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  Griff in die Geschichte Log 5 Mort Caldred
Geschrieben von: Sareth - Sun-Sep-2019, 08:02 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Antworten (1)

*** In einem Münchner Vorort ***
 
Das Aussenteam hatte sein temporäres Quartier gefunden: ein Ort, der auf den Scans der Sonde keine Frequentierung anderer Menschen verzeichnet hatte, der sich überhaupt in einem Areal befand, in dem wenig Aktivität herrschte. Der ausgewählte Platz stellte sich als ein Abbruchhaus aus der Gründerzeit heraus, das demnächst - aber das wussten die Teammitglieder nicht - einer Erweiterung der Agfa-Werke weichen sollte. Jetzt, an einem Wochenende, herrschte auf der Baustelle trügerische Ruhe, nur die interessanten antiken Maschinen konnten bewundert werden. Durch die teilweise zerbrochenen Fensterscheiben im ersten Stock zogen nicht nur die rußigen Abgase fossiler Brennstoffe, die bei Dr. D'Varo schon zu Niesen und Hustenreiz führten, sondern auch noch einige chemische Komponenten, die sich über der Filmherstellungsfabrik lagerten.
 
"Wunderbar," sagte die Ärztin und lüpfte ihren langen weißen Rock etwas, um durch herab gefallene Tapetenreste, Putz und Staub zum Fenster zu treten. "Sieht aus, als wäre ich etwas overdressed für das Hotel!"
 
"Nun, wenigstens wird uns hier sobald niemand stören," antwortete Mort und stapelte zwei ihrer Ausrüstungskisten in einer Ecke. Aus einer entnahm er eine Scaneinheit, die Tr'Kovath mit einem mobilen Stromemitter verband. Howy untersuchte mit geradezu kindlicher Freude einen antiken Stromschalter an der Wand, der bei jeder Drehung ein enorm lautes Klacken von sich gab.
 
"Jungs auf dem Campingtrip..."
 
In der Tat platzierte Vandenberg unterdessen Nano-Einheiten, aus denen sich Zelte auffalten würden. So war wenigstens die durch Ritzen und Fenster fauchende Novemberluft kein Problem. Nalae raffte ihren Rock in eine praktischere Höhe und ging ihren Begleitern zur Hand.
 
"Was wird das überhaupt?" Sie deutete auf die Apparatur, an der sich Mahan und Mort zu schaffen machen.
 
"Gerschoni hat einen Phaser mitgenommen," antwortete der Sicherheitschef. "Zumindest fehlte einer im Inventar, Klasse II-b. Ich nehme an, dass er den benutzen will. Mit einer antiken Schusswaffe kann er nicht umgehen; Phaser ist Standard-Sicherheitstraining. Und die eingebaute Zielfokussierung auf große Distanz wird ihm helfen, sein Ziel zu erreichen. Und jeder Phaser hat eine typische Energiesignatur."
 
"Aber zu gering, als dass wir sie mit dem Tricorder allein anpeilen können. Also brauchen wir eine Verstärkereinheit."
 
"Hier haben wir außerdem einen kleinen Replikator, falls wir neue Kleidung brauchen und dem einheimischen Essen nicht trauen wollen..."
 
"Also ich probiere immer alles, wenn ich irgendwo in der Fremde bin, gehört doch dazu," ließ Howy sich vernehmen und Vandenberg erwiderte, ganz im Lehrertonfall seiner Tarnidentität: "Aber seien Sie immer vorsichtig und essen Sie kein rohes Obst, junger Mann!"
 
"Genau." Nalae nickte. "Hier wird bestimmt noch mit tierischen Fäkalien gedüngt."
 
....
 
Wenig später war das Außenteam unterwegs, um einen Transportknotenpunkt zu erreichen. Die Straßen wurden breiter und belebter, also war alles recht viel versprechend, einen solchen bald zu finden. Doch die Verkehrszeichen konnten die Besucher aus der 500 Jahre entfernten Zukunft nicht deuten und auch mit dem hiesigen Dialekt hatte der Translator zum Teil erhebliche Probleme.
 
Dr. D'Varo blieb stehen. "Diese Stiefel sind der reine Horror. Meine Füße bestehen glaube ich schon nur noch aus Blasen!"
 
"Ich kann auch nicht grade sagen, dass die Mode sehr bequem wäre," Mahan zerrte an seiner Krawatte. "Wir hätten alle Holofilter nehmen sollen."
 
"Ach, das nimmt einem doch den ganzen Spaß!" Howy war vor einem Schaufenster stehen geblieben, in dem Plattenkameras und eine nagelneue Leica verführerisch drapiert waren. "Seht euch das mal an! Das Teil hab ich im Smithsonian gesehen! An der Sammlerbörse zahlen sie astronomische Preise dafür und hier kostet es sicher bloss... äh, naja, auch ganz schön astronomisch, die Zahl."
 
"Inflation," sagte Vandenberg, und auch Howy erinnerte sich jetzt an den entsprechenden Vermerk in ihrem Briefing.
 
Mort starrte missmutig auf seinen getarnten Tricorder. Auch mit Verstärker war noch kein Signal ihres flüchtigen Crewmitgliedes aufzufangen. Für ihn war es hier eindeutig zu feucht und kalt und seine empfindlichen Riechschleimhäute litten genauso wie die der Ärztin. Eine fahrende Fortbewegung - das wäre wesentlich besser!Aber bisher hatten sie nur ein paar enorm stinkende, ratternde Vierradfahrzeuge entdeckt und Fuhrwerke, die von wenig Vertrauen erweckenden Tieren namens Pferde gezogen wurden. D'Varo war ganz angetan von den braunäugigen, langwimprigen Kreaturen, Mort eher nicht.
 
"Entschuldigen Sie, Madame," Vandenberg war einer beleibten älteren Frau im Sonntagsstaat entgegen getreten, "Können Sie uns vielleicht sagen, wo die nächste Trans... Straßenbahnhaltestelle ist?"
 
Die Matrone blickte ihn einen Moment baff an, fragte dann: "Grüß Gott! - De Tram moanens?"
 
Vandenberg und der Rest des Teams warteten hilflos auf den schweigenden Translator. Die Bajuwarin brummelte etwas und versuchte es dann erneut: "De Elektrische? Ja? Da missen's nur noch ums Eck da, bei die Metzgerei."
 
"Danke, sehr freundlich."
 
Noch ehe man sich in Richtung der Haltestelle in Bewegung setzen konnte, stürzte plötzlich ein drahtiger junger Mann auf die Gruppe zu, der mit einem mittelgroßen Köfferchen bepackt war. "Ah, Freunde der Fotografie!" rief er, über das ganze Gesicht strahlend. "Glauben Sie an den Zufall? Ich nicht! Das Schicksal hat unsere Wege kreuzen lassen, glauben Sie mir! - Sie, Herr Professor," Er griff Vandenberg am Ärmel. "Sie sind doch ein Professor, für sowas hat Franz Weller doch ein Auge, einen Kennerblick, sozusagen!"
 
Mort fragte sich, was das sollte und bereitete sich innerlich auf eine Reihe von Situationen vor, die eine gewalttätige Auseinandersetzung und schnelles Entkommen beinhalteten. Natürlich hatte jeder von ihnen einen Notfalltransporter, aber den wollten sie nicht gerade vor der Menge Leute einsetzen, die hier unterwegs war.
 
Franz Weller indes hatte sein Köfferchen abgestellt und entnahm ihm keine Waffe sondern mehrere Hefte aus Papier und kleine Döschen. Will er uns irgendwas verkaufen? Kosmetik vielleicht, Medizin? Die Dosen sahen einigen Behältnissen in der Krankenstation der Picard ähnlich. Mist, der will uns nicht etwa Drogen--
 
"...aber Fotofreunde, was sage ich, Fotografen wie Sie, meine Herren, werden den Vorzug dieser Erfindung sofort erkennen!" Nalae bedachte er mit keinem Blick, Frauen verstanden ohnehin nichts von der Technik. "Und Sie mein Herr Professor, haben Sie nicht auch schon einmal gewünscht, ihren lieben Schülern die Errungenschaft des Lichtbildes in aller Pracht zeigen zu können, aber ach - es mangelte wie so oft am Gelde? Doch damit ist jetzt Schluss! Dank dieser neuen Erfindung aus Frankreich!" Mit geübter Hand öffnete Franz Weller eine der Döschen und entrollte ein kleines Kunststoffband. Dabei schmetterte er, als habe er das Ei des Kolumbus selbst entdeckt: "Ein Stehfilmband! Nie mehr kiloweise Glasdiapositive schleppen, nie mehr Unordnung bei der Vorführung! 50 Bilder passen auf ein Filmband! Klein, leicht und billig ist das Stehfilmband von Weller!"
 
Vandenberg versuchte sich höflich zu entwinden. "Danke, aber wir haben leider ein dringende Ver--"
 
"Oh, kein Problem," rief der umtriebige Vertreter der neuesten Medientechnologie. "Hier, nehmen sie einen Prospekt meiner Firma, oder auch gleich zwei!" Er drückte Vandenberg und Howy je ein Heftchen in die Hand. "Ihre Schüler werden begeistert sein, Herr Professor! Hier, nehmen Sie doch ein Probeexemplar mit und denken Sie dran: Filmstehbilder von Weller sind die Besten auf dem Markt und die billigsten! Da steht auch unsere Fernsprechnummer! Auch einen entsprechenden Projektor können Sie bei uns preiswert erstehen oder ihn auch leihen. Bestellen Sie bald, die Preise werden steigen!" Franz Weller verschwand in dem Fotoatelier.
 
"Puh..." machte Dr. D'Varo. "Der muss beim Großen Nagus in die Lehre gegangen sein..."
 
"Nee,"  grinste Howy, " von dem könnte der Große Nagus noch was lernen!"
 
Vandenberg stopfte das Filmband in seine Jackentasche und man machte sich gemeinsam auf zur Trambahn, wo schon einige Menschen warteten, alle im Sonntagsstaat, denn man war auf dem Weg von oder zur Kirche. Endlich kam das Gefährt mit lautem Klingeln um die Kurve und hielt. Einer nach dem anderen stieg ein, während der Schaffner die Runde machte. "Fahrkartn? Wer braucht noch a Fahrkartn?"
 
Die Mitglieder des Außenteams beobachteten den Uniformierten voller Interesse, bis er sich vor ihnen aufbaute und nach ihren Tickets fragte.
 
Mort beschlich das ungute Gefühl, dass sie etwas Wesentliches übersehen hatten. Durften nur Einheimische die Bahn benutzen? Brauchten Sie ihre Ausweise? Ja, das musste es sein! Er griff in die Tasche seines Jackets und holte den Reisepass hervor.
 
Der Schaffner zog die Brauen zusammen, aber dann erzitterte sein Schnauzbart unter einem heftigen Lachen. "Norwegen? Haha, jo mei! Aba Fahrkartn missen's doch kenna do im Nordn? Also, koa Fahrkartn.... Alle z'samm?"
 
