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  Umbra et Malleus Log 25 NPC Robert von Rabenstein
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sat-Feb-2021, 04:58 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Flottengefängnis / Charon ***

Robert Maximilian von Rabenstein nahm das Knirschen der Eiskristalle im gefrorenen Boden überdeutlich wahr, als er aus dem Gefängniskomplex hinaus trat. Sein Blick glitt über die trostlosen Duraniumwände der äußeren Umfassungsmauer, auf denen die Schatten von Scharfschützen-Androiden sich grau gegen den schwarzen Himmel abhoben. Jenseits der Kuppel dieser Lokalität, für die die Bezeichnung 'Habitat' beinahe obszön zu nennen war, lag lebensfeindlicher Fels und Eis mit einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt. Und selbst unter der Kuppel war es frostige minus 20 Grad. Für das Bewachungskommando war Charon eigentlich eine ebensolche Hölle wie für die Gefangenen. Es gab keinerlei Freizeitbeschäftigungen, wenn man die illegal inszenierten Kämpfe oder gelegentliche Strafaktionen ausnahm. Es gab nichts außer Dunkelheit bzw. neonkaltes Kunstlicht und Brutalität.

Vielleicht hatte deshalb das Netzwerk der hier inhaftierten Kriminellen so gut funktioniert, überlegte von Rabenstein. Aus purer frustrierter Langeweile heraus. Wer hier zum Wachkommando gehörte, machte sich keine Illusionen mehr über seine Karriere... zumindest nicht in der Flotte. Um so offener war man Karrieren außerhalb gegenüber, wie es schien.

Er hatte über Monate hinweg verfolgt, wie Nachrichten aus dem Gefängnis nach draußen gelangten, und Drogen hinein. Fast unbeeindruckt regierten manche Insassen ihr kriminelles Imperium weiter. Er hatte alles registriert, in der Hoffnung, irgendwann die Hintermänner hochnehmen zu können und sie DeRaaf zu präsentieren -  um dann die ersehnte Beförderung zum Commodore kassieren zu können.

Und was tue ich jetzt? Er wandte den Blick zur Seite und streifte den neben ihm stehenden Gefangenen Hohardus Edzardus, der ausdruckslos auf seine Füße starrte, um die noch immer die elektronische Fessel lag. Offiziell nahm er ihn mit für eine kleine private Befragung - wie der Fachjargon für Verhör unter Folter außerhalb der Rechte lautete.  Würder der Kerl seinen Teil der Verabmachung einhalten oder ihn draußen einfach abservieren? Der Captain überlegte kurz, dass ER anstelle  des Gefangenen nicht lange fackeln würde.

Über den Gefängnishof hallte die Alarmsirene. Das bedeutete das Kraftfeld war deaktiviert und sie konnten ungehindert die Luftschleuse erreichen, an der sein Shuttle angedockt war. Von Rabenstein schob dem Gefangenen die Mündung seines Handdisruptors in die Seite. "Vorwärts!"

"Na, seien Sie mal bisschen netter, Käpt'n!"

"Bewege deinen verdammten Arsch!"


*** Im Shuttle ***


Das Shuttle war auf Kurs nach Tesfaloria, dem von Edzardus genannten geheimen Stützpunkt der Terroristen. Nun, Robert Maximilian von Rabenstein stoppte mitten in diesem Gedanken. Vielleicht gewöhne ich mir besser an, sie jetzt als 'Rebellen' zu bezeichnen...

Der Ex-Gefangene machte keinen Hehl aus seiner Verachtung für seinen 'Retter'. Er lungerte im Copilotensessel, um sich die Verpackungen mehrere angeknabberter Rationspakete, die er als "genauso beschissen wie der Knastfraß" klassifiziert hatte. Er hatte versucht, dem Replikator etwas Alkoholisches abzuringen, was natürlich wegen der Programmbeschränkungen nicht möglich war.

"Ich hab' übrigens Ihren Lackaffen von Sohn kennengelernt, damals auf der 'Picard'," tat er jetzt kund. "Herzlichen Glückwunsch - Leute wie der sind wendiger als 'ne schwarze Mamba. Der hätte es fast geschafft, die Tussi aus meinem Kommando zu bekehren. Ich wette --"

"Ich lege keinen Wert darauf, mit Ihnen zu diskutieren."

Edzardus gähnte herzhaft. "Ich wollte nur höflichen Smalltalk machen, wie es sich unter alten Kameraden der imperialen Flotte so gehört." Er starrte wieder nach vorn auf den Schirm des Cockpits, der die Lichtstreifen des Warptransfers zeigte. "Grottenlangweilig hier."

Von Rabenstein aktivierte den Nachrichtenkanal des Subraumfunks, um einerseits den Kerl nicht hören  zu müssen, andererseits um zu sehen, ob schon irgendwelche Aktionen gegen ihn eingeleitet worden waren. Da er heute nicht zum Dienst erschienen war, war DeRaaf vermutlich schon informiert worden. Da man ihn zu Hause ebenso wenig erreichte und sein Kommunikator irgendwo im Orbit um Charon driftete, würde die Flottensicherheit und unweigerlich auch die Inquisition Ermittlungen einleiten.

Aber die Topnachricht war etwas anderes: die Exekution von 36 Offizieren auf Befehl LaSalles.

Von Rabenstein blieb wie erstarrt sitzen. War es seine Pflicht, zurück zu kehren und das Attentat auszuführen, so wie es der Großkanzler gewollt hatte? Noch war es nicht zu spät. Er könnte Edzardus vaporisieren und sich auf den Rückweg machen.... das kleine Netzwerk von Charon nebenbei bloßstellen.... die Beförderung kassieren.... das Imperium von LaSalle befreien.... und selber in den Orkus wandern. Seine Hände bewegten sich weder zum Steuerelement, noch zu seinem Disruptor. Er blieb ganz einfach sitzen und starrte hinaus. Nein, er taugte nicht zum Märtyrer für ein neues Imperium.

*** Tesfaloria / 1 Tag später ***


Das gottverlassene Camp inmitten der Wüste eine Basis zu nennen, war sicherlich übertrieben. Ebenso übertrieben, wie den dürren Bajoraner, der Captain Von Rabenstein gerade den Sack vom Kopf riss, einen Terroristenboss zu nennen.

"So, was hat mir Howy hier für ein Geschenk gemacht?" fragte er und stieß den Knienden sicherheitshalber gleich noch mal in den Dreck.  Weicheier konnte er nicht brauchen. Imperiale Spione noch viel weniger. Und Howy hatte es verdammt eilig gehabt, sich mit dem Shuttle davon zu machen.

"Robert Maximilian von Rabenstein, Captain der Imperialen Flotte." Er wollte nach seiner ID fischen und bekam einen Schlag mit dem Gewehrkolben.

"Du behältst erst mal die Pfoten oben!" Der Bajoraner signalisierte einem seiner Kumpane, die ID zu überprüfen.

Einen Moment später hob der die Augen von dem Scanner in seiner Hand und nickte. "Die ist echt. Und das Oberkommando hat auch einen Suchbefehl rausgegeben, habe ich gehört."

"Das kann alles ein Trick sein. Wollen erst mal sehen, ob du auch der bist, der auf der ID steht..." Blitzschnell hatte der Bajoraner ein Messer gezückt und Von Rabenstein über die Handfläche geritzt. Sein Kumpan ließ das Blut über die Prüffläche des Scanners laufen. Sie benutzten ein von der imperialen Sicherheit gestohlenes Programm, das Tiefenscan ermöglichte. "Gut..." Er schnalzte mit der Zunge, als er das Ergebnis sah.

"Tatsächlich.... Verwandt mit  dem Großinquisitor, nach dem die Kopfgeldjäger der halben Galaxis fahnden?"

"Ja."

"Noch besser." Der Bajoraner packte Von Rabenstein und zog ihn auf die Füße. "Dann wollen wir jetzt ALLES wissen, was du so über die Flotte weißt UND über den Herrn Inquisitor Maximus."

"Ich will eine neue Identität und Transport in die blockfreie Zone."

