, eingebildeten Macht, würden ihm dabei helfen, von Rabenstein wieder in die Hölle zurück zu befördern.
Petterson räusperte sich und wandte sich dann an LaSalle.

Pe: Nun, Euer Exzelllenz, im Gegenzug zu einer angeblich revolutionären Idee, zum Schutz des Imperiums, haben wir Ihnen sicheres Geleit und eine Amnestie, sowie eine Wiedereinsetzung in Ihr Amt zugesagt. Lassen Sie uns dann einmal hören, was Sie uns zu sagen haben.

LaSalle lächelte maliziös.

LS: Ich danke Ihnen Herr Vorsitzender, oder sollte ich den einzig richtigen, Ihnen gebührenden Titel, Imperator maximus nennen?
PE: Bitte, Vorsitzender genügt, LaSalle. Wir sind hier ja alle Funktionäre. Fahren Sie fort.
LS: Nun wir alle haben unserer glorreichen Flotte vieles zu verdanken. Ihre Siege sind ungezählt und ihr Ruhm wird überall besungen.

LaSalle nickte mit einem hämischen Grinsen DeRaaf zu , welcher jedoch nicht einmal mit der Wimper zuckte.

LS: Aber die Gefahrenlage hat sich geändert. Der Feind bedient sich nicht mehr physikalischer Mittel, da er auf diesem Weg gescheitert ist. Nein, das Zerwürfnis zwischen dem Klerus und dem Militär wurde von Interesenten inszeniert, welche sich spiritueller Kräfte bedienen. In den langen hallenden Monaten meiner Verbannung, hatte ich genügend Zeit, darüber zu forschen. Die Ergebnisse habe ich Ihnen ja bereits zu kommen lassen.

Petterson nickte.

Pe: Ja, die Ergebnisse waren durchaus erschütternd und die Beweise erdrückend.

DeRaaf gab ein Schnauben von sich.

DR: Beweise? Das sind keine Beweise! Okkulte Interpretationen statistischer Spielereien mit der Metaphysik! Nichts anderes!
Pe: Kollege DeRaaf war halt schon immer ein sehr rationaler Mensch. Fahren Sie fort, LaSalle.
LS: Gegen Kräfte aus den Bereichen der Telepathie und der Telekinese können Sie sich weder mit Schilden, noch mit Panzerungen, noch mit Phasern oder Disruptoren erwehren. Nein, Sie benötigen ein Äquivalent zu solchen physikalischen Vorrichtungen im metaphysischen Raum.
Pe: Und so etwas haben Sie jetzt entdeckt?
LS: Sagen wir, ich habe eine Möglichkeit gefunden uns in die Lage zu versetzen, solche Systeme zu entwickeln. Wie Sie wissen, bin ich Experte im Gebiet der Para-und Metaphysik.
DR: Ach? Ist dem so? Das ist ja ganz etwas Neues!
LS: Meine Forschungen haben zu dem Schluss geführt, dass in jedem Menschen, welcher ein ESP-Training mindestens der Stufe 3 absolviert hat, die Fähigkeit steckt, auf metaphysischer Ebene gleichsam als Generator für Kräfte zu wirken, welche das Universum auf seiner höheren Ebene so umformen könnte, wie es Schilde und Waffen auf der physikalischen Ebene tun. Doch dazu benötigen diese Personen ein genetisches Update.
DR: Lassen Sie mich raten LaSalle. Sie haben etwas gefunden, mit welchem das Update möglich wird.
LS: Nicht Etwas. Sondern Jemanden. Eine uralte, erst kürzlich wieder erwachte und auf der metaphysischen Ebene fast allmächtige Spezies. Und diese Spezies besitzt etwas, was uns helfen kann, dieses Ziel zu erreichen.
Pe: Und um welche Art Spezies handelt es sich und wo ist sie zu finden?
LS: Im der der Nähe der KMC, im Schwarzsonnengebiet. Auf einem Planeten namens Panox-B. Ich habe erfahren, wie man zu Ihnen gelangen kann und wie man mit diesen Wesen verhandeln muss, damit man etwas erreicht. Das Handlung ist gelinde gesagt delikat. Sie werden sich jetzt bestimmt fragen, woher ich diese Informationen habe, doch ich habe mein Ehrenwort gegeben, meine Quellen nicht preis zu geben.
DR: Ehrenwort? Soso. Ehrenwort.
Pe: Und was wünschen Sie jetzt von uns?
LS: Erlauben Sie mir, eine Expedition in dieses Gebiet durchzuführen. Unter meiner Leitung. Wir benötigen dieses Wissen einfach zum Schutz vor Gefahren auf der nichtphysikalischen Ebene.
Pe: Das leuchtet ein. Stimmen wir also ab.
DR: Was? Sie lassen sich von diesem bestenfalls viertklassigen Mythengeschwafel eines selbsternannten Hexenmeisters der Paraphysik überzeugen? Das ist grotesk!
LS: Ich danken Ihnen für das Kompliment DeRaaf.

Das Abstimmungsergebnis erschien im Holofeld in der Mitte des Raums

11x Ja, 1x Nein.

Pe: Nun gut LaSalle. Sie haben unsere Zustimmung. Bewähren Sie sich und beweisen Sie uns Ihre Loyalität zum Imperium. Stellen Sie Ihre Expedition zusammen und melden Sie sich, wenn Sie bereit sind. Die heutige Sitzung ist damit beendet.
LS: Ich danke Ihnen allen. Sie werden es nicht bereuen.