Mort nickte. "Ja, wir wollen in die Innenstadt. Zum Rathaus." Der Schaffner nannte eine Summe, und Mort begriff, dass man hier TICKETS für GELD kaufen musste, ehe man das Verkehrsmittel nutzen durfte. Nun ja, dafür war Vorsorge getroffen worden! Er griff in die andere Tasche und holte ein kleines Bündel Scheine heraus, von dem er nun sorgsam die obersten beiden Banknoten herunter nahm und dem Schaffner reichte.
 
Diesem rutschte das Lachen aus dem Gesicht. Er grummelte, ob man ihn veräppeln wolle oder ob heut das Irrenhaus Ausgang habe. Das Geld wollte er nicht nehmen, statt dessen expedierte er das Außenteam aus dem Wagen. Und dann fuhr die Bahn ohne sie ab.
 
"Es muss an den Scheinen gelegen haben," murmelte Mort und betrachtete das Papier ungläubig.
 
"Vielleicht zu groß? Ich habe mal was von Wechselgeld gehört, in einem alten terranischen Film, das man immer haben musste," sagte Nalae.
 
(PS: ich dachte mir, sie haben Geld von 1900, was halt nicht mehr gültig ist Zwinker)

[Bild: mort.jpg]

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  Griff in die Geschichte / Log 4 / XO
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Sep-2019, 12:01 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Antworten (2)

Erde/Europa/Deutschland/München/Haidhausen/Gastwirtschaft "Hirschenbräu"

Es war noch früher Morgen und trotzdem hatte das unfreundliche Novemberwetter bereits einige Passanten in die Gastwirtschaft getrieben. Die Luft in der Gaststube war stickig. Kalter Rauch vom Vorabend mischte sich mit dem Geruch eines schlecht ziehenden Kohleofens, schalem Bier und dem Qualm minderwertiger Zigarren, welche von 4 hitzig diskutierenden Männern, welche an einem Seitentisch saßen, konsumiert wurden.
Zu den vom Wetter herein Getriebenen gehörte auch ein Mann mittleren Alters. Er trug abgewetzte Kleidung und auf seiner Anzugsjacke Ärmelschoner. Dieser Mann wirkte wie ein überarbeiteter Buchhalter und genau dies war auch beabsichtigt.
Wäre Jake Gerschoni Historiker, so würde er jetzt die Atmosphäre in sich aufnehmen. Stattdessen suchten seine Sinne nach einem Ansatzpunkt, um seinen Plan voran zu bringen. Und die Wortfetzen, welche von jenem Seitentisch zu seinem Ohr drangen, schienen genau diesen Ansatzpunkt zu bieten.
Erich Kupfelmüller, ein kräftig gebauter Mitvierziger schien vor Wut zu platzen. Jedenfalls dröhnte seine Stimme wie ein explodierender Bass durch die Stube.

EK: Dr Reichsexekution hamm se gegen Thüringen erlassen. Reichsexekution nennt sich dess. Das is noch vui zu harmlos. Exekution joaa , aba ganz anners müsst des geben! Midda Guijotin müsst ma des ganze linge Pack ausrotten!

Um seine Worte zu unterstreichen ließ er seine Handkante auf die Tischplatte förmlich aufschlagen.
Sein Gesprächspartner, Ewald Hohenfelser, arbeitsloser Brauer, kicherte böse.

EH: Das wird bald passieren. Wenn alles klar geht, sind wir die bald los und dann kommen bessere Zeiten! Wirst schon sehen.
EK: Na wenn as so kommt. Herr Wirt, wollens uns hier verdurschden lassen oda sinn ma bei da Preiss?

Gerschoni musste innerlich lächeln. Hier schien sich gerade eine Tür geöffnet zu haben.

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Ortswechsel: Erde/Europa/Deutschland/München München/Haidhausen/Rosenheimer Straße

Niemand hatte das kurze Flimmern der Luft in der Nebenstraße gesehen und so nahm auch niemand von den 5 Personen Notiz, welche an diesem regenerischen Morgen aus der Nebenstraße auf die Rosenheimer Straße traten
Vandenberg, Caldred, Dr. D'Varo, Howard Edzardus und Dr. Tr'Kovath schlenderten gemächlich die Straße herunter. Nalae D´Varo packte scheinbar gelangweilt einen Spiegel aus und blickte dann entsetzt auf die dort angezeigten Umweltdaten.

DV: Das ist ja unglaublich. Die Luft ist ja förmlich mit Giftstoffen übersättigt. Wie kann man hier leben?

Mort Caldred nickte langsam.

MC: Es gibt Schlimmeres.

Vandenberg brummte unzufrieden.

Va: Merken Sie sich bitte Ihre Tarnexistenzen. Mr. Caldred. Sie heißen Morden Calder, stammen aus Norwegen und sind ein ehem. Bauleiter. Doktor Tr´Kovath, Sie heißen Korbinian Kowatt und sind beim Institut für Rundfunk angestellt. Mr. Edzardus: Sie sind ehem. Steuermann eines U-Bootes und nun an der Sternwarte zu München angestellt.  Doktor D´Varo, Sie sind Angestellte bei der Bahn und meine Wenigkeit stellt einen schlecht bezahlten Gymnasiallehrer da.

Nalae grinste frech beim Anblick von Vandenbergs Aufzug.

Na: Sie sehen aus wie dieser Professor Knörz aus dieser Novelle, wie hieß sie noch gleich? Das Feuerzangenbowling.
Va: Die Feuerzangenbowle! Und ja, diese Kleidung ist so etwas wie eine Berufskleidung.

Vandenberg blickte sinnend auf seinen, als Taschenuhr getarnten Tricorder.

Va: Mhm, normalerweise sollten wir eine Chroniton-Varianz sehen. Aber….scheinbar hat sich Gerschonis Varianz angepasst. Das wird die Suche stark erschweren.

Caldred schnaubte verächtlich.

MC: Dieser widerliche Nift. Er ist vor 2 Stunden in einem Waldgebiet gelandet. Soweit konnten wir ihn verfolgen. Doch um seinen, wie auch immer gearteten Plan durchzuziehen, muss er zum nächsten Transportzentrum gelangen. Und das kann nur hier sein. Also muss er sich hier irgendwo aufhalten.
Na: Wir sollten uns zuerst eine Unterkunft suchen und uns dann aufteilen.

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  Griff in die Geschichte Log 3 - Nalae
Geschrieben von: Nalae D'Varo - Gestern, 07:14 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Antworten (4)

USS Picard – Krankenstation


„Mr. Gerschoni ist eigentlich sonst ein sehr unauffälliger Mitarbeiter gewesen, sehr gut aber mit einem gewissen Mangel an Sozialkompetenzen“, sagte Mahan, der Nalae in seiner Pause in der Krankenstation besuchte, die gerade nichts zutun hatte. Sie räumte und sortierte herum obwohl dies eigentlich nicht Not tat. Aber aufgrund der momentanen Lage konnte die Ärztin einfach nicht stillsitzen. „Ich bin sehr überrascht, dass er auf einmal so freidreht“, fuhr Mahan fort. 

„Ja ja, sowas kommt immer von denen, denen man es am wenigsten zutraut“, sagte Nalae. „Ehrlich gesagt, mich macht es wütend! Wenn Leute gegen Regeln verstoßen, nur weil sie den Helden spielen wollen. Eine Fußnote in der Geschichte, pff. Das ist keine moralische Debatte ob man sowas macht oder nicht! Das ist eindeutig und völlig klar, dass in einer Zeitlinie nicht herumgepfuscht wird. Die temporale Direktive gibt’s ja nicht nur so zum Spaß. Wer aus reinem Heldenmut da interveniert und so einen begrenzten Horizont hat, ist auf einem Raumschiff nicht gut aufgehoben. “

„Vielleicht können wir das nicht vollumfänglich verstehen, weil es nicht die Geschichte unseres Planeten ist“, antwortete Mahan.
Der hatte die Ruhe weg. Wie immer. Nalae staunte stets darüber, wie er das machte.

„Weißt nicht!“, schnaubte die Rihana. „Ich gehe immer lieber auf Nummer sicher wenn ich nicht vorhersehen kann, welche Konsequenzen mein Handeln auf meine Umwelt hat....was macht denn dieser Hautregenerator hier? Ich habe doch zigmal gesagt, der gehört in Schublade 354.6b, das kann man sich doch wohl merken! Was machen wir denn jetzt wegen dem? Irgendetwas muss man doch machen.“

Das dachte sich Sokar auch. Für diese schwierige Angelegenheit rief er etwa zehn Minuten später die Brückencrew zu einer Konferenz zusammen.

„Es bleibt uns nicht viel Zeit“, sagte der Captain, der mit hinter dem Rücken verschränkten Armen vor dem Konferenztisch stand.
„Mr. Gerschoni wird Deutschland auf der Erde in schätzungsweise 45 Minuten erreicht haben. Es liegt uns keine Information darüber vor, wie er seinen Plan in die Tat umzusetzen gedenkt. Allerdings haben wir durch Radioübertragungen in Erfahrung bringen können, dass wir uns im Jahr 1923 nach Christus terranischer Zeitrechnung befinden. Dies war ein äußerst prägendes Jahr für den politischen Aufstieg Adolf Hitlers. Ein perfekter Zeitpunkt für Mr. Gerschonis Vorhaben – da es weitaus einfacher sein dürfte, gegen Hitler vorzugehen als zu dem Zeitpunkt, an dem Stauffenberg sein Attentat durchführte.“

„Bitte was?“, fragte Nalae und auch Mort und Mahan schienen leicht beeindruckt. 

„Captain, das haben Sie doch jetzt nicht einfach mal eben so aus Ihrem Gedächtnis abgerufen, oder etwa doch?“, fragte die Ärztin ungläubig.
„Die Geschichte der Erde in Erfahrung zu bringen erschien mir äußerst sinnvoll, da ich seit langer Zeit mit den Terranern zusammenarbeite“, antwortete Sokar mit einer hochgezogenen Braue, da er Nalaes Erstaunen offenbar nicht nachvollziehen konnte.

Nalae beugte sich zu Mahan und flüsterte: „Ich hab noch ein bisschen Oberstufenwissen über die Geschichte von Romulus im Hinterkopf.“ 

„Wie dem auch sei. Wir werden Mr. Gerschoni aufhalten müssen“, fuhr Sokar ungeachtet der Unterbrechung weiter. „Mr. Vandenberg, Mr. Caldred, Dr. D'Varo, Mr. Edzardus und Dr. Tr'Kovath, Sie werden das Außenteam für diese Mission bilden. Es ist vonnöten, dass Sie sich dieser Epoche angemessen kleiden. Für diesen Zweck stellen der Computer und das Holodeck eine Bandbreite an Informationen dar, die Sie nutzen können, um sich eine entsprechende Kostümierung zu replizieren. 