"Und ich will zwei orionische Nutten. - Du hast hier gar nichts zu wollen, bis du deinen Wert gezeigt hast. - Also fangen wir gleich an! Wie ist die derzeitige Truppennverteilung im Kabiria-Sektor?" Der Bajoraner bugsierte den Ex-Captain in seinen Unterstand.

---


(PS: wenn wir ihn jetzt auch noch zu Sokar, Vandenberg und Co bringen, wären alle halbwegs beisammen)

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  INN News -Kurz- Nachrichten aus der Föderation+
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Fri-Feb-2021, 08:03 PM - Forum: *** INN - Independent News Network *** - Keine Antworten

+++++++++++++++INN News -Kurz- Nachrichten aus der Föderation++++++++++++++++++

In der heutigen Ausgabe:

Neu entdeckter Nebel erhält Namen
Richard von Rabenstein veröffentlicht neuen Roman
Änderungen innerhalb der Sternenflotte
………………………………………………………………………

Die Kurz-Nachrichten:


Neu entdeckter Nebel erhält Namen

Erde / England / Greenwhich

Die Federation Astrophysical Society hat den vom OBH der Sternenflotte vorgeschlagenen Namen für das, von der USS Goddard entdeckte Objekt, bestätigt. Diese vor kurzem von der Goddard katalogisierte Zwerggalaxis erhielt die Reg. Nr. NGC82647a und den Namen "McGregors Nebel", zu Ehren des derzeitigen Leiters des Daystrom-Instituts. Die Beschreibung des Objekts soll in der nächsten Veröffentlichung der Astrophysical Society erfolgen.

.....................................................................................................................

Richard von Rabenstein veröffentlicht neuen Roman

Erde / England / London

Richard von Rabenstein, Schriftsteller und scharfer Kritiker des allgemeinen Kulturbetriebs, hat einen neuen Roman veröffentlicht: „ Gorkon auf den Fahrrad“ . Der Roman setzt sich kritisch mit der Rezeption der Klingonen in der Föderation auseinander. Der Roman ist in Standard, auf klingonisch, romulanisch und erstmals auf Phalan bei Henderson Publishing erschienen.


..................................................................................................

Änderungen innerhalb der Sternenflotte

Erde / San Francisco / HQ der Sternenflotte

OBH Paul Sandford hat, wie er bereits im letzten Jahr angekündigt hatte, erste Änderungen in der Sternenflotte durchgeführt. So wird das bisher dem Flottenamt der ersten Flotte angegliederte Stellar Exploration Department an das Starfleet-Exploration Council angegliedert. Damit sind alle Forschungsaktivitäten der Flotte dem SEC unterstellt und werden ab sofort von Fleet-Admiral Sareth t´Khellian geleitet, welche gleichzeitig zur Leiterin der 1. Flotte ernannt wurde,

Ebenso wird die DIA neu geordnet. Der Leiter der DIA, Admiral VanDiel, teilt die DIA in 2 neue Abteilungen auf:
Die juristischen Aktivitäten der DIA werden in Zukunft von Rear-Admiral Winter verantwortet. Winter ist ein ausgewiesener Jurist und war mehrere Jahr am Gerichtshof der Sternenflotte als Richter tätig.
Die Exekutiv-Einheiten der DIA, sowie das neu geschaffene Department for strategic and paranomal/special investigations der DIA werden ab sofort im DIA-Investigation Department zusammen gefasst und vom ehem. Interims-Leiter der DIA, Rufus LaSalle geleitet. LaSalle ist ein erfahrener Stratege und ist seit vielen Jahren auch im aktiven Flugdienst der Sternenflotte tätig. Zur Ausübung seines Amtes wurde er zum Rear-Admiral befördert.

Eine weitere Änderung betrifft die militärischen Aktivitäten der Flotte. Diese werden im Verteidigungsfall dem Starfleet Department of Defense unterstellt, im normalen Betrieb jedoch von den jeweiligen Flottenadmirälen verantwortet. Eine Ausnahme bildet die 1. Flotte. Forschung und Diplomatie wurden vom OBH als primäre Aufgabe der 1. Flotte festgelegt.


+++++++++++++++INN News -of the hour-on the hour- INN News++++++++++++++++++

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  Umbra et Malleus / Log 24 / Vandenberg
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Fri-Feb-2021, 07:06 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

ISS Dark Mirror / Brücke


Vandenbergs Blick flog über die magere Liste erbeuteten Materials und der festgesetzten Gefangenen. Nichts interessantes war dabei. Nichtssagende Namen, keine hohen Offiziere, niemand welcher genauere Aussagen über den Verbleib der Fregatte machen konnte.
 
Charles Pizer, Vandenbergs XO trat neben Vandenberg.
 
Va: Was gibt es?
Pi: Es gibt neue Nachrichten von der Erde.
Va: Und?
Pi: Die Inquisition hat auf dem Mars 36 hohe Flottenoffiziere hinrichten lassen. Angeblich wegen mangelhafter Leistungen, welche als Sabotage anzusehen sei.
Va: Seit wann ist die Inquisition für so etwas zuständig?
Pi: Diese Frage hat auch DeRaaf gestellt. Er hat wohl damit gedroht, militärisch gegen die Inquisition vorzugehen, sollten sich solche Übergriffe wiederholen. LaSalle muss sich wohl so geäußert haben, dass es sich hier um ein bedauerliches  Missverständnis gehandelt habe.
Va: Natürlich…Mhmmmm
 
Vandenbergs Blick war an einem Namen auf der Gefangenenliste hängen geblieben.
 
Pi: Sir?
Va: Lt. Kevak. SSOPS. Vulkanier. Immerhin ein freier Bürger der Klasse 2. Und ein Flottenoffzier.
Pi: Nun Sir, solche Offiziere gibt es.
Va: Interessant. Dieser Offizier trägt als Nachnamen Kevak. Vorname Reginald. Ein für einen Vulkanier eher ungwöhnlicher Name.
Pi: Nun..die Vulkanier…..sind eben…Vulkanier.
Va: Bringen Sie ihn zu mir.
Pi: Wie Sie wünschen.
 
Wenige Minuten später erschien in Pizers Begleitung ein junger Vulkanier.
Die Uniform wies ihn als Mitglied der Special Operations Forces der imperialen Flotte aus.
Vandenberg musterte den nun vor ihm stehenden Vulkanier von oben bis unten. Dann wies er auf die Handschellen, welche die Hände des Vulkaniers an einer Hüftfessel fixierten.
 
Va: Aufmachen.
Pi: Aber Sir….
Va: Öffnen Sie die Handschellen des Mannes.
Pi: Wie Sie wünschen Sir.
 
Mit einem Klicken öffneten sich die Fesseln und fielen dann polternd zu Boden. Vandenberg fixierte das Gesicht des Vulkaniers.
 
Va: Sie sind Vulkanier und heißen Reginald Kevak?
 
Kevak schnarrte eine Antwort.
 
Ke: Kevak, Lt. Raumflotte des terranischen Imperiums, Reg. Nr. 8201181.
Va: Nun, Reginald ist eher Ihr zusätzlicher Vorname, den Kevak ist der Äquivalent zu terranischen Vornamen.
Ke: Kevak, Lt. Raumflotte des terranischen Imperiums, Reg. Nr. 8201181.
Va: Antrainierte Verhaltensweise…interessant. Mhmmm
 
Vandenberg starrte den Vulkanier sekundenlang an, dann wandte er sich an Pizer.
 
Va: Kommen Sie an die Dienstakte von Lt. Kevak heran?
Pi: Dies sollte kein Problem sein.
 
Pizer begab sich an ein Terminal und begann hektisch das Holo-Interface zu bearbeiten.
Vandenberg rieb sich am Kinn.
 
Va: Nun, Lt. Kevak, Sie kommen mir bekannt vor. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie….
 
Pizer reichte Vandenberg ein Padd. Vandenbergs Blick fiel auf die Daten..
 