Die Sitzung zerstreute sich. Nur LaSalle und DeRaaf waren noch im Raum.

LS: Sie haben zweifelsohne mit Nein gestimmt.
DR: ich bewundere Ihren Scharfsinn, LaSalle. Aber trotzdem, ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Erfolg.
LS: Man tut, was man kann.

DeRaaf prostete LaSalle mit einem Glas Wasser spöttisch zu.

DR: Ja, das mag sein. Diese am Rande der Demenz stehenden Mitglieder der Konzils konnten Sie einwickeln LaSalle. Ich aber werde Sie im Auge behalten. Und sollten Sie irgendetwas tun, was mir nicht gefällt, werde ich Sie aus diesem Universum und in die Hölle jagen.
LS: Soll das eine Drohung sein?
DR: Nein, keine Drohung. Ich würde Ihnen doch nie drohen. Nein, das ist ein Versprechen. Ich habe die Ehre Ihnen einen guten Abend zu wünschen.

DeRaf trank sein Glas aus und verließ den Raum.

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  Zwischen Licht und Finsternis - Log 8
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Mon-Feb-2023, 09:44 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

(so, endlich Teil 2!)

*** Auf der Transmitterstation ***

„Da ist ne zweite Botschaft drunter gewesen, da hatten Sie recht, Exzellenz.“
Richard nahm das Padd entgegen, dass Kavun ihm reichte.
„Allerdings ziemlich gut versteckt, das Teil. Also alle Achtung. Ich hab früher, als ich noch bei den Marines stationiert war, meiner Süßen, äh, meiner… äh, Frau, also, Fast-Frau, immer so’n paar Sachen geschickt…“

Ich will es nicht wissen.

„… also unter die offiziellen Statusberichte drunter gelegt, haha. Naja, bis der Supervisor eines Tages, als-„

„Der Computer hat keine Sprache identifizieren können?“ Richard hob den Blick wieder von dem Padd und bohrte ihn in Kavuns Gesicht, der sich räusperte.

„Äh, nein, Exzellenz. Der Text ist da, Sie sehen ihn ja, aber der Computer hat erst mal nichts ausgespuckt, äh, ausgegeben. Also der in der Technik nicht.“

„Verstanden. Du kannst dich entfernen.“

Kavun räusperte sich erneut, salutierte, verbeugte sich und schlüpfte durch die Tür.
Der Großinquisitor unterdrückte ein Seufzen, setzte sich und übertrug die Daten von dem Padd in den sein eigenes Terminal. In der Tat, der Text unter der falschen Holopredigt sah merkwürdig aus. Das Schriftbild kam ihm bekannt vor, aber dann wiederum auch nicht… An wen richtete sich die Nachricht? Er loggte sich in die Hauptdatenbank der Transmitterstation ein, wo einige zehntausend Sprachen abgespeichert sein sollten.

„Computer, extrapoliere Vokabular und Syntax des Exempels. Vergleich mit sämtlichen aktuellen Sprachen innerhalb des Terranischen Imperiums!“

Einige Sekunden verstrichen. + Keine Konkordanz gefunden + lautete dann die emotionslos vorgetragene Feststellung.

„Erweitere auf Sprachen außerhalb des Imperiums, soweit vorhanden!“

+ Keine Konkordanz gefunden +

Richard presste die Lippen zusammen und starrte erneut auf das Schriftbild, das aneinander gereihte lateinische Buchstaben mit diversen Akzenten darüber und darunter zeigte. „Computer, erweitere die Suche auf nicht mehr gesprochene Sprachen!“

+ Bitte spezifizieren Sie die Anfrage! +

„Auf der Erde! Prä-Imperiale Periode!“

+ Keine Konkordanz gefunden +

Maleficus! Er dachte nach, las den Text erneut, überlegte weiter. „Computer, entferne sämtliche Vokale und diakritischen Zeichen. Erneute Suche. Moderne Sprachen und prä-imperiale Periode!“

Diesmal vergingen volle 8 Minuten, und Richard fragte sich, wie es um die Rechenkapazität des Computers der Station bestellt war. + Konkordanz festgestellt. +
Der Großinquisitor fuhr herum.

+ Die Sprache ist Alt-Akkadisch. Übersetzung nicht möglich, da Matrix nicht in der Datenbank. +

Alt-Akkadisch? Sanctissima Trinitas! Wer schickt eine Botschaft in Alt-Akkadisch durch das All?!

Noch während er sich diese Frage stellte, erinnerte er sich an ein Intelligenzspiel, das er mit anderen Studenten in Rom gespielt hatte. Puzzlespiele in ausgefallenen, ausgestorbenen Sprachen… Auch Alt-Akkadisch. Aber er entsann sich nicht gut genug, um den Inhalt der Botschaft sofort lesen zu können.
Aber diese Tatsache wiederum warf eine andere Frage auf: war die Botschaft von einem ehemaligen Schüler der Inquisitonsuniversität verfasst worden? Hatten sie auch in diesem Universum dieses Spiel gespielt? Und: war die Botschaft an IHN gerichtet? Wenn ja, war es eine Falle oder eine wichtige Nachricht? War es ein Verbündeter oder ein Feind?

Richard setzte sich vor den Bildschirm und rückte der Übersetzung des Textes zu Leibe. Am nächsten Morgen wusste er, dass es sich um den Hinweis auf ein Schiff handelte, ein Schiff und seinen Standort...

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