„Mort im Tweed-Dreiteiler?!“, Nalae konnte sich nicht beherrschen und prustete los, woraufhin sie einen grimmigen Blick des Reptiloiden erntete.

„Dr. D'Varo, bitte versuchen Sie, Ihre Emotionsäußerungen ein wenig einzudämmen“, bemerkte Sokar beiläufig.
„Ich wollte gerade erklären, dass Mr. Caldred einen Holo-Emitter erhalten wird. Meinen Einschätzungen zufolge sollten wir nicht mehr als drei Tage benötigen um Mr. Gerschoni zu finden. Der Emitter besitzt genügend Energie für diesen Zeitraum. Sollte dies nicht ausreichend sein, werde ich Mr. Caldred natürlich vorher wieder zur Picard abberufen."

Der Captain pausierte einen Augenblick.

"Ihnen allen ist die temporale Direktive selbstverständlich bekannt. Ich möchte noch einmal mit besonderer Deutlichkeit hervorheben, dass diese Direktive ausnahmslos einzuhalten ist, ungeachtet Ihrer persönlichen moralischen Vorstellungen. Jeglicher noch so minimale Eingriff in den zeitlichen Ablauf dieser Epoche wäre nicht zu verantworten. Bitte bedenken Sie das, während Sie sich dort unten aufhalten. Versuchen Sie, möglichst unbemerkt zu bleiben und das Geschehen nicht zu beeinflussen. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Mr. Gerschoni unbeschadet zurück kommt und dass er gefunden wird, bevor er seinen Plan in die Tat umsetzt."


„Ich finde das gar nicht so schlecht“, murmelte Nalae, die vor einem Haufen Kleidung stand, der den Boden ihres Quartieres bedeckte.
„Die Mode war zwar unpraktisch, aber schick. Elemente, wie oft trage ich Röcke oder Kleider? Das wird sehr ungewohnt. Ich muss darauf achten, mich wie eine Dame zu bewegen, sonst falle ich auf.“ Sie griff in den Klamottenstapel und zog ein – Etwas heraus.
Ein langes, beiges Chiffonkleid mit geriffeltem Rockteil und kurzen Ärmeln aus Spitze. Dazu ein paar weiße Handschuhe, die bis über den Ellenbogen reichten. Das war doch nicht übel! Eine blickdichte Strumpfhose und ein paar flache Schuhe – auf gar keinen Fall Absätze für eine Mission – und natürlich eine üppige weiße Kappe mit Blumenmuster, um die Stirnhügel und die Ohren zu verbergen.
Nalae drehte sich zufrieden vor dem Spiegel und zupfte das Kleid zurecht.
„Ach ja – der letzte Touch, der fehlt ja noch. Die Wohlhabenden haben sich damals tote Tiere um den Hals gehängt.“
Mit diesen Worten drapierte sie die replizierten Überreste eines Hermelins um ihre Schultern.
„Ja. Doch. Macht was her.“ Sie nickte.

Fünf Minuten später ging die Klingel an ihrem Quartier.
Als Nalae die Tür öffnete, trat sie voller Erstaunen einen Schritt zurück und ihre Mundwinkel formten sich zu einem breiten Grinsen.

„WAS DENN?“, fragte Mahan und verzog das Gesicht um zu zeigen, was er von der Herrenmode des irdischen 20en Jahrhunderts hielt.

Er trug eine schwarze Anzugjacke über einem weißen Hemd, dazu eine weit geschnittene Hose mit Bügelfalten und ein paar matte Herrenschuhe. In der rechten Hand hielt er einen Panamahut.
Um seinen Hals war irgendetwas Undefinierbares gewickelt.

„Nichts. Ich finde...ehrlich gesagt finde ich, du könntest das öfters anziehen“, sagte Nalae und sie sah dabei so aus, als ob sie das ganz ernst meinte. 

„Im Leben nicht!“, antwortete der Romulaner und griff an das Ding an seinem Kragen. Eine Krawatte, die er in einem einfachen Knoten um seinen Hals gebunden hatte. „So unbequem ist nicht einmal meine Paradeuniform.
Was soll dieses Mordgerät hier? Das erwürgt einen ja! Du musst mir helfen Nalae, ich kriege es beim besten Willen nicht so hin wie es auf dem Bild aussieht!“

„Ja, ja, du hast noch gar nichts zu meinem Outfit gesagt!“, antwortete Nalae und wedelte mit dem einen Ende des Hermelins in Mahans Gesicht herum. 

„Was IST das für ein Ding?! Das hat Krallen!“, quietschte Mahan und wich zurück.

„Es ist jedenfalls flauschig“, antwortete die Ärztin und begann, Mahans Krawatten-Debakel zu entknoten. 

„Ich muss sagen, bis auf diesen Wischmopp gefällt mir deine Kleiderwahl ganz fabelhaft“, sagte der Rihanha und grinste.



„Dr. D'Varo, Dr. Tr'Kovath, 16 Uhr ist nicht 16:05“, sagte Vandenberg, als die beiden in Eile im Transporterraum eintrafen.

„Bitte entschuldigen Sie die Verspätung XO, die terranische Kleiderordnung birgt so ihre komplizierten Details“, antwortete Nalae und rückte ihre Kappe zurecht während sich das Außenteam auf der Transporterplattform aufstellte. Wenige Sekunden später gab Vandenberg den Befehl zum Beamen.

[Bild: 7B6TUe5.jpg]

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  Griff in die Geschichte - Log 2 Hohardus Edzardus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Gestern, 02:03 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Antworten (6)

==========  Kurz zuvor  ==========

Sokar versuchte es mit allen Mitteln, Jake von seinem Vorhaben abzuhalten.
Er antwortete nicht einmal.

Das Sicherheitsteam hatte ebenfalls versucht, auf den Hangar zu kommen und die Startsequenzen zu unterbrechen, aber auch das hatte er geschickt verhindert, und als sie dann endlich dabei waren, zum Shuttle vorzudringen, war der Hangar schon vakuumisiert, und Anzüge anzulegen, hatten sie keine Zeit mehr.

Das Shuttle, und mit ihm Jake, war fort.

Und auch die Aktivierung eines Traktorstrahls kam zu spät.


==========  Brücke der USS Picard ==========
 
„Zuhause und doch so fern!“ Howy grunzte, und die anderen auf der Brücke nickten.
„Jetzt brauchen wir nur noch die Zeit manipulieren, und wir sind wirklich da.
Allerdings würde ich mir gerne mal Ost-Friesland ansehen, wie es 500 Jahre vor meiner Zeit dort aussieht, aber das wird wohl nichts werden. Leider.“
 
Er hatte inzwischen die Picard in eine Position auf der Rückseite des Mondes gebracht, wo sie in einem synchronen Orbit lag.
Da war sie sicher vor einer, wenn auch sehr geringen Möglichkeit, von irdischen Astronomen dieser Zeit entdeckt zu werden.
Es war das Mount Wilson Teleskop in Kalifornien, das damals den Titel ‚größtes Teleskop‘ für sich in Anspruch nehmen konnte.
https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Wilson_Observatory
 
Howy erinnerte sich an die Fakten um dieses damals riesige Teleskop mit 100 Inches oder 2,5 m! Schon 100 Jahre später lagen terrestrische Teleskope bei irgendwo 25 – 30 Metern! Dazu freifliegende Geräte im Weltraum.
Dieses Teleskop war es, mit dem Edwin Hubble nachwies, daß der Andromeda Nebel eine eigene Galaxie außerhalb der Milchstraße war.
Howy, den diese alten Geräte schon immer fasziniert hatten, hatte sich die meisten dieser historischen Geräte selber angesehen, und man hatte es ihm sogar mal erlaubt, eine ganze Nacht das später größte Teleskop auf dem Palomar mit 5 Metern alleine zu nutzen.
Was für ein Erlebnis!
 
Selbst mit diesen Geräten war eine Entdeckung der Picard auch auf der Vorderseite des Mondes nahezu unmöglich, aber Sokar wollte kein Risiko eingehen.
Sie hatten eines der Shuttles auf einer Bahn vor der Vorderseite des Mondes positioniert und dazu noch zwei kleine Satelliten, die die Kommunikation mit der Picard aufrecht erhielten.
Dazu hatten sie auch noch einen geostationären in 30.000 km Höhe über der Erde positioniert, der viel zu klein war, um entdeckt zu werden.
Er sollte für eine lückenlose Kommunikation zwischen einem möglichen Außenteam und der Picard sorgen.
Da es zu dieser Zeit schon die ersten Ansätze von Radioübertragungen und Funk gab, nutzten sie nur Hyperfrequenzen, von deren Existenz damals noch niemand etwas ahnte.
Man wollte ja nicht ganz aus Versehen abgehört werden.
 
Eigentlich war alles ziemlich perfekt, wenn man vom Problem Jake Gerschoni absah.
Was war in diesen Kerl gefahren?
Warum hatte er ein Shuttle gestohlen und war ganz offensichtlich in Richtung Erde geflogen, und zwar genau ins Herz Europas. Nach Deutschland.
Was wollte er dort?
 
Bei einer Durchsuchung seines Quartiers hatte man ein Schreiben von ihm gefunden, das Licht auf seine Beweggründe warf, aber auch die Probleme und Sorgen verzigfachte, mit denen sie derzeit konfrontiert waren.
Und es muß ein sehr plötzlicher Entschluß gewesen sein, den er keinem seiner wenigen Freunde mitgeteilt hatte.
 
„Liebe Crewmitglieder.
Liebe  Freunde.
 
Es tut mir leid, wenn ihr jetzt wegen mir Probleme habt, aber ich konnte nicht anders handeln, denn mein Gewissen zwingt mich, die Gelegenheit zu nutzen, um vielen Millionen Menschen in Europa und der Welt das Leben zu retten.
Wir alle wissen, daß gerade in den Jahren, in denen wir hier gestrandet sind, ein Mann namens Adolf Hitler versuchen wird, an die Macht zu kommen, was ihm letztlich auch gelingt.
Und die Resultate dieser Machtergreifung kennen wir auch: Es wird den 2. Weltkrieg geben, der rund um den Globus viele Menschen ins Elend stürzen und das Leben kosten wird.
Und es wird die systematische Vernichtung der Juden, der Sinthi und Roma, Schwulen,  Kommunisten und anderer Widerständler geben.
Ich habe es mir gut überlegt und weiß, was meine Tat, sollte sie erfolgreich sein, mit uns und der Erde machen würde.
Ich weiß nicht, wie sich der Lauf der Dinge verändern würde. Vielleicht gäbe es die Föderation nicht oder überhaupt keine interstellare Raumfahrt.
Möglicherweise würde ich gar nicht existieren, auch wenn das ein Widerspruch in sich wäre, da ich ja sonst nicht diesen Plan ausführen könnte.
 