Va: Mhmm…Lt. Kevak….Sie wurden von Vulkan aus den Telwern-Anstalten zugewiesen. Da waren Sie noch ein Jugendlicher. Die Telwern-Anstalten bilden besonders intelligente Sklaven aus um Sie „nutzbringend in die Gesellschaft integrieren zu können. Diese Anstalten sind für ihre exzellente, aber harte, drakonische Ausbildung bekannt. Was nur natürlich ist, da die Inquisition den Laden leitet. Dort haben Sie wohl auch Ihren terranischen Vornamen erhalten. Und dann…..ja dann…wurden Sie als persönlicher Sklave an einen Captain Hendricks weiter geleitet wurden…..um dann..ja dann, vor ein paar Jahren, nachdem Sie dem Captain das Leben gerettet hatten, wurden Sie nicht nur frei gelassen…nein Sie wurden auch zum Offizier ernannt und auf einen Frachter versetzt. Und jetzt sind Sie hier. Für einen Vulkanier, Angehöriger einer besiegten Spezies, haben Sie eine bemerkenswerte Karriere gemacht. Und ausgerechnet in jener Flotte, welche Ihre Heimatwelt erobert und verwüstet hat. Bemerkenswert. Ein Vulkanier, welcher mit dem Feind zusammenarbeitet. Ist das logisch?
 
Ke: Wäre es logisch, gegen eine weitaus stärkere Macht einen Krieg zu führen, welcher nicht zu gewinnen ist?
Va: Ohaa er kann ja sprechen.
Ke: Meine Gefangennahme hier wird nichts ändern. Sie Mr. Vandenberg sind ein Krimineller und werden Ihrer gerechten Strafe nicht entgehen.  Und ja, ich weiß wer Sie sind.
Va: Kriminell..ja sicher. Und was ist mit jenen , welche sich auf Ihrem Planeten ausgetobt haben? Welche Ihr Volk versklavt haben? Welche Massenexekutionen angeordnet haben? Welche Sie aus Ihrer Familie gerissen und zum Sklaven gemacht hat? Waren das keine Kriminellen?
Ke: Es ist unlogisch, der Vergangenheit nach zu hängen.
Va: Was wurde eigentlich aus Ihren Eltern? In Ihrer Akte steht nichts dazu?
Ke: Sie sind tot. Sie starben während des unlogischen Versuchs einiger Vulkanier, einen Aufstand anzuzetteln.
Va: Mhmmmm, das glaube ich Ihnen nicht.
Ke: Lügen ist unlogisch.
Va: Nun, wenn Ihre Eltern einfache Vulkanier gewesen wären, dann wären Sie nicht in den Telwern-Anstalten gelandet. Denn dort landen nur besondere Personen. Angehörige von Renegaten: Zum Beispiel Angehörige von Aktivisten der sogenannten Söhne Spocks.
Ke: Die Söhne Spocks legten eine bemerkenswerte Unlogik an den Tag. Selbst nachdem Spock selbst, aufgrund seines Irrglaubens, von der Inquisition exekutiert wurde.
Va: Irrglaube..soso. Nun einige hielten Spock für einen Propheten der Logik. Immerhin predigte er den gewaltlosen Widerstand.
Ke: Widerstand ist nur logisch, wenn er erfolgversprechend ist.
Va: Es gab, außer den Söhnen Spocks, noch andere Gruppen. Zum Beispiel jene des Paten des Terrors, oder des Alten von der Höhe. Und irgendwie habe ich das Gefühl, das Ihre Herkunft eher in dieser Richtung liegt.
Ke: Gefühle sind unlogisch.
Va: Wie war der Name Ihres Vaters?
 
Kevak schwieg. Vandenberg lächelte dünn.
 
Va: Jaja, Gefühle sind unlogisch und unvulkanisch.Nun?
Ke: Kevak, Lt. Raumflotte des terranischen Imperiums, Reg. Nr. 8201181.
 
Vandenberg schüttelte den Kopf. Dieses Gespräch steckte in einer Sackgasse.
 
Va: Nun gut. Wir beenden dieses nette Gespräch für heute. Wir sehen uns bald wieder.
Ke: Kevak, Lt. Raumflotte des terranischen Imperiums, Reg. Nr. 8201181.
Va: Mr. Pizer, bringen Sie Lt. Kevak auf die Maldoon. Unterbringung in einer der Kabinen. Lassen Sie ihn scharf bewachen.
Pi: Was machen wir mit seinem Schiff?
Va: Zerblasen Sie es. Es darf kein Molekül davon übrig bleiben. Setzen Sie Lt. Kevak auf die Verlustliste. Wir müssen ihn aus der Schusslinie nehmen.
Pi: Darf ich fragen, was so Besonderes an diesem Gefangenen ist?
Va: Ich weiß es nicht. Noch nicht.

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  Landung von "Perseverance" auf dem Mars
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Thu-Feb-2021, 02:09 PM - Forum: *** Science News *** - Keine Antworten

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  Umbra et Malleus Log 23 - Sokar
Geschrieben von: Sokar - Sun-Feb-2021, 11:28 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Teriman / Raumhafen des Flottenstützpunkts / Dispatcherbüro ***

 
Sokar schob die quer über dem Pult hängende Leiche zur Seite und blickte durch das Visir der Atemmaske auf die holographischen Displays, die bis auf eines soeben in den Sicherheitslockdown versetzt worden waren. Die Gasgranate hatte nicht schnell genug gewirkt!
Mort Caldred, der Sokar auf diesem Kommandounternehmen begleitet hatte, zischte unheilverkündend. Seine gelben Augen glänzten und seine giftstachelbewehrte Schwanzspitze zuckte. Aber im Augenblick gab es hier niemanden, an dem er seinen Zorn abreagieren konnte. Sokar machte eine Kopfbewegung in Richtung Tür, und der Karyaner bezog Stellung, ein Disruptorgewehr im Anschlag.
 
Sokar schob seine gestohlene ID-Karte in den vorgesehenen Slot, aber der Computer war auf terranische DNA geeicht und schaltete sich in den Alarmzustand, sobald die Hand des Vulkaniers den Sensor berührte. Jetzt blinkten in den Holodisplays die Ziffern des Countdowns bis zur automatischen Benachrichtigung der Polizeibehörde. Er fluchte, packte dann den Arm des eben zu Boden gestoßenen Toten und presste dessen Hand gegen den Sensor. Millisekunden verstrichen. Sokar hielt den Atem an, starrte auf den Countdown. Die sonore Computerstimme verkündete einen 'fehlerhaften Abgleich'.
 
"Wir sollten verschwinden," knurrte Caldred. "Ich habe Perimeteralarm. Wenn Sie die Transportersperren aktivieren, sitzen wir in der Falle."
 
Sokar antwortete nicht. Es konnte nicht JETZT enden! Die vergangenen Wochen hatte er die Spur jenes terranischen Beamten und seines vulkanischen Sklaven durch alle möglichen Datenbanken verfolgt. Um so hartnäckiger, nachdem er den Namen des Sklaven in Erfahrung gebracht hatte. Kevak. Kevak, wie sein Sohn! Vor drei Wochen hatte er im zentralen Register ein Freistellungszertifikat ausfindig gemacht. Scheinbar war der vulkanische Sklave vor etwa 5 Jahren freigelassen worden. Das war auf Iridian Prime gewesen. Aber in den Wirren des Borgkrieges hatten sich alle Spuren in Nichts aufgelöst. Alles schien umsonst gewesen! Bis er vor einer Woche durch Zufall in einer dieser widerlichen Propagandafeeds des Militärs das Gesicht eines jungen Vulkaniers entdeckt hatte. In einer imperialen Uniform!
 
Das holographische Display des Hauptframes fiel in sich zusammen. Der Countdown war bei 50 Sekunden angekommen. Sokar riss die ID-Karte heraus, drückte die Hand des Toten erneut gegen den Sensor. 40 Sekunden.
"DNA-Check positiv. Validieren Sie sind!"
 
Caldred warf einen Blick auf die Anzeige die in seinem linken Ärmel implementiert war. Im selben Moment war über Lautsprecher eine Anfrage zu hören.
 