Ich bin aber zu dem Schluß gekommen, daß die Menschheit im Großen nur davon profitieren würde, wenn Hitler gar nicht erst an die Macht käme und der 2. Weltkrieg nie stattgefunden haben würde.
 
Deshalb habe ich mich entschlossen, die Regeln auf diesem Schiff zu brechen und eines der Shuttle zu stehlen, denn ohne dieses könnte ich nicht nach Deutschland kommen.
Bitte versucht nicht, mich an meinem Plan zu hindern.
Ich werde alles daran setzen, es euch schwer zu machen, mich zu finden, denn ich bin mir sicher, zum Wohle der Menschheit zu handeln.
 
Ich wünsche euch allen eine gute Rückkehr zur Erde in die Zeit, aus der wir kamen.
Es wird sicherlich Manches nicht so sein, wie ihr oder wir es kannten, aber trotzdem werdet ihr wieder zuhause sein. Möglicherweise in einem besseren, da auch die Nachfolgekriege wahrscheinlich nie stattgefunden hätten.
 
Da ich sicherlich nicht zurückkommen werde, grüßt meine Familie, sofern es diese noch gibt und erzählt ihnen von dieser Tat, die ich einzig zum Wohle der Menschheit durchgeführt habe.
Sicherlich werde ich nur eine Fußnote in der Geschichte bleiben, als der Mann, der das Attentat auf Hitler machte, aber ich selber werde mit einem guten Gewissen sterben.
 
Lebt lang und gedeiht!
Jake Gerschoni“
 
Der Inhalt dieses Briefes sprach sich natürlich wie ein Lauffeuer an Bord herum.
Nur wenige Minuten nach dessen Auffinden, kannte jeder den Inhalt, und natürlich gab es kein anderes Gesprächsthema mehr, als dieses geplante Attentat und die Möglichkeiten es zu verhindern oder gar doch lieber zuzulassen.
Hitzige Debatten entflammten überall auf dem Schiff.
‚Pro‘ und ‚Contra‘ wurden diskutiert, wobei die Meisten versuchten, sich vorzustellen, wie ihre Erde und ihre Heimat wohl aussehen würde, wenn Jake erfolgreich wäre.
Das Ganze betraf natürlich durchaus auch die Crewmitglieder, die nicht von Terra stammten, denn eine grundlegend andere Entwicklung konnte ja auch bewirken, daß es viele Entwicklungen auf ihren Heimatplaneten nicht gegeben hätte, die für den heutigen Stand essentiell waren.
 
Wie bei Zeitreisen immer, und Jake das ja auch schon angesprochen hatte, wäre vielleicht auch ihre eigene Existenz oder die der Picard infrage gestellt.
Zeitreisen beinhalteten immer Paradoxa, über die Laien und Wissenschaftler schon immer diskutiert hatten seit es Science Fiction gab.
War es zum Beispiel möglich, sich selber zu begegnen und mit sich selbst zu interagieren?
Manche behaupteten, das sei nicht möglich, andere aber waren überzeugt davon, daß ein Zeitreisender durchaus sein eigener Urgroßvater oder Vater sein könnte.
Das war in unserem Fall ausgeschlossen, aber es konnten ja auch eigene Verwandte bei dieser Aktion zu Schaden kommen.
Andererseits würden Verwandte noch leben, die in den Kriegen gefallen waren.
Die möglichen Auswirkungen überstiegen die Vorstellungskraft der Meisten.
 
Es hatte ja schon viele Zeitreisen gegeben, nach denen kaum Auswirkungen berichtet wurden, aber das konnte auch nur Zufall sein, weil man eben diese Änderungen gar nicht bemerkt hatte, wenn sie nicht im direkten Umfeld stattgefunden hatten.
 
Es mußte eine Lösung gefunden werden!
Und Howy war sich eigentlich darüber klar, daß man Jake würde stoppen müssen, egal, was einem sein Gewissen sagte.
Aber würde man dann nicht selber zum Mörder von so vielen Menschen werden, wenn man nicht handelte, wenn sich einem eine solche Gelegenheit bot?

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  Die Picard im 20 Jh.
Geschrieben von: Nalae D'Varo - Sun-Sep-2019, 11:28 AM - Forum: *** Visuelle Kommunikation *** - Antworten (1)

Mahan & Nalae in "Tarnoutfits" auf der Erde, für unseren neuen Plot Ultragrins

[Bild: 7B6TUe5.jpg]

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  Griff in die Geschichte - Missionsstart - Sokar
Geschrieben von: Sokar - Sat-Sep-2019, 07:05 PM - Forum: *** USS Jean-Luc Picard *** - Keine Antworten

*** USS Picard / Büro des Captains ***

Zwei Tage war es jetzt her, dass Rewdak Tr'Kovath verschwunden war. Heimlich, still und leise hatte er sein Shuttle repariert und war eines Morgens Richtung Heimat gestartet. Ganz offenbar hatte er niemandem an Bord so weit getraut, ihn in die Fortschritte seiner Reparaturarbeiten einzuweihen. Sokar fand das in mehrfacher Hinsicht bedauerlich. Zum einen, weil Rewdak ohne Not die Gemeinschaft der Crew und ihre Hilfe abgelehnt hatte, und zum anderen, weil er gehofft hatte, mit den Daten des Shuttles die Rückkehr der Picard zu beschleunigen.

Sokar hatte soeben seinen wöchentlichen Bericht beendet und wollte sich in sein Quartier und zur Ruhe begeben, als der Türsummer ertönte. Er war müde und es kostete ihn etwas Mühe, den aufsteigenden Unmut zu unterdrücken und statt dessen die Stimme zu einem neutralen "Herein!" zu modulieren.
Mahan tr'Kovath trat ein, von dem Sokar wusste, dass er ihn nicht um diese Zeit stören würde, wenn nicht etwas Dringliches vorlag. Im Gesichtsausdruck des Rihanha malten sich jedoch keine beunruhigenden Neuigkeiten, eher etwas wie... persönliches Unbehagen. Sokar hieß ihn Platz nehmen und wenig später kannte er das moralische Problem seines Cheftechnikers: Mahan hatte - aus Sicherheitsgründen, wie er sagte - die Tätigkeit seines Bruders überwacht und damit letztlich Zugriff auf einige zentrale Daten gewonnen.

"Ich werde nicht in der Lage sein, alles zu rekonstruieren," sagte er abschließend, "ich kann keine verschachtelte Singularität auf der Picard einrichten. Aber ich könnte einige entscheidende Modifikationen durchführen, die uns in Reichweite der nächsten Arxstraße katapultieren würden ... laut meinen Berechnungen. Damit könnten wir in wenigen Tagen die Erde erreichen. Mir ist klar, Sir, dass ich diese Informationen nicht auf dem ... nun, auf von Starfleet sanktionierten Wegen erhalten habe. Aber die Auswirkungen sind so bedeutsam, dass ich es für meine Pflicht gehalten habe, Sie trotz allem in Kenntnis zu setzen. Aber falls Sie es wünschen, kann ich alle Daten vernichten."

Sokar betrachtete das Padd, das zwischen ihnen auf dem Tisch lag. Das Padd, das die Möglichkeit barg, sie alle nach Hause zu bringen. In einigen Tagen. IN EINIGEN TAGEN! "Ich werde meine Entscheidung morgen treffen," sagte er nur.
...

Sokar las das Padd und verbrachte eine sehr unruhige Nacht. An Schlaf war nicht zu denken, nicht einmal die Meditation wollte ihn wirklich in den Zustand der benötigten Ruhe erheben. Das zeigte ihm, wie sehr er selbst auch am Ende seiner Kräfte anlangte, trotz aller mentalen Disziplin und dem einem Vulkanier eigenen Durchhaltevermögen. Er brauchte den Kontakt zu seiner Heimat, seinen Landsleuten, seiner Familie. Sechs Jahre waren sie schon unterwegs! Hatte sein ältester Sohn unterdessen von der Universität graduiert? Und welche Ausbildung hatte sein jüngster Sohn gewählt? Und seine Frau, wie mochte es ihr ergehen? Nur einmal in den letzten Jahren war ein kurzer Kontakt möglich gewesen, und auch das war schon wieder fast drei Jahre her. Wenn er die Augen schloss, sah er ihr Gesicht deutlich vor sich, ihre ganze Gestalt im Eingang ihres Hauses...

Und auch an der übrigen Besatzung zehrte die lange Reise, das war zunehmend unübersehbar. Unter den optimistischsten Berechnungen würden sie noch etwa zwei Jahre unterwegs sein. Durfte er der Crew aufgrund von ethischen Bedenken die Möglichkeit vorenthalten, eher nach Hause zu kommen? In dieser Zeit kann vieles geschehen, können womöglich weitere Crewmitglieder ihr Leben verlieren...
Sokar rief sich zur Ordnung. Lasse ich mich von meinen Emotionen leiten anstatt von logischer Überlegung?

Passieren konnte auch genügend bei einem Experiment, wie Tr'Kovaths Berechnungen es nahelegten. Er schritt ein paarmal durch sein Quartier, versuchte dann seine Meditation fortzusetzen. Schließlich aber gab er auf, trat er an das Fenster und ging Schritt für Schritt die Angaben in Tr'Kovaths Padd noch einmal durch, jede einzelne einem fiktiven Kreuzverhör unterwerfend. Vom technischen und wissenschaftlichen Standpunkt waren die Risiken vertretbar. Aber... Handele ich nach dem besten Wissen und Gewissen für meine Crew oder nicht?

Am Morgen neigte sich seine Entscheidung schon gegen einen Einsatz, und er beschloss, die ganze Angelegenheit mit seinem XO zu beraten. Vandenberg erschien, und trotz seiner Versuche, so korrekt wie immer zu wirken, entgingen Sokar die Anzeichen von Erschöpfung und Überreizung keineswegs. Als dem XO die angebotene Tasse Kaffee aus der Hand rutschte und das Getränk, begleitet von einem Fluch den Teppich tränkte, war die Entscheidung des Captains der Picard gefallen. Sie hatten vorher jede Möglichkeit genutzt, ihre Reise abzukürzen, und jetzt würden sie auch diese gebotene Möglichkeit nutzen! Als er wenig später den Entschluss verkündete, kamen keine Einwände.
 

*** Zwei Wochen später / Brücke ***

Anstrengende Tage lagen vor allem hinter der technischen und navigatorischen Abteilung, auch wenn die Aussicht, ihre Reise um so Vieles zu verkürzen, alle beflügelt hatte und Sokar bereits mahnen musste, sich nicht zuviel zuzumuten, weil dies wiederum die Fehlerquellen erhöhte. Es hatte eine verstärkte Eindämmung um die Singularität konstruiert werden müssen, was teilweise selbst die Energie der Lebenserhaltung gekostet hatte - die Replikatoren waren seit zwei Tagen abgeschaltet. Weil zusätzliche Kühlsysteme gelegt werden mussten, sah es nun im Maschinenraum aus wie auf einer Tiefbau-Baustelle für Rohrsysteme. Für den Navigationscomputer mussten neue Sub-Programme geschrieben werden, denn die komplexen Manöver mussten so genau ausgesteuert werden und so rasch aufeinander folgen, dass ein menschliches Eingreifen nicht mehr möglich sein würde.

Nun war der entscheidende Tag gekommen. Ein simulierter Testlauf am Computer war erfolgreich verlaufen und Sokar gab grünes Licht. Die Brückencrew inklusive der jeweiligen Ersatzleute hatte an ihren Konsolen Platz genommen - weniger, weil es etwas gab, was sie tun konnten, als um dabei zu sein. Zu sehen gab es nichts: nach dem Startbefehl Sokars aktivierte der Computer den modifizierten Antrieb und die Energie im Schiff wechselte auf Notmodus, während das gewohnte Bild des Alls auf dem Bildschirm von durchdringender Schwärze abgelöst wurde. Bei dem eingesetzen Double-Fold erreichten keinerlei Signale mehr die Sensoren; es war, als ob sich die Picard jenseits des Ereignishorizonts eines Schwarzen Loches bewegte. Auch zu spüren war nichts.

Sokar, Howy und Tr'Kovath verfolgten gespannt jede Änderung in den automatischen Anzeigen der Parameter vor ihnen. Im Notfall konnte ein Abbruch erfolgen, was allerdings unausweichlich den Verlust ihrer künstlichen Singularität zur Folge hätte.

"Ich hab' so ein surreales Gefühl, als ob ich in einer schwarzen Wattekugel eingepackt bin," murmelte Counselor Janice und die Andorianerin an der Kom nickte. "Ich merke es in den Fühlern. Ein wenig Orientierungsschwierigkeiten."

Vandenberg nickte der Bajoranerin zu, die als Ersatz an der Kom saß, damit diese übernehmen sollte.
Auch Mort, dessen Spezies ja in der Lage war, Warpfeldveränderungen wahrzunehmen, registrierte einen leichten Schwindel und Orientierungsschwierigkeiten. Noch ehe Dr. D'Varo bei ihm zu einer Prüfung der Vitalwerte angelangt war, war das Gefühl jedoch vorüber. "Alles klar," wehrte er ab.

"Wir sind wohl nicht für solche Geschwindigkeiten --ups!" Howys Ausruf galt den kurzzeitig in den roten Bereich wechselnden Stabilitätsanzeigen vor ihm. Alarm kam auch von den Eindämmungsfeldern und Sokar ließ die Energie der Lebenserhaltung zuschalten. Sekunden später normalisierten sich die Werte.
"Schwer zu sagen, was das war," meinte Howy, "schätze, wir haben ein größeres Objekt zu nah passiert, und das gab eine Änderung in der Gravimetrie. Naja - wir sind nicht rausgeflogen. In knapp 5 Minuten erreichen wir die Arxstraße. Da könnte es etwas turbulenter werden."

Die Brückencrew war bereits angeschnallt. Sokar gab noch einmal die entsprechende Order für die Besatzung im Maschinenraum und in den Quartieren.

Der Computer hatte die Geschwindigkeit automatisch herunter geregelt, trotzdem bockte das Schiff wie ein Pferd vor einem Hindernis und drehte sich buchstäblich einmal um sich selbst. Mehrere Alarme schrillten los, für einen Moment fiel die Beleuchtung völlig aus. Dann flammten die ersten Anzeigen im Dunkel wieder auf.

"Sind in der Arxstraße," kam Howys Stimme."Geschwindigkeit Warp 8."

"Keine Hüllenbrüche, keine Schwerverletzten," berichtete Vandenberg, von seinem Display aufsehend. "Dr. D'Varo, übernehmen sie die umgestülpten Mägen und Beulen!" Er lächelte und auch auf den noch blassen Gesichtern seiner Kameraden begann sich langsam Erleichterung zu zeigen.

"Maschinenraum, Status?" wandte sich Sokar an Marlow, der dort seinen Dienst versah.

+Hauptantrieb ist offline, sekundäre Eindämmung futsch - sowas können wir nicht noch mal machen, oder uns fliegt alles um die Ohren. Aber sonst....+ Die Brückencrew glaubte den DCEO grinsen zu sehen, + sonst arbeitet alles. Sind auf maximalem Impuls und alle übrigen Systeme stabil. Äh... ja, und die Replikatoren können auch wieder genutzt werden, falls wer einen Kaffee braucht.+

Irgendjemand klatschte plötzlich, und dann brach allgemeiner Jubel los und die Crew fiel einander in die Arme. Sie hatten es tatsächlich geschafft! Und in ein paar Tagen würden sie zu Hause sein!
 

*** Zwei Tage später / Kantine ***

Es gab keine anderen Gespräche mehr. Was würden alle tun, wenn sie erst einmal auf ihren Heimatplaneten waren? Was würden ihre Angehörigen sagen, was würde man zusammen unternehmen? Es wurden Wetten geschlossen, wer auf welchen Rang befördert werden würde und was alles für Auszeichnungen man verliehen bekam - in Erinnerung an die Crew der USS Voyager, die man monatelang geradezu herum gereicht und mit diversen Ehrendoktorwürden und Orden überschüttet hatte.
In die allgemeine Vorfreude mischte sich bei manchen Crewmitgliedern aber auch Beklommenheit. Sie hatten über die Jahre Freundschaft geschlossen, und jetzt würden sich ihre Wege wohl trennen. Zunächst zumindest. Und dann ... gab es noch jene, die befürchteten, dass sich ihre jeweiligen Partner längst nach neuen Gefährten oder Gefährtinnen umgesehen hatten. Doch bald wurden all diese Sorgen und Fragen von einer anderen abgelöst...

Tevlethi, die Andorianerin von der Kom, rührte nachdenklich in ihrer Kaltschale. Mort, der sich ihr gegenüber gesetzt hatte, fragte: "Keinen Appetit heute?"

"Irgendwas stimmt nicht. Ich bekomme keine Antworten auf alle raus geschickten Meldungen! Erst dachte ich, dass die Transmitter Schaden genommen haben, aber das haben wir überprüft. Es ist absolut Funkstille in Richtung der Erde, Andoria, eigentlich überhaupt der ganzen Föderation. Naja, von Vulcan empfange ich ein Signal, lässt sich aber nicht mit den gängigen Routinen entschlüsseln. Absolut nichts auch von den Romulanern. Das ist doch  nicht möglich, dass die Subraumrelais sämtlich gestört sind!"

"Hm... Howy sagte vorhin auch, dass mit der Navigation irgendwas nicht stimmt, aber das könne auch an Verwerfungen innerhalb der Arxstraße liegen."

"Trotzdem, wir müssten wenigstens die Signale der Bojen IN der Arxstraße auffangen! Nein, da stimmt was nicht." Sie schob die unberührte Kaltschale von sich. "Ich mache Meldung beim Captain."

Eine Stunde darauf war klar, was nicht in Ordnung war - und Sokar berief eine Dringlichkeitssitzung ein.
 

*** USS Picard / Besprechungsraum ***

Sokar stand vor seiner Seniorcrew, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, äußerlich ruhig und gesammelt wie stets. "Es kann kein Zweifel bestehen, dass wir eine temporale Verwerfung erlebt haben," sagte er. "Wir haben seit unserem Austritt aus der Arxstraße vor 45 Minuten sämtliche Sensordaten doppelt überprüft und die Position der stellaren Körper mit dem Sollstatus der Datenbank abgeglichen. Wir befinden uns am berechneten Ort, momentan noch 0,6 Lj vom terranischen Sonnensystem entfernt, aber 500 Jahre in der Vergangenheit."

Das war ein Schlag, der erst einmal verdaut werden musste. Für einige Augenblicke herrschte Grabesstille. Dann murmelte Marlow: "Zwanzigstes Jahrhundert? Ganz üble Periode...."

"Zwei Weltkriege, die ersten Atombomben, Völkermorde, globaler Terrorismus, Umweltzerstörung..." fiel Counselor Janice ein.

"Aber auch der Beginn der Weltraumfahrt," versuchte Howy gegenzusteuern.

"Können wir den Zeitrahmen einengen," wollte Vandenberg ganz sachlich wissen.

"Die Berechnungen laufen noch, es scheint alles auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinzudeuten. Wir werden in einigen Minuten Genaueres wissen; der Computer geht gerade die verfügbaren Daten aus dem vulkanischen Zentralarchiv durch. Es gab zwei Überwachungsmissionen Richtung Erde im 20. Jahrhundert, wie Sie wissen, daher ist eine große Anzahl an Korrelativdaten vorhanden. Auf jeden Fall laufen wir keinerlei Gefahr, dass wir entdeckt werden, solange wir jenseits der Plutobahn verbleiben. - Kommen wir zum Status unseres Schiffes und einer möglichen Rückkehr in unsere Zeit! Die Lebenserhaltungs-Systeme der Picard arbeiten stabil und die Reparaturen der Schäden vom Übertritt in die Arxstraße sind fast abgeschlossen. Unser Hauptantrieb ist inaktiv und wir verfügen derzeit nur über Impulsgeschwindigkeit..."

Noch ehe Sokar geendet hatte, war allen Anwesenden klar, was das bedeutete: ohne Basis-Warp war an einen temporalen Sprung nicht zu denken. Die Singularität konnte derzeit nicht angezapft werden und der Ersatzantrieb der Warpspule funktionierte nicht, da die Dilithumkristalle gesplittert waren.
 

*** Besprechungsraum 3 Tage später ***

Unterdessen war klar, dass sie im Jahr 1920 plus/minus 5 Jahre irdischer Zeitrechnung gelandet waren. Die vorherige Hochstimmung an Bord war in einen umso tieferen Keller gesunken, nachdem man Einblick in die Informationen über diese Periode genommen hatte. Tr'Kovath hatte eine Methode ausgegraben, bei der Dilithium mithilfe radioaktiver Felder rekristallisiert werden konnte - riskant, aber im Augenblick die einzige Option, denn alle andere benötigten Materialien waren hier entweder nicht vorhanden oder nicht herstellbar.

"Es gibt mehrere Vorkommen an Uran auf der Erde," begann Vandenberg, nachdem er im holographischen Projektionsfeld einen virtuellen Globus aufgerufen hatte. "Die meisten von ihnen werden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entdeckt beziehungsweise ausgebeutet werden."
Auf dem Globus erschienen mehrere rote Markierungen. "Wir sollten uns die Lagerstätte aussuchen, die sowohl ein Minimum an invasiven Techniken unsererseits erfordert, als auch das Entdeckungsrisiko gering hält. Hier zum Beispiel." Er wies auf Gebiete in der Mongolei und in Afrika. "Ich schlage vor, eine getarnte Klasse 3-Sonde zu entsenden, die die Situation vor Ort prüft, ehe wir weitere Schritte unternehmen."