"Melde ihnen, dass wir einen Computerfehler haben!" rief Sokar und durchsuchte in panischer Hast die Taschen des Toten nach dessen Karte.  Er musste sie doch bei sich haben, verflucht noch mal!
 
"Validieren Sie sich!" 10 Sekunden! Da, endlich! Sokar stieß die Karte in den Slot. Der Countdown stoppte - die Holodisplays erwachten wieder zum Leben.
 
Offenbar erhielten auch die Sicherheitskräfte eine entsprechende Anzeige, den Caldred meldete kein weiteres Vordringen. "Wir haben alles im Griff," gab er sicherheitshalber über die Komanlage aus.
 
Sokar widmete sich den Crewlisten, die jetzt in den Displays angezeigt wurden. In der Nachrichtensendung war die Rede von einem Transporter der Caesarion-Klasse, auf den der "vulkanische Vorzeigeoffizier" versetzt worden war... Er meinte noch immer die Stimme des Sprechers zu hören, sie schnitt ihm durch Mark und Bein, durch seine Seele. War es tatsächlich Kevak? SEIN Kevak?
Die Suchroutine stoppte. Zeigte ein Schiff an.... Sokars Augen glitten über die einzelnen Zeilen. Der Kommandostab, die MACOs... terranische Namen! Alles terranische Namen! Verflucht! War das Schiff von einem anderen Stützpunkt aus gestartet?! Teriman war der nächstliegende, aber -- Er stoppte, ohne den Gedanken je zu Ende gebracht zu haben. Lt. Kevak, SSOPS stand dort. Für einen Moment war er wie erstarrt, dann brach die Realität sich Bahn. Mit einer raschen Handbewegung die Suchanfrage eliminierend, fuhr der Vulkanier zu seinem  Begleiter herum.
 
"Raus hier!"
 
Sie nahmen Aufstellung Rücken an Rücken. Sokar aktivierte eine Handgranate und im selben Moment den tragbaren Transporter. Während sich das Transferfeld um sie schloss, löste sich die Welt in einer grellweißen Explosion auf...
 
*** Wenig später in einem Shuttle im Orbit ***
 
Sokar riss die Schutzmaske vom Gesicht, glitt in den Pilotensitz und leitete die Startsequenz ein. In nur wenigen Minuten würde hier die Hölle los sein - und dann mussten sie verschwunden sein.
 
"Ich hätte gern ein paar gekillt," zischte Caldred, während er sich neben  ihm anschnallte.
 
"Wir haben ein paar Dutzend in den Tod befördert!"
 
Der Karyaner fauchte nur. "Unbefriedigend. Tod ohne Handanlegen! - Und, wohin ist das verdammte Schiff geflogen?"
 
"Mollan IV."
 
--
(PS: ich dachte mir, bei Vandenbergs Aktion dort ist auch Sokars Sohn festgesetzt worden und ist jetzt auf der Dark Mirror. Und wenn Sokar sich auf den Weg dahin macht, ist er auch endlich wieder mit von der Partie! - Wollt ihr noch was schreiben zu Maximilian von Rabenstein und wie der desertiert, ist ja eigentlich nicht mein Chara.... Der sollte dann auch irgendwie sich in die Richtung bewegen...)

[Bild: Sokar-Spiegel.jpg]

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  Umbra et Malleus / Log 22 / F. Hammerton
Geschrieben von: FMalleus - Sat-Feb-2021, 07:32 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Im Shuttle

Das Farbenspiel hatte etwas hypnotisierendes an sich. Man wurde scheinbar in andere Welten entführt. Selbst Richard von Rabenstein konnte sich der Wirkung dessen, was sich ihm präsentierte, nicht gänzlich entziehen.

RR: Diese Pracht erinnert uns an das, wohin der Mensch streben kann, was ihm möglich sein kann, wenn er seinen Verstand richtig einsetzt. Aus Kohlenstoff kann ein Diamant werden

Frank Hammerton grunzte.

FH: Was glitzert, kann auch schneiden.
RR: Eine Weisheit Ihres geschätzten Vaters?
FH: Nein, Bischoff Himilkon IV, als er die Massenexekutionen auf Vulkan anordnete.
RR: Nun, Himilkon war ein, nun ja, er war ein, gelinde gesagt, besonderer Mensch.

Hammerton blickte auf das Navigationsholo und schaltete dann auf die Daten der Sensoren um.

FH: Mhmm, äußerst interessant, äußerst merkwürdig und nicht ungefährlich.
RR: Was meinen Sie?
FH: Die Sensoren zeigen einige massive Chroniton-Ansammlungen an. Die Raumzeit ist wild fragmentiert. Da gibt es Zonen mit langsamer ablaufender Zeit, Zonen mit absolutem Stillstand und sogar Zonen in den die Zeit um einige Sekunden rückwärts läuft. Und alles nur wenige Kilometer von einander entfernt. Teilweise überlappen sich die Zonen. Das widerspricht allen Gesetzen der bisher bekannten Temporalphysik.
RR: Klingt ungesund.
FH: Ja, ein wahres occulus maleficorum.
RR: Wusste gar nicht, dass Sie Neo-Latein sprechen?
FH: Schon vergessen Euer Exzellenz? Ich arbeite seit Jahrzehnten für die Inquisition.
RR: Kommen wir an diesen Anomalien vorbei?
FH: Ja, aber das wird uns Stunden kosten.
RR: Was würde passieren, wenn wir direkt durchfliegen?
FH: Rein theoretisch könnten wir, wenn wir in die Scherzonen zwischen den einzelnen Zeitzonen geraten, in Stücke zerteilt werden, Aber...

Hammerton zog die Sensorauswertung zu Rate.

FH: Es gibt einen sicheren Weg in Richtung der Koordinaten des Planetensystems. Dieser Weg führt um den gesamten Cluster herum. Wir würden in ca. 72 Stunden die Koordinaten erreichen.
Das wäre der sichere, der logische Weg.
RR: Und aus genau diesem Grund habe ich das Gefühl, wir sollten diesen Weg NICHT nehmen. Denn was immer sich dort befindet, scheint für Constantinus von allergrößter Wichtigkeit gewesen zu sein. Und so etwas lässt man nicht ungeschützt.
FH: Es gäbe da noch einen anderen Weg. Er führt zwischen 2 der Temporalzonen hindurch. 

Hammertons Finger wies auf einen grell pulsierenden Punkt auf dem Analyse-Holo.

FH: Man muss den Startzeitpunkt genau einhalten. In etwa 25 min. Dann fliegt man direkt zwischen den Zonen durch und auf den Mittelpunkt einer Gravitationslinse zu. Wenn man den Winkel korrekt trifft, reisst einem die Gravitationslinse auf den richtigen Vektor. Dann heisst es Vollgas geben und durch. Nach exakt 3 min.  heisst es „Voller Stop“ und man ist im System. Theoretisch!
RR: Dann sollten wir die Theorie in die Praxis umsetzen.
FH: Nun gut. Ich programmiere den Kurs. Ich hoffe, Sie mögen hohe G-Kräfte. Denn die SIF/TDF-Felder werden nicht alle Kräfte kompensieren können.
RR: Machen Sie sich um mich keine Sorgen!

Hammerton zuckte mit den Schultern und gab die Navigationsdaten ein. 10min. später teilte der Computer mit, dass die Berechnungen abgeschlossen seien.

FH: Nun gut, Wir haben noch 5 min. Schnallen Sie sich an Euer Exzellenz, das wird ein heißer Ritt.

Richard nickte nur, dann konzentrierte er sich auf das Bild vor ihm, bohrte seinen Blick förmlich in das Farbenspiel vor ihm und...

...wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als das Shuttle förmlich wie von einer Kanone geschossen, abflog. Man hörte nur das Aufheulen der Feldgeneratoren, die Alarmsignale diverse Systemmeldungen und das überlastete Knarren des Schiffsrumpfes. Dies alles mischte sich, mit dem vor dem Cockpit-Screen wirbelnden Farben und den wechselnden Lasten auf dem Körper zu einer Kakophonie, die man durchaus als höllisch bezeichnen konnte. Das Shuttle raste jetzt auf die Gravitationslinse zu und wurde von ihr in Richtung eines wabernden Gasnebels gerissen. Wie ein Pfeil raste das Shuttle durch den Nebel und bremste dann scharf ab.