Sokar nickte. "Mr. Tr'Kovath, lassen Sie eine entsprechende Sonde --" Ein lauter Alarmton unterbrach ihn.

Mort warf einen Blick auf die Anzeige. "Unautorisierter Systemzugriff im Shuttlehangar."

"Im Shuttlehangar? Ich habe niemanden zu irgendwelchen Reparaturen abgestellt..." wunderte sich Tr'Kovath und runzelte die Stirn.

"Computer! Crewmitglied im Shuttlehangar identifizieren!"

+Jake Gerschoni befindet sich im Shuttlehangar- gab die synthetische Stimme gewohnt nonchalant zur Kenntnis.

"Das ist einer von meinen Technikern. Was bei den Elementen--"
Ein zweiter Warnton ertönte und nach einem hastigen Blick auf die Meldung kontaktierte Mort die Sicherheitszentrale: "Parker? Senden Sie ein Team in den Shuttlehangar! Die Freigabeprozeduren werden manipuliert!"

Tr'Kovath klopfte auf seinen Kommunikator: "Gerschoni, was tun Sie da? ... Gerschoni, antworten Sie!" Nichts.

"Er ist in einem der Shuttle!" Mort sprang auf. "Parker? - Transporterraum?"

+Marlow hier, Sir.+

"Erfassen Sie meine Koordinaten und beamen Sie mich direkt in den Hangar!"

Ein Moment verstrich, aber es geschah nichts - Mort stand immer noch im Besprechungsraum. "Marlow, was ist da los?" knurrte er.

+Eine Transportersperre... ich versuche sie zu umgehen, aber...+

Nun versuchte Sokar den Crewman im Shuttle zu erreichen. Doch es blieb erfolglos, und so steuerte der Captain mit raschen Schritten dem Lift zu. Tr'Kovath und Mort schlossen sich ihm an. Der Romulaner schüttelte den Kopf. Was ging in dem Techniker vor? Geschoni war in all den Jahren nie irgendwie aufgefallen. Er war ein ruhiger, manchmal zu ruhiger Nerd, der sich nur in den Eingeweiden der Computer wohlzufühlen schien. Vom Lift aus informierte Sokar die Counselor, schnellstens zu ihnen im Hangar zu stoßen. Von der Sicherheitszentrale aus versuchte man, die Hangartore zu blockieren, um Gerschoni am Start zu hindern.

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  Zwischenlog 20 - Lhoal
Geschrieben von: Sareth - Sat-Aug-2019, 06:06 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Auf der „Golden Empress“ ***

 
Lhoal hatte sich auf Erkundungstour durch das Schiff begeben, das ihn und seine Kameraden aufgesammelt hatte. Nach knapp zwei Tagen Schlaf am Stück und so viel an Essen und Wasser, wie man gewillt war, ihnen kostenlos abzugeben, fühlte er sich allmählich wieder besser.
Aus der Datenbank des Borgschiffes wusste er, dass es einen Waffenstillstandsvertrag zwischen Autokratie und Imperium gab – also würde man ihn und die übrigen Rihannsu nicht als Gefangene betrachten. Denn eines war ihm klar: die „Golden Empress“ flog in die falsche Richtung, gen Imperium. Und Lhoal wollte so schnell wie möglich zurück auf die Brücke eines Kampfkreuzers der Galae!

Kindergebrüll und streitende Stimmen in diversen Sprachen drangen zu ihm. Das Schiff war total überladen mit Flüchtlingen und zwielichtigen Händlern und sonstigen Spießgesellen, die entweder der Rechtlosigkeit und Hoffnungslosigkeit oder der Selbstjustiz im Niemandsland entkommen wollten. Sie hatten zum Teil ihre letzten Besitztümer irgendwelchen Schleppern in die gierigen Rachen geworfen, die sie über die Grenze ins Terranische Imperium bringen sollten. Die Terraner indes hatte so wenig wie die Rihannsu Ressourcen und Ambitionen, noch mehr hungrige Mäuler aufzunehmen. Beide Machtblöcke hatten nach dem Krieg gegen die Borg genug damit zu tun, die vorhandene Bevölkerung durch zu bringen und zu schützen. Die einzigen, die sich bereicherten, waren die Grenzposten... Die kassierten doppelt: von den Verzweifelten, und dann vom Staat für die Auslieferung.

„Herodes?! Aus!“

Die barsche menschliche Stimme klang von oberhalb der Galerie, wo auch ein paar Leute ihr behelfsmäßiges Lager aufgeschlagen hatten. Lhoal hörte das Hecheln eines großen Tieres und blieb halb auf der Treppe stehen. Seine rechte Hand zuckte zu seiner Hüfte – da erinnerte er sich mit einem Fluch, dass ihre Waffen eingezogen worden waren. Nun gut, er war auch mit bloßen Händen ein gefährlicher Gegner!

Der Rihanha stapfte vorwärts, wobei seine metallenen Schienbeinschützer ein leises Klirren wie bei einer mittelalterlichen Rüstung verursachten. Einen Moment später hatte er die Szenerie im Blick – ebenso wie zwanzig andere Schaulustige.

An der gegenüber liegenden Wand lehnte eine zerlumpte Rihanha mit kurzen hellen Haaren. Vor ihr saß mit gesträubtem Nackenfell ein grauschwarzes Untier und bleckte die Zähne unter der gekräuselten Nase.

Von einem der Quartiere näherte sich ein Zwerg von einem Terraner in einem sackartigen braunen Gewand. Lhoal glaubte sich zu erinnern, dass die Tracht irgendeiner dieser Bruderschaften der terranischen Religion gehörte, Leute, die die Rihannsu als Ausgeburten der Unterwelt betrachteten. Der ehemalige Kommandant der Spezialtruppen der Autokratie hegte wenige freundschaftliche Gefühle für derart hinterwäldlerisches Gelichter…

„Herodes! Bei Fuss!“

Der Hund zog sich zurück und der Terraner-Zwerg griff ihn am Halsband. „Lass diene Zähne von dem spitzohrigen Höllengezücht!“ Er machte das Kreuzzeichen über dem Hund und dann über sich selbst.

Lhoal grinste abschätzig. Diese Terraner! Gut, dass die Allianz mit ihnen endlich beendet ist!

Die hellhaarige Rihanha, die nicht ganz nüchtern zu sein schien, löste sich von der Wand und machte einen unsicheren Schritt vorwärts. „Eh, Alter!“ rief sie dem Kerl im Sackgewand zu, auf Terranisch, wie Lhoal feststellte. „Das nimmste zurück, das „Höllengezücht“! Ich bin getauft, so isses!“ Sie fummelte an ihrem Oberteil. Lhoal erwartete interessante Einblicke, aber statt dessen hielt sie plötzlich ein hölzernes Kreuz zwischen den Fingern.. „Hier, siehste! Getauft, vom Großinquisitor persönlich!“

Das schien das Interesse des Zwerges zu wecken. „Großinquisitor? LaSalle?“

Die Rihanha öffnete den Mund, schien sich aber im letzten Moment eines anderen zu besinnen und bedachte den Terraner mit einem mürrischen Blick und einem obszönen Spruch.

Lhoal hatte Gerüchte gehört über die abscheulichen Riten, die die Terraner Taufe nannten. Es hieß, die Leute wurden untergetaucht, bis sie zu ersticken drohten, und gezwungen, Blut zu trinken. Auch wenn er annahm, dass davon nicht alles stimmte und wusste, dass die Terraner ähnliche Horrorstories auch über die Bräuche der Rihannsu bereit hielten – eine Volksgenossin, die sowas mit sich machen ließ, verdiente sein Interesse nicht. Er stieg die Treppe wieder abwärts, mit dem Ziel, irgendwo was Alkoholisches aufzutreiben.

Hinter sich hörte er wieder die Stimme des Terraners und ein wütendes Kreischen der Rihanha, die beteuerte, irgendwen "nich gesehn zu haben". Naja, das ging ihn nichts an.

[Bild: lhoal-spiegel-neu.jpg]

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  Schmutzige Hände Log 5 - Dalok Rul
Geschrieben von: Dalok Rul - Sat-Aug-2019, 04:52 PM - Forum: *** UFP *** - Antworten (1)

NRPG: So, ich wage mal einen vorsichtigen Einstieg in die Gefilde der komplexeren politischen Verflechtungen hier bevor ich hier Fehler mache :[Bild: s_067.gif]

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Ch'Rihan |Rul Estate 


Dalok Rul war zufrieden. Sehr zufrieden. Es konnte nicht besser laufen. Turan Tr'Kaleh war offensichtlich irgendwo auf Quo'Nos in der klingonischen Hölle verreckt, seine Reden schienen selbst beim Senat Gehör zu finden und außerdem plante er, zu expandieren. Die Masse an Verbündeten, die in der Föderation zu gewinnen waren, war nicht unerheblich, dachte man allein an die Strong Federation Party. Der Geschäftsmann fragte sich, warum er nicht eher auf diese Idee gekommen war.
Expansion war schließlich das Herzstück seines bisherigen Berufes gewesen – Geschäftemacherei und Politik unterschieden sich doch eigentlich nur marginal, ging es doch vor allem um Gewinn. Ob man nun Stimmen anhäufte oder Rendite, wo war da der Unterschied?
Der Senator war bestens informiert. Selbstverständlich hatte er seine Augen und Ohren überall. Informationen waren zuweilen mehr wert als goldgepresstes Latinum wenn es um Machterweiterung ging und genau diese war sein primäres Ziel. 
Seiner Meinung nach war der Föderationspräsident Dr. Rivsahshani ein inkompetenter Schwachkopf, dem die Balance zwischen seiner so genannten Demokratie und der Durchsetzung des Bündnisses mehr schlecht als recht gelang. 
Welcher Machthaber hatte es denn geschafft, mit der Etablierung demokratischer Rechte Kontrolle, Ordnung, Wohlstand und Frieden für sein Volk zu bewahren? Keiner, der ihm einfiel! Ganz besonders nicht dieser Tr'Kaleh.
Rul schnaubte.
Botschafterin T'Gamahal und der Attaché Tr'Vorkath waren offensichtlich nicht besonders begeistert von ihrer Konferenz zurückgekehrt, aber besonders der Attaché war im Zentrum von Ruls Interesse. Am wichtigsten Aber erschien Rul die Etablierung eines Kontaktes zu der geheimnisvollen Sektion 31, die offensichtlich genauso wenig begeistert von Tr'Kalehs und Dr. Rivsahshanis Plänen war wie er. Zweifelsohne wären sie ein mächtiger Verbündeter!
D'Rul saß an seinem Schreibtisch und knetete seine fleischigen Finger während er nachdachte, um schließlich sein Interkom zu bedienen und eine Nachricht aufzuzeichnen, die direkt an Tr'Vorkath herausgehen sollte.