Der Druck auf Richards Brust hatte nachgelassen. Das Atmen fiel wieder leichter. Im Cockpit war es, bis auf das leise Surren des Klimasystems Ruhe.
Richard drehte vorsichtig den Kopf in Richtung Hammerton, dessen Blick auf das Navigationsholo konzentriert war. Hammerton rieb sich brummend das Kinn.

FH: Wir sind da. Ich versuche gerade die Außenkameras wieder online zu bringen.
RR: Warum fahren Sie die Panzerung vor den Cockpitfenstern nicht weg?
FH: Die Servos sitzen fest.
RR: Ah nun.
RR: Soooo wir sind wieder online.

Auf dem Holoscreen leuchtete jetzt das Bild der Außenansicht auf. Ein unglaublicher Anblick:

5 Planeten, in gleichmäßigen Abständen von einer zentralen Sonne entfernt, zogen auf exakt synchronen Bahnen, ihre Wege um die Sonne. 

FH: Das sieht nicht natürlich aus.
RR: Da muss ich Ihnen recht geben. Es sieht konstruiert aus!
FH: Wer kann denn ein Sonnensystem konstruieren und warum?
RR: Wer auch immer die gebaut haben sollte, er ist uns um Jahrtausende voraus.
FH: Wie auch immer, das System an sich ist zwar sehenswert, aber was gibt es hier was so wichtig ist?

Richards Geist riss sich nur widerwillig von der Perfektion des Systems los.

RR: Es muss etwas...nun..außergewöhnliches sein.
FH: Mhm...auf dem vierten Planeten wird eine atembare Atmosphäre angezeigt,
RR: Eventuell finden wir dort Hinweise. Nehmen Sie Kurs auf den Planeten.
FH: Ich hoffe, Sie mögen Nässe, Euer Exzellenz?
RR: Warum?
FH: Auf dem Planeten herrschen Dauerregen und max. 9 Grad Celsius.

Richard zuckte nur mit den Schultern

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  Umbra et Malleus Log 21
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sat-Feb-2021, 10:28 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

*** Im Shuttle ***
 
Frank Hammerton stieß einen gotteslästerlichen Fluch aus, während er durch das Cockpitfenster des Shuttles auf das starrte, was sich ihm darbot. Es war kein besonders spektakulärer Anblick. Eher ein… besonders langweiliger: ein dicht gepackter Asteroidengürtel beträchtlichen Ausmaßes, dessen einzelne Bestandteile träge ein unkenntliches Massezentrum umkreisten.

„Der Velconnia-Belt“, bemerkte Richard ohne größere Erregung. „Was haben Sie geglaubt, vorzufinden?“

„Sagen wir… etwas weniger Hinderliches. Wie stellen Sie sich vor, da durchzukommen, wo wir nicht einmal genau unser anvisiertes Ziel kennen?“

Richard zog seinen Siegelring vom Finger. „Geben Sie mir Ihren Dolch.“

Hammerton warf dem Inquisitor einen skeptischen Blick zu. „Wenn Sie auf Harakiri aus sind, da weiß ich schnellere Wege…“

„Ersparen Sie mir Ihren düsteren Humor. Geben Sie mir die Waffe. In dem Ring ist etwas gespeichert, was ich für ein Navigationssystem halte. Und ich kann ihn nur mit meinem genetischen Profil aktivieren.“

Kurz blitzte die Klinge im bläulichen Cockpitlicht auf. Hammerton beobachtete fasziniert, wie das Blut auf das eingravierte Signet der Inquisition tropfte, und sich aus diesem ein Hologramm entfaltete, das entfernt an ein vulkanisches Cal-To in seiner komplexesten Form erinnerte. Richard schob den Ring auf das Holo-Interface der Navigationskontrolle. Im selben Moment huschten Zahlenkolonnen über die Matrix des Shuttles. Die Hologramme verschmolzen ineinander und offenbarten schließlich eine aus hunderten Koordinationsangaben bestehende Trajektion.

„Bei allen Mächten der Finsternis…!“

Richard lächelte. „In der Tat… ein Wegweiser.“ All die letzten Monate hatte er geglaubt und geahnt – und jetzt sah er mit eigenen Augen. Er war hier, hier wie es Valentinian Constantius offenbar gewollt hatte! Er war hier, um sein Vermächtnis zu erfüllen – was auch immer das sein mochte…

„Solange er uns nicht in die Hölle führt?!“

„Das liegt ganz im Sinne des Betrachters, Colonel.“ Richard faltete ein Taschentuch um den Schnitt in seinem Finger. „Jetzt stellen Sie den Autopiloten ein.“

Hammerton schnaufte, nahm aber die notwendigen Einstellungen vor, und das Shuttle setzte sich langsam in Bewegung, beängstigend auf einen der größeren Gesteinsbrocken zu. „Wissen Sie, vor ein paar Stunden hatte ich den kurzen Eindruck, dass sich unter Ihrer Amtstracht ein normales menschliches Wesen befindet, mit normalen menschlichen Schwächen und Bedürfnissen.“
Das Shuttle steuerte haarscharf an der Außenkante eines Kraters vorbei und machte sofort eine scharfe Kurskorrektur, die es ebenso knapp über ein erdnussförmiges Objekt brachte.

„Wir stehen alle in einem ständigen Kampf mit den niederen Instinkten unserer Leiblichkeit,“ antwortete Richard. „Das heißt nicht, dass wir immer siegreich sind. Aber wir sollten es anstreben.“

Die Warnleuchte für strukturelle Integrität leuchtete kurz während des nächsten Manövers auf, ging dann jedoch wieder auf Normalstatus. „Und wenn wir das Erstrebte erreichen, was dann – dann sind wir wie die Borg. Maschinen. Oder – wie Gott. Unfehlbar. Ist das nicht eine Blasphemie?“

Richard musterte den altgedienten Elitesoldaten auf dem Nachbarsessel. Die erzwungene Untätigkeit schien ihn zu allerlei philosophischen Betrachtungen anzuregen. Er selbst hatte nicht unbedingt das Bedürfnis nach Konversation. Zumal er sicher war, dass Hammerton die Tiefen der Theologie keinesfalls ergründen konnte. „Blasphemie, mein Lieber,“ antwortete er, „ist zu GLAUBEN, dass Sie die Unfehlbarkeit erreichen werden oder erreicht haben. Nicht das Streben nach ihr.“

„Mein Vater hat mir beigebracht, immer mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben, eine Hand immer an der Waffe zu haben, und wenn möglich, alles um mich herum im Blick.“

„Er war ein weiser Mann, wie mir scheint. – Mein Vater hat mir … zu verstehen gegeben, dass ich ein wertloses Nichts bin, als ich ihn zuletzt sah vor 20 Jahren. – Wir haben den Asteroidengürtel bald hinter uns.“

Tatsächlich zeichnete sich im Navigationsholo eine Änderung ab. Zu sehen war allerdings noch immer nur eine bedrohliche Masse an großen und kleinen Brocken rings um das zerbrechlich wirkende Shuttle. Letztlich dauerte es immerhin noch weitere 35 nervenzehrende Minuten, ehe das Shuttle in den freien Raum vorstieß.

Und jetzt – jetzt bot sich seinen Insassen auch ein atemberaubender Anblick. Wolken und Fontänen rötlich und grün leuchtenden Gases umgaben ein Gebilde, das strahlend hell wie eine Speerspitze in den Raum ragte. Das Navigationsholo zeigte ein Planetensystem in der Nähe an, doch zu sehen war hinter den  tanzende Schleiern aus Energie nichts.

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  Umbra et Malleus / Log 20 / Vandenberg
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Feb-2021, 04:56 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

Orbit um Mollan IV / ISS Dark Mirror / Brücke
 
Vandenbergs Blick schien seit Minuten auf dem Taktikscreen zu verweilen. Er wirkte fast so, als ob er in Trance wäre. XO Pizer wagte es nicht, seinen Kommandanten zu stören, man konnte nie wissen, wie Vandenberg reagieren würde.
In Vandenbergs Geist rasten die letzten 4 Stunden wie in einem schlechten Holoeroman immer wieder von Anfang an durch, als ob man sie unter einer Lupe sehen würde.
Die Dark Mirror, die ISS Vespasian, sowie der Frachter ISS Verganon waren, wie von Vandenberg geplant, blitzartig aus dem Warptransfer aufgetaucht. Während der Dark Mirror die orbitale Verteidigungsplattform attackiert hatte, waren die Vespasian und die Verganon zu den Docks vorgedrungen und hatten dort, sehr zu Vandenbergs Überraschung, nur eine kleine Garnison vorgefunden. Trotzdem dauerte das Gefecht 4 Stunden und endete mit der vollständigen Zerstörung der kleinen Werft und mit der Tatsache, dass weder die erhoffte Fregatte, noch Munition oder Ersatzteile vor Ort zu finden waren. Ein absolutes Desaster.
Vandenberg gab ein erbostes Zischen vom sich und wandte sich dann an  XO Pizer.

Va: Ja?

Pizer war sich nicht sicher, wie sein Vorgesetzter die folgende Nachricht aufnehmen würde.

Pi:  Nun Sir, wir konnten nur wenig aus den Gefangenen heraus holen. Scheinbar wurden die Fregatte und etliche Frachter die Werft verlassen. Auf allerhöchsten Befehl. Leider sind alle Datenbanken gelöscht.
Va: Fast so, als ob unsere Ankunft bekannt gewesen wäre.  Nun gut. Kümmern Sie sich um die Gefangenen. Gibt es neue Nachrichten vom Shuttle?
Pi:  Negativ Sir. Aber es wurde ja auch Funkstille vereinbart.
Va: Mhmm…wegtreten.
Pizer beeilte sich, den Befehl zu befolgen. So konnte Vandenberg weiter in den Tiefen seines Zorns brüten. Doch noch nicht einmal dieser Moment war im vergönnt.  Edward Morley, Hammertons Adjutant, trat jetzt neben Vandenberg.
EM: Tolle Show, muss ich schon sagen. Eine absolute Pleite.
Va: Erzählen Sie mir lieber etwas, was ich noch nicht weiß.
EM: Etwa, dass die Performance Ihrer Leute bei etwa 12% der Werte unserer Crew liegen? Und zwar durch die Bank?
Va: Im Gegensatz zu den erfahrenen Kriegsveteranen, aus denen Ihre Crew besteht, sind meine Mannen eher Söldner und Freiwillige.

Man konnte nur zu deutlich das Murren von Vandenbergs Brückenoffizieren hören
 
Va:  Und wenn die Performance Ihrer Crews so hoch war, warum hat es dann 4 Stunden gedauert, bis wir eine so winzige Garnison geknackt haben? Warum haben Ihre Supersoldaten solange gebraucht? Was haben Sie getrieben?
EM: Mhmmm……Mr. Vandenberg, auf ein Wort. Unter vier Augen,
Va: Nun gut.
 
Vandenberg wandte sich an die Brückencrew.

Va: Brücke räumen, sofort.

Es dauerte eine Weile, bis die Brücke leer war. Dann aktivierte Vandenberg die Abhörsicherung und wandte sich an Morley.

Va: Nun? Ich höre.
EM: Nun, so schlecht unsere Performance auch war, so bemerkenswert ist die Tatsache, dass weder die avisierten Schiffe, noch die voraus gesagte Anzahl von Streitkräften vor Ort warne.
Va: Meine Informanten waren zuverlässig.
EM: Nun, dann wurde die Werft vorgewarnt.
Va: Sie glauben, wir haben einen Maulwurf an Bord?
EM: Ich glaube eher, dass die Werft als Köder für uns dienen sollte.
Va: Wozu?
EM: Vielleicht sollten wir hier, statt an einem weit wichtigeren Ort sein?
Va: Der Velconnia-Belt.
EM: Wir sollten uns sofort zum Rendezvous-Punkt begeben.
Va: Genau das sollten wir nicht!
EM: Bitte?
Va: Erstens kann Ihr Kommandant schon auf sich alleine aufpassen und zweitens, sollten wir tatsächlich einen Maulwurf an Bord haben, würde genau dies das Von Rabensteins und Hammertons Mission aufdecken. Aber…
EM: Aber?
Va: Ich denke da an den Anfang unseres Gesprächs. An die schlechte Performance meiner Crew und an Ihre Kritik daran. Sind sie eigentlich ein guter Schauspieler?
EM: Was soll die Frage?
Va: Nun ja, Sie wollen doch bestimmt nicht weiter mit solchen Versagern zusammen arbeiten und werden die Vespasian abziehen? Ich kann ja dann meinen privaten Kreuzzug fortsetzen.
 
Morley lächelte bösartig.

EM: Ich verstehe. Ein eventuell vorhandener Maulwurf wurde auf ein Ende der Zusammenarbeit schließen.
Va: Ganz recht. Und die Vespasian könnte dann…
EM: ….sich zum Velconnia-Belt begeben und sich dort zum Eingreifen bereit halten.
Va: Exakt.
EM: Wir können dies umgehend umsetzen.
Va: Tun Sie das. Eine Bitte. Wenn Sie Hammerton und Von Rabenstein treffen, informieren Sie nur Hammerton über den wahren Grund des "Endes der Zusammenarbeit".
EM: Ich verstehe.
Va: Nun…dann lassen Sie uns mit dem Zerwürfnis beginnen.

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  Umbra et Malleus Log 19
Geschrieben von: Richard von Rabenstein - Sun-Jan-2021, 05:10 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

NRPG: da wir ja sowohl LaSalle, DeRaaf als auch Robert von Rabenstein überleben lassen müssen....

RPG:

*** Terra / San Angeles Megalopolis***
 
Die bläulichweiße Nachtbeleuchtung zeichnete harte Kontraste um die spartanische Einrichtung des Büros und spiegelte sich in bizarren Mustern in der großen Panzerglasscheibe des Fensters. Dahinter stand Captain Robert Maximilian von Rabenstein, den Schatten der Deckenleuchten auf dem Rücken wie ein überdimensionales Fadenkreuz. Er wandte sich um, wurde sich des makabren Lichtspiels  bewusst und lächelte düster. In der Tat - er war so gut wie tot.
 
Auf seinem Schreibtisch lag das Pad mit den jüngsten Befehlen des Großkanzlers. Für die Sicherheit LaSalles und DeRaafs bei der Parade in zwei Wochen sollte er sorgen, wie die offizielle Order lautete. In beinahe mechanischen Handlungsabläufen hatte er bisher die Schutzfeldgeneratoren an der Tribüne überprüfen lassen und auf ein alternierendes Muster gesetzt, dessen Codesequenz ihm allein bekannt war.
 
Ich bin so gut wie tot - so oder so. dachte er erneut, mit dem inoffiziellen Auftrag vor Augen. Natürlich würde es relativ leicht sein, LaSalle und DeRaaf bei der Parade zu eliminieren und das Ganze auch noch nach einem Unfall aussehen zu lassen. Allerdings würde Van Malnen sehr genau wissen, dass es kein Unfall war, und da er es sich weder leisten konnte, es mit der Inquisition noch mit der Flotte gänzlich zu verderben ohne selbst über die Klinge zu springen, würde er einen Sündenbock brauchen... Den für die offenkundig mangelhafte Sicherheit bei dieser Parade verantwortlichen Captain Robert Maximilian von Rabenstein... Dann war der Großkanzler ganz elegant alle losgeworden, die ihm momentan schwer im Magen lagen.
 
Wenn ich DeRaaf die Angelegenheit hinterbringe, lässt er mich ohne Frage ebenfalls beseitigen. Einem Verräter war bekanntlich nicht zu trauen. Und außerdem lungert dieser McGregor die letzte Zeit viel zu oft im Oberquartier herum, der wartet auch nur darauf, etwas gegen mich in die Hand zu bekommen...
 
Blieb die Möglichkeit, den Plan des Großkanzlers an LaSalle zu verraten. Aber das konnte Von Rabenstein nicht über sich bringen. Ganz abgesehen davon, dass  er dem Großinquisitor, den er als geistig umnachtet betrachtete, höchstens zutraute, ihn in irgendeinem Folterkeller verschwinden zu lassen, um möglichst alles irgendwie Verwertbare aus ihm heraus zu bekommen. Oder ganz einfach, um seinen Frust abzureagieren, dass er an den Inquisitor Maximus Electus Richard von Rabenstein nicht  herankam! Der Flottencaptain fluchte und nahm seine Wanderung durch das nächtliche Büro wieder auf. Es konnte keinen Zweifel geben, das ihn repräsentierende Figürchen war im Begriff, vomo Schachbrett der imperialen Politik gestoßen zu werden!
 
Eine unbestimmte Zeit später verhielt Robert von Rabenstein plötzlich mitten in der Bewegung und starrte auf das ominöse Gitterkreuz aus Lichtlinien auf dem Boden. Ganz allmählich begann sich in seinen hageren, blassen Zügen ein Lächeln abzuzeichnen. Er aktivierte das Licht über seinem Schreibtisch und dann das Computerterminal. Kurz überprüfte er, ob ihn seine Erinnerung bezüglich eines ganz bestimmten Gefangenen nicht trog. Dann stellte er eine Verbindung mit dem Flottengefängnis auf dem Jupitermond Io her.
 
In der Holomatrix neben dem Terminal formte sich das zackig salutierende Bild des Kommandanten. + Commander Marconi zu Diensten! Lang lebe das Imperium! +
 
Zur Hölle damit. "Captain Von Rabenstein hier, Flottensicherheit. Ich habe den begründeten Verdacht, dass us Ihrer Institution Kontakt zu regierungsfeindlichen Gruppierungen aufgenommen wurde. Ich muss eine sofortige Überprüfung einleiten."
 
Selbst im Hologramm war zu sehen, wie der Gegenüber erbleichte. +Hier?! - Selbstverständlich, Sir! Ich werde Sie nach Kräften unterstützen, um diese perfide-- +
 
"Sie werden überhaupt nichts. Sie sind ab sofort suspendiert." Collateralschäden gab es überall. Robert von Rabenstein hatte da wenig Skrupel, solange es sich bei den Collateralschäden nicht um ihn selbst handelte! "Ich komme persönlich. Erwarten Sie mich in 12 Stunden." Er beendete die Übertragung.
 
Zwölf Stunden bedeutete, er hatte 9 Stunden zur Verfügung! In diesen 9 Stunden verfasste er zuallererst ein offizielles Kommuniqué, dass er eine Sicherheitslücke enttarnt habe, deren Spur sich zum Flottengefängnis auf Io zurück verfolgen ließ. Das Schreiben leitete er an DeRaaf und VanMalnen. Die anschließende Zeit nutzte er, in der Datenbank einige Files zu modifizieren, die Verdachtsmomente gegen Personen unter dem Wachpersonal auf Io erhärten konnten.
 
Im Morgengrauen trat er seinen Weg zum Shuttleterminal an, äußerlich eisige Ruhe wie stets, im Inneren angespannt wie ein Vulkan vor der Eruption. Jedem seiner Schritte lauschte er nach - es würde das letzte Mal sein, dass er diesen Weg nahm, das letzte Mal, dass  er die abscheulichen pathetischen Gemälde in der großen Halle sah... So oder so. Wie in Trance grüßte er die wachhabenden Posten, ging weiter durch die sich automatisch öffnenden Türflügel. Widerwärtige neblige Kühle wogte ihm entgegen. Er verabscheute Nebel. Ein Morgen wie dieser war es gewesen, als er Isabel in Rom--
 
"Sir! Ihr Shuttle steht auf Platform 4, Sir! Ich eskortiere Sie, Sir!"
 
"Nicht nötig. Bleiben Sie auf Ihrem Posten, Ensign! Lang lebe das Imperium!"
 
 
*** Flottengefängnis auf Io ***
 
Es war eine einfache, unspektakuläre Zelle, mit einer Pritsche aus Stahl und einem eingebauten Sanitärbereich, hellerleuchtet und kameraüberwacht. Robert Maximilian von Rabensteins erste Handlung beim Betreten der Zelle war daher gewesen, den kleinen Störsender zu aktivieren, den er am Arm trug. Dann wandte er sich dem Insassen der Zelle zu, der für die Dauer des Verhörs mit elektronischen Fesseln an der Wand fixiert war.
 
"Mr. Edzardus. Wie erfreulich, Sie bei guter Gesundheit zu finden."
 
Der Gefangene ließ ein Schnauben hören. Seine wasserblauen Augen starrten mit unverholenem Hass auf den 'Gast'.
 
"Ich bin Captain Robert Maximilian von Rabenstein."
 
"Was hat wieder das Interesse so einen Lamettaträgers wie Ihnen an mir erweckt, nachdem ich hier seit drei Jahren hocke? Ich habe meinen Aussagen nichts hinzuzufügen."
 
"Das bezweifle ich." Von Rabensteins Gesicht war dem des Gefangenen so nahe, dass er die Haar- und Bartstoppeln des Gegners glaubte zählen zu können. "Die Inquisition wäre sicher in der Lage, Sie zu einigen weiteren Aussagen zu überzeugen."
 
"Und? Warum schicken Sie mich dann nicht rüber zu den Krähen? Was quatschen Sie mir die Ohren voll?!"
 
"Sie scheinen sich nicht über Ihre Lage im Klaren zu sein." Von Rabenstein überhörte den obszönen Fluch und sprach weiter.
Die widerliche Ratte vor ihm war sein einziger Rettungsanker! "Ich brauche nur meinen Fingerabdruck unter den entsprechenden Befehl setzen, Mr. Edzardus. Und Sie wandern in die berüchtigten Folterkeller auf dem Mars. Ich versichere Ihnen, dass alles, was man bisher mit Ihnen angestellt hat, nur nette Spielchen dagegen waren. Ich habe Beweise, dass Sie über einen Wachposten mit dem Widerstand in Kontakt stehen, der die Ermordung des Großinquisitors plant."
 
Jetzt weiteten sich die Augen des Gefangenen. "Was? Ich hab' mit Niemandem--"
 
Gut, er war aus seinem "Harter-Hund"-Konzept gebracht! "Hören Sie gut zu. Der Einzige, der zwischen Ihnen und der Inquisition steht, bin ich. ICH kann dafür sorgen, dass sie hier herauskommen, eine neue Identität erhalten und in die blockfreie Zone verschwinden können. ICH, Mr. Edzardus."
 
Der Gefangene musterte ihn mit schmalen Augen und spuckte dann aus. "Und Sie haben Ihren spendablen Tag, oder was? Was soll die ganze Scheiße?" Aber dann grinste er plötzlich. "Ahhh, ich kapiere... "
 
Von Rabenstein löste die Disziplinierungsroutine aus und ein Elektroschock schüttelte Edzardus. "Sie kapieren noch gar nichts, mein Freund."
 
 
*** Im Shuttle ***
 
Eine Taschenlampe blitzte auf. Frank Hammerton betätigte einige Schaltflächen auf der Cockpitkonsole und das schräg im Raum hängende Shuttle begann sich langsam wieder zu stabilisieren. Er löste die Sicherheitsgurte und bahnte sich einen Weg nach hinten, dabei den Disruptor von Agathea aufsammelnd. Das Blut unter dem Kopf der Verräterin ließ keinen Zweifel, dass er sich um ihr 'Wohlergehen' nicht mehr kümmern musste.
 
"Exzellenz?" Die Taschenlampe riß die Gestalt des Inquisitors aus dem Dunkel. Richard hing bewusstlos in seinen Fesseln. Hammerton durchtrennte die Spange, die die Handschellen zusammenhielt und fing den Inquisitor auf. "Aufwachen! Zeit für die Morgenandacht!"
 
"Ahhh... Maledictus Infernus...." Richard versuchte die Arme zu bewegen und wurde von einem durchdringenden Schmerz attackiert. "Sie ... Meine rechte Hand! Ah, und mein Arm! Wollten Sie mich umbringen?!"
 
Mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen überprüfte Hammerton die Lage. "Nur eine ausgekugelte Schulter. Haben wir gleich. Und ein gebrochenes Handgelenk sollte für das Medkit kein Problem sein." Er packte den Inquisitor mit geübtem Griff. Richard wurde erneut schwarz vor Augen.
 
Als er wieder zu sich kam, lag er im Copilotensessel. "Sind wir wieder auf Kurs?"
 
"Ja, seit einer halben Stunde."
 
"Was ist mit der Häretikerin?" Richard stellte erleichtert fest, dass seine Hand wieder funktionstüchtig war.
 
"Bereichert den Weltraummüll."
 
"Den Regularien gemäß hatte ihre sterbliche Hülle verbrannt werden müssen."
 
"Dafür war keine Zeit. Sie hatte möglicherweise ihre Gesinnungsgenossen informiert."
 
Richard nickte. Für solche Unterbrechungen war in der Tat keine Zeit. "Wie weit noch?"
 
"Wir erreichen die ersten Ausläufer in etwa zwei Stunden. Sie können sich noch etwas erholen, Euer Exzellenz, nach all den Strapazen."
 
Richard starrte nach vorn und unterdrückte seinen Ärger. Wenn er etwas verabscheute, dann war das, vor anderen Menschen irgendwelche Schwächen zu offenbaren. "Machen Sie sich über mich lustig?"
 
"Dazu habe ich keine Veranlassung." Hammerton wandte sich kurz in seine Richtung. "Glauben Sie mir, ich habe ganz andere Leute bei banaleren Dingen umkippen sehen."
 

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  Umbra et Malleus / Log 18 / Joint Log Hammerton/Vandenberg/NPC
Geschrieben von: Robert Vandenberg - Sat-Jan-2021, 10:23 PM - Forum: *** Spiegeluniversum *** - Keine Antworten

An Bord des Shuttles
 
Richards Verachtung für Agatheas Auftauchen war aus seinen Worten deutlich heraus zu hören.
Doch auch Agatheas Antwort zeugte nicht gerade von Hochachtung für Richard.
 
Ag: Das aus den Worten einen selbstsüchtigen und atemberaubend arroganten Möchtegern-Geistlichen, welcher der Meinung ist, er stünde über allen Menschen. Ich zumindest strebe nicht nach Macht.
 
Richard lächelte freudlos.
 
RR: Macht...nein wohl nicht. Aber nach Reichtum. Was zahlt Ihnen LaSalle für meine Auslieferung?
Ag: LaSalle? LaSalle zahlt mir nichts. Im Gegenteil, LaSalle hätte gerne meinen Kopf. Nein, hier geht es um etwas völlig anderes.
RR: Und das soll ich Ihnen glauben? Einer Person glauben, welche sich die Identität einer Ordensschwester angeeignet hat. Wen im Order haben Sie bestochen?
Ag: Ich müsste niemanden bestechen. Ich war einst Teil des Ordens, ich habe Agathea gekannt.
RR: Ahhhh ich ahne........Sie gehören dieser Sekte an, welche Glaubensfreiheit anstrebt. 
Ag: Das, was der Glaube wirklich befiehlt.
RR: Sakrileg.
Ag: Glauben Sie doch was Sie wollen. Aber...
 
 
Agathea fuchtelte mit dem Disruptor und wies auf ein Rohr an der Wand.
 
Ag: Stehen Sie auf , Euer Exzellenz und stellen Sie sich an das Rohr. Und Sie Colonel lassen Ihre Flossen schön an den Kontrollen. Oder ich zünde das hier.
 
Agathea wies auf einen leuchtenden Gegenstand an Ihrem Gürtel.
Hammerton grinste.
 
FH: Ein 52er Thermaldetonator. Das würde uns alle ins Paradies befördern,
Ag: Eben.
 
Agathea schubste Richard an das massive Rohr einer Plasmaleitung, nahm eine Handschelle von ihrem Gürtel und fesselte Richard an das Rohr. Dann wandte Sie sich an Hammerton.
 
Ag: Sie fliegen uns jetzt nach Willard 13. Dort wird einer meiner Vorgesetzten das Schiff übernehmen. Sie können dort von Bord. Und unserer geschätzte Exzellenz wird uns dann begleiten.
FH: Willard 13? Soviel Treibstoff haben wir nicht.
Ag: Ihr Problem. Besorgen Sie welchen.
FH: Na schön.
Ag: Abflug!
 
Das Shuttle änderte langsam seinen Kurs. 
 
RR: Glauben Sie, dass Sie damit durch kommen?
Ag: Es würde Ihre Intelligenz beleidigen, wenn ich auf diesen Standardsatz antworten würde.
 
Für eine Weile herrschte Ruhe. Dann räusperte sich Hammerton.
 
FH: Sagen Sie, Schwester Agathea, oder wie auch immer ihr Name ist, haben Sie schon einmal Übertragungen von Raumrennen gesehen?
Ag: Ich befasse mich nicht mit solchen Profanitäten.
FH: Sie Euer Exzellenz?
RR: Als Kind. Heimlich.
 
Wieder herrschte eine Weile Ruhe.
 
FH: Kennen Sie Windsgate-Worley?
Ag: Ihre Urlaubsorte interessieren nicht. Es sei denn, es gibt dort Treibstoff.Fliegen Sie weiter.
 
Hammerton nickte gleichmütig. 10 min. später murmelte er wieder vor sich hin und wandte sich an Richard.
 
FH: Stehen Euer Exzellenz eigentlich auf festen Füßen?
 
Richard hatte plötzlich ein sehr ungutes Gefühl.
 
RR: In der Regel ja.
FH: Jaja, die weiten Ebenen von Windsgate-Worley. Der weite Kreis der Sterne.
Ag: Sie nerven, Hammerton. Machen Sie Ihre Arbeit.
FH: Wenn es Ihnen nicht passt, steuern Sie doch das Shuttle.
Ag: Ich bin Kämpferin, keine Pilotin. Und nun machen Sie schon voran.
FH: Wie Sie wünschen.
 
Hammerton Hände schienen fast zu verschwimmen, als er die Retarder abschaltete, die künstliche Schwerkraft deaktivierte und das Shuttle in eine scharfe Spirale riss. 
Agathea wurde gegen die Decke geschleudert, Material wirbelte wie in einem Strudel durch das Cockpit und dann fiel die Beleuchtung aus.
 
 
———————————————-
 
 
Ortswechsel: 
 
ISS Dark Mirror/ Brücke
 
Vandenberg Blick verweilte nur kurz auf der Meldung. Dann schüttelte er den Kopf.
 
Va: Wir können uns jetzt nicht mit Agathea befassen Ed gibt wichtigeres. Gibt es etwas Neues vom Shuttle?
 
Charles Pizer, Vandenbergs XO, schüttelte den Kopf.
 
CP: Negativ Sir.
Va: Nun gut. Was ist mit unseren Quellen auf Formost?
CP: Nun, es scheint sich Widerstand innerhalb des Militärs gegen Van Malnen zu regen. So hat sich zuletzt ein Captain McGregor kritisch gegenüber dem Generalstab geäußert und zwischen den Zeilen wohl einen Militärputsch gefordert. Aber man scheint eher über ihn zu lachen.
 Va: Nun McGregor galt schon immer als absonderlich. Ein Querulant. Daher sollte man ihn ernst nehmen. Halten Sie mich über ihn auf dem Laufenden. Was ist mit den Vorbereitungen zu unserer Aktion?
CP: Die Werften von Carridan sind derzeit nur schwach gesichert. Deshalb könnten wir dort jetzt zuschlagen.
Va: Und genau aus diesem Grund werden wir nicht Carridan angreifen, sondern Mollan IV. Denn dort liegt unser Ziel. Ein nagelneue Fregatte der Wolf-Klasse