Rul schlug ihm darin, in üblich schmierig-höflichem aber fordernden Tonfall vor, ein gemeinsames Treffen zu arrangieren, da er „offensichtliche Überschneidungen ihrer Interessengebiete“ festgestellt hatte.
Immerhin, dieser Mann vertrat die Galae, das Miltär. 
Rul war sich bewusst, dass er seine Wurstfinger noch niemals in dieses Gefilde augestreckt hatte und war sehr angetan von dem Gedanken, einige fruchtbare Verhandlungen mit Vertretern der Galae zu führen.
Ganz so wie immer war er vollkommen überzeugt davon, dass ihm dies gelingen würde.

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  Zwischenlog 19 - Nalae
Geschrieben von: Nalae D'Varo - Sat-Aug-2019, 03:02 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

„Teamarbeit, das is nichtsss für mich! Hick!“

Nalae lehnte an der Bartheke einer völlig heruntegekommen Kaschemme einer sehr vergammelten Kolonie der romulanischen Autokratie, die sich auf einem äußerst öden und kleinen Mond befand.
„Darum habsch misch einfach hier absetzen lassen und jetz brauchichnschiff. Hick!“

Die Ärztin versuchte, den Rihanha neben ihr mit einem lasziven Blick zu bedenken, allerdings verfehlten ihre halb zugefallenen, grün unterlaufenen Augen diesen Zweck vollkommen.
Den Mann neben ihr schien das aber nicht zu stören, da er selbst nicht gerade nüchtern war.

„Ich hab da ein sehr großes, langes...Schiff im Hangar, Baby“, lallte er. 

„Wirklich jetz n Schiff oder was?“, antwortete Nalae und leerte ihr bereits leeres Schnapsglas.

„Ja, wirklich, ein ganz stattlicher Kahn is das“, entgegnete der Mann und rückte ein wenig näher.

„Also den würdi mir ja gerne mal ansseeehn, dein Kahn“, antwortete Nalae und versuchte sich auf die Füße zu stellen, was mit einigen Torklern mäßig erfolgreich gelang.

„Na dann komm mal mit, Baby“, antwortete der Rihanha und fasste Nalae am Arm.

Die Romulanerin torkelte mit dem Mann mit, der sie tatsächlich in ein Hangar führte, was allerdings einige Zeit in Anspruch nahm, da keiner von beiden noch richtig laufen konnte. 

„Naaa Baby, wassssagssu?“, fragte der Mann.

„Wunderschööön“, hauchte Nalae als sie einem kleinen Shuttle gegenüberstanden, dessen Legierung an einigen Stellen enorm abgeblättert war und einige stattliche Dellen und Kratzer aufwies.

„Wollen wir mal reingeeehn, hmmm?“, fragte der Rihanha, stützte sich mit einer Hand am Shuttle ab und setzte ein schmieriges Grinsen auf.
Noch bevor Nalae antworten konnte hatte er mit ein paar Mal Tippen auf dem Schaltpult die Flügeltüren des Shuttles geöffnet, die langsam nach oben glitten.

Nalae betrat das kleine Gefährt und flätzte sich auf die Vordersitze.

„Dasss nenni mal einen geiles Schiff, du!“, lallte sie und fuhr langsam mit der Hand über das Schaltpult, was den Rihanha einigermaßen zum Schwitzen brachte, als er sich zu Nalae gesellte und ihr so dicht auf die Pelle rückte wie er konnte.

„Naa Honey, sollisch disch mal sseigen wie man diesen langen Hebel bedient?“

„Oh ja, ssseig mir den langen Hebel!“, antwortete Nalae.

In dem Moment in dem der Mann sich an ihrem Oberteil zu schaffen machte, schnellte Nalaes Hand hinter ihrem Rücken hervor und und stieß eine diamantenscharfe Klinge mitten durch das Herz des Romulaners.
Grünes Blut sickerte auf die Sitze und floß in kleinen Rinnsalen darauf herunter.

„Danke für das Schiff, Volltrottel!“, sagte Nalae, vollkommen nüchtern wie sie tatsächlich war, und hievte den Körper ihres neuestem Mordopfers so schnell sie konnte aus dem Shuttle, sodass er mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden aufprallte.
Dann verschloss sie die Türen und startete den Antrieb.

In dieser verkommenen Kaschemme würde man möglicherweise mehr als zehn Minuten benötigen um die Leiche zu finden, aber sie wollte besser nichts riskieren!

Nalae wähnte sich in Sicherheit. Sie flog nun seit einer Stunde durch den Raum ohne, dass sie jemand verfolgte.
Nun, wenn man ehrlich war, es gab eigentlich keine Welt, in der man mehr Aufwand für die Ermittlungen eines Mordes an einer unbedeutenden Person betrieb als den kleinen Finger zu heben. So etwas gehörte im gesamten Quadranten zum Alltag und Nalae kannte keinen Ort, an dem es anders lief.

Sie stand auf und inspizierte den winzigen Frachraum des Shuttles.
Die Ärztin wusste nicht, ob sie enttäuscht oder begeistert sein sollte, als sie einen winzigen Nahrungsmittel-und Wasservorrat neben einem sehr stolzen Depot an verschiedenen Spirituosen vorfand.
„Es hätte weitaus schlechter sein können“, meinte sie dann und griff nach einer Flasche Fusel, deren Inhalt sie nie zuvor gesehen hatte.


Zwei Stunden später.

Auf der „GOLDEN EMPRESS“

„Noch ein Schiff? Normalerweise ist hier innerhalb von einer Woche nicht so viel Verkehrsaufkommen“, grunzte der Captain, der gerade erst eine Truppe aus einem kleinen, halb zerfallenen Borgschiff aufgenommen hatte.

„Soll mir egal sein“, meinte er. „Ich bin hier schließlich nicht die Wohlfart!“

Gerade als er zuende gesprochen hatte, erreichte sein Schiff ein Ruf, der unversehens über die gesamte Brücke hallte.

„Uuund am Hoooorizooont weeeeht der goldene T'Liiiiiiiiiiisss! Heee! Sind Sie ein Schiff!?“

„Was bei den heiligen Monden von Thrakis ist da los?!“, fragte der Captain die Person, von der das unerträgliche Gejaule kam.

„Ich brauch ein Schiiiiiff zum flieeegeeeeen!“, krähte die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung und ließ einen lauten Rülpser folgen.

„Das ist ja wohl unfassbar! Als ob ich hier jeden versoffenen Vollidioten an Bord lasse! So weit kommt es wohl noch!“

„Das wirssu ganz klar bereuhen, du verfetteter Thrai!“, lallte es jetzt sehr wütend.

Der Captain unterbrach den Kontakt jäh und setzte den Kurs ungehindert fort.

„Arschloch!“, fauchte Nalae und schaffte es trotz ihres sehr fragwürdigen Zustandes, das Shuttle zu wenden und dem Kurs der GOLDEN EMPRESS zu folgen.


„Sie scheint uns zu folgen, Captain“, meldete der Bolianer.

„Pah! Ein versoffenes Luder in einem völlig heruntergekommenen Shuttle sollte keine Gefahr für uns darstellen“, schnaubte der Captain. „Die wird wahrscheinlich bald mit dem nächsten Asteroiden kollidieren, da brauchen wir uns keine Gedanken zu machen.“

Nalae fragte sich wütend, wieso bei allen Dämonen der Hölle sie so betrunken war, nahm die Flasche des Gesöffs und beäugte sie mehrere Sekunden lang von allen Seiten um festzustellen, dass sie leer war.
Mit einem romulanischen Fluch warf sie die Pulle hinter sich, sodass sie an der Wand zerschellte. In diesem Moment meldete sich der Bordcomputer.

„Warnung! Das Energielevel erreicht einen kritischen Bereich! Warnung!“

„Fvadt!“ 

Nalae blinzelte, so als ob ihre Sicht dann weniger verschwommen würde, aber das große Schiff vor ihr erschien immer noch doppelt.

Sie schickte einen erneuten Hilferuf los, doch der Captain der Golden Empress schien sich stur zu stellen.

„Erst beleidigen und dann einen Notruf abesetzen, das habe ich gerne!“, brummte er spöttisch und verschränkte die Arme.

„Aber Captain, es könnte dem Ruf unserer Linie zuträglich werden und eventuell verfügt sie über monetäre Mittel“, wandte der erste Offizier ein.

„Sie ist zwar völlig betrunken, aber sie sterben zu lassen wäre vielleicht nicht die feine Art.“

„Nun gut, nun gut. Es wird für sie Strafe genug sein, wenn sie in ihrem Zustand die anderen Passagiere belästigt – ich glaube nicht, dass die Spaß verstehen!“




Wenn Herodes etwas nicht mochte, dann waren es Betrunkene. Und dass sich ein solches Exemplar näherte bemerkte der Hund bereits bevor es in die Sichtweite seines Herren gelangte.
So bildete er die Vorhut und verschwand langsam den Gang hinunter um die Ecke um ein lautes Knurren hören zu lassen.

„Du bist ein braver Hund! Du bist ein guter Hund! Ein braves Hündschen!“, hörte Anselmus eine heisere Frauenstimme quietschen als er sich dem Geschehen näherte. 

Nalae angelte verzweifelt in ihren Taschen angesichts des knurrenden, riesigen Hundes. Hatte sie vielleicht das Glück, noch irgendwo etwas Essbares bei sich zu tragen?
Ein sehr harter, sehr verknitterter und angeschmolzener Energieriegel gelangte zwischen ihre Finger. Sie brachte es nicht einmal fertig ihn aufzureißen und warf ihn einfach in Richtung von Herodes' Schnauze um sich dann umzudrehen und sofort wegzurennen – sofern man diese torkelnden, stolpernden Bewegungen als „Rennen“ bezeichnen konnte.

Dass dies die dümmste Idee war, die der Romulanerin hätte kommen können, wurde ihr klar, als sie die Pfoten des Hundes hinter sich hörte, die nur so über den Gang flogen.

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  Zwischenlog 18 Anselmus
Geschrieben von: Hohardus Edzardus - Fri-Aug-2019, 08:24 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

==========  An Bord der GOLDEN EMPRESS ==========

Ok, der Name dieses Kahns hätte man mit einigem Wohlwollen als leichte Übertreibung für dieses Teil bezeichnen können.
In der leidigen Realität war sie eigentlich ein echter Seelenverkäufer, wie Anselmus schnell feststellen mußte.
Er hatte, als er den Namen des Schiffes hörte, mit dem er die Ehre hatte in Begleitung des Abtes zu reisen, wenigstens auf ein weiches Bett und einen ordentlichen Wein gehofft, aber Kabinen dieser Art gab es nur fünf.
In der einen wohnte der Captain und in der anderen der Abt. Wer in den anderen residierte, wußte Anselmus nicht.
Anselmus dagegen mußte im ‚Zwischendeck‘ leben und durfte noch nicht einmal in die richtige Kantine, die nur wenigen der zahlenden Passagiere vorbehalten war.
Er mußte mit dem vorlieb nehmen, was man den normalen Passagieren vorwarf im wahren Sinne des Wortes.
 
Andererseits konnte er sich ja eigentlich nicht beschweren, denn er war auf dem Weg zu einer Institution der Inquisition, wo er hoffte, etwas über den Aufenthalt Richard von Rabensteins zu erfahren.
Und das auch noch, ohne etwas dafür zu zahlen.
Und Herodes durfte auch mit, wobei dieser es noch schwerer hatte als sein Herrchen, denn es gab nichts extra für ihn.
Er mußte sich den Fraß mit seinem Herrchen teilen, was nicht gerade leicht war für einen Hund seiner Größe, der schon etwas Ordentliches zwischen die Kiefer brauchte.
Aber er war lange genug mit Anselmus zusammen, so daß er wußte, daß Schmahlhans derzeit der Küchenmeister war.
Und er hätte sich niemals beklagt, denn er wußte ebenso sicher, daß der Mönch auch noch sein letztes Stückchen Brot mit ihm teilen würde.
So lag er denn ruhig zu Anselmus Füßen und ließ sich kraulen. Geduldig wie immer.
Und auch Anselmus war sich ziemlich sicher, daß er die 2 Wochen Reisezeit schon irgendwie überstehen würde.
Und um sich die Zeit zu vertreiben, übte er sich tatsächlich mal wieder in meditativen Exerzizien.
 
Ab und zu durften die Zwischendeckpassagiere aber auch mal im Schiff herumlaufen und sogar die Brücke besichtigen.
Und etwa eine Woche im Flug war es Anselmus mal wieder vergönnt, der Brücke einen Besuch abzustatten, allerdings mußte Herodes zurückbleiben, was dieser gar nicht gerne duldete, denn er wollte sein Herrchen immer im Auge behalten, denn es gab genügend Dreckskerle, die dem an die Kutte wollten. Aber er fügte sich in den Befehl, wenn auch leise knurrend.
 
 
==========  Auf der Brücke der GOLDEN EMPRESS  ==========
Anselmus hatte sich im Hintergrund zu halten. Der 1. Offizier, ein riesiger Bolianer hatte ihn, kaum daß er die Brücke betreten hatte, erst einmal zur Schnecke gemacht, von wegen sinnfrei herumstehen oder blöd grinsen. Und da war es schon gut, daß Herodes nicht mit dabei war, denn der wäre diesem Kerl glatt an die Kehle gegangen.
 
Anselmus hatte eindeutig schon bessere Brücken gesehen.
Die hier sah aus, als ob man die Techniken von mindestens 25 verschiedenen Völkern nutzen würde.
War wahrscheinlich auch so.
Auf Terra hätte man das so ausgedrückt: ‚Aus jedem Dorf einen Hund‘.
 
Umso mehr bewunderte er ja irgendwo den Techniker, der in der Lage war, das Alles nicht nur zusammenzuschrauben, sondern auch noch laufen zu lassen.
Und auch die Crew sah nur bedingt so aus, wie Anselmus sie sich auf einem ordentlichen Passagierschiff vorgestellt hatte.
Ein buntes Gemisch von Völkern aus nahezu allen Quadranten der Galaxis.
Aber das war auf den Schiffen dieser Regionen eher normal. Raumleute, die auch noch halbwegs qualifiziert waren, waren verdammt selten, und so nahmen die Kapitäne nahezu jeden, der sich meldete.
 
Anselmus hatte sich in eine Ecke gedrückt, als der Navigator meldete:
„Captain, ich habe da ein Schiff in der Peilung, das hier mitten im Nichts nur mit Impuls fliegt. Deren WARP-Antrieb ist eindeutig offline, was darauf hindeutet, daß er kaputt ist.
Sollen wir denen unsere Hilfe anbieten?“
 
„Wozu? Sollen die doch selber zusehen, wie sie weiterkommen. Halten Sie Kurs!“
 
„Deren Lebenserhaltungssysteme sind aber auch schon am Ende. Wir sollten sie übernehmen, Sir.
Außerdem haben wir im Zwischendeck noch einige Kojen frei, und wir könnten sie also gegen Geld mitnehmen.“
 
„Aber nur, wenn die auch wirklich was haben, was wir gebrauchen können,“ grinste der Kapitän. „Aber das ist ja ein Borg-Schiff? Das könnte durchaus eine Falle sein.“
 
„Es gibt einige Lebensformen an Bord, aber Nichts deutet auf Borg hin, Sir.
Heutzutage sind seit den Borgkriegen viele derer Ex-Schiffe unterwegs, da sie billig zu bekommen waren und durchaus etwas aushielten.
Wir sollten uns mal bei denen umsehen, denn es gibt schon so Einiges, was wir dringend gebrauchen könnten.
Und unter den benötigten Ersatzteilen wäre auch Vieles, was aus Borgbeständen stammt, wie Sie ja selber wissen.
Außerdem können wir die Leute da drüben nun wirklich nicht da sitzen lassen.
Wir sind ja schließlich keine Piraten, sondern eine respektable Fluglinie. Die von ihrem guten Ruf lebt.“
 
Anselmus konnte nur mit Mühe einen Hustenanfall unterdrücken, als das Wort ‚respektabel‘ an seine Lauscher drang, aber er konnte dem Navigator nur zustimmen, denn solange man kein Pirat war, konnte man die Leute da drüben nicht sitzen lassen, schließlich konnte man ja selber auch mal in eine solche Situation geraten, und in den Kneipen der Raumhäfen würde sich so etwas gar nicht gut machen, und dann würde überhaupt Niemand mehr anheuern wollen, was sicherlich auch nicht im Interesse dieser Luxus-Linie war.
 
Das sah sogar der Captain ein: „Rufen Sie sie!“
 
Auf dem Bildschirm erschien das Gesicht eines Mannes, der ganz sicher kein Borg war, wie alle erleichtert feststellten:
„Ich bin Captain Lhoal von der Galae Rihanna, haben Sie unseren Notruf empfangen? Wie Sie sehen ist unser Schiff leider havariert, und ohne Warp-Antrieb werden wir hier verhungern, wenn Sie uns nicht helfen. Wir können ihn auch nicht mehr reparieren, so daß wir das Schiff aufgeben müssen.
Sollten Sie uns auf Ihrem Schiff mitnehmen, wo immer es auch hingeht, würden wir Sie mit Technik bezahlen, denn außer dem Warp-Antrieb haben wir viele wertvolle technische Geräte an Bord, die wir Ihnen gerne überlassen.
Sie können sich nach Herzenslust bedienen.“
 
„Der Captain nickte: „Ihren Notruf haben wir leider nicht empfangen, aber wir werden Sie an Bord nehmen. Haben Sie ein Shuttle?“
 
Lhoal nickte.
 
„Gut. Landen Sie Ihr Schiff in unserer Halle und bleiben Sie an Bord, solange, bis wir Ihnen die Erlaubnis geben, auszusteigen.
Und bringen Sie keine Waffen mit, was auch immer.“
 
„Natürlich,“ erwidert Lhoal. „Wir danken Ihnen sehr, denn das war im sprichwörtlichen Sinn Rettung in höchster Not.“
 
Der Captain wandte sich an seinen 1. Offizier: „Truba, stellen Sie eine Gruppe zusammen, zu der auch unser Ingenieur gehört, denn der muß ja entscheiden, was wir brauchen können und ob die Komponenten es überhaupt wert sind, daß wir hier stoppen.“
Gleichzeitig kratzte er sich am Kopf, denn er hatte das unruhige Gefühl, einen der Männer, die neben Lhoal gestanden hatten, schon einmal irgendwo gesehen zu haben.
Aber die Milchstraße war groß und es gab viele Raumhäfen und noch mehr Spelunken, wo er den schon einmal getroffen haben konnte. Aber es schien keine unmittelbare Gefahr von denen da drüben auszugehen.
 
Zu seinem Sicherheitsmann fügte er noch hinzu: „Sorgen Sie dafür, daß diese Truppe ganz hinten in den letzten Kabinen einquartiert wird, denn da können wir den Zugang absperren. Ich habe keine Lust, mich irgendwann einmal überraschen zu lassen von diesen Herrschaften.“
 
„Eye, eye, Sir!“
 
Dabei fiel Anselmus ein, daß er damit mit diesen Typen den gleichen Flur bewohnte, denn auch seine Kabine, die er sich mit drei weiteren Passagieren teilte, lag im beschriebenen Teil des Schiffes.
Na, vielleicht konnte das ja etwas Abwechslung in den langweiligen Alltag bringen, denn immerhin hatten sie noch eine gute Woche zu fliegen, wenn Alles gut ging.
Irgendwie hing ihm das Meditieren und die contemplativen Übungen langsam zum Hals raus, und es war schon soweit, daß er nahezu jede Nacht von vielen Gläsern Rotwein träumte, und er war sich sicher, daß es Herodes nicht besser ging, nur daß der sicherlich immer einen riesigen Berg herrlicher Knochen mit viel Fleisch dran vor sich sah.
 
 
==========  Etwa 2 Stunden später  ==========
 
Die GOLDEN EMPRESS war wieder auf Kurs gegangen.
Es hatte sich herausgestellt, daß es durchaus einige Komponenten auf dem Borgschiff gab, die man gut gebrauchen konnte, so daß der Captain und Eigner dieses Schiffes durchaus zufrieden war.
Man überließ das Schiff sich selber und setzte den Kurs fort in Richtung Epsilon Eridani 4.
 
Das Shuttle des Havaristen lag in der Bai und man hatte die fremde Besatzung Einer nach dem Anderen aussteigen lassen, sie sehr sorgfältig gescant nach Waffen und sonstigen nicht gerne gesehenen Dingen, aber da sie nichts gefunden hatten, waren sie in ihre Quartiere gebracht worden, wo die Männer erst einmal etwas zu essen und zu trinken bekamen.
Und beschweren taten die sich auch nicht, denn Anselmus konnte nichts vernehmen, obwohl er die Tür zum Gang aufgelassen hatte.
Er forderte Herodes auf, mit ihm zu kommen, und ging auf den Gang hinaus, wo er so tat, als ob er mit dem Hund spielen oder trainieren wollte, machte dabei aber ganz lange Ohren, aber auch jetzt war es totenstill.
Möglicherweise pennten die alle erst mal?
 
Na ja, er wußte nicht, was die schon hinter sich hatten, aber es wäre schon verständlich gewesen, wenn die erst mal eine Mütze voll Schlaf nahmen.
Es würden sich noch genug Gelegenheiten ergeben, mit denen zu sprechen und Informationen zu bekommen, denn Eines hatte unser Mönch gelernt: Informationen waren fast wichtiger zum Selbsterhalt als Essen und Trinken.

[Bild: anselmus2.jpg]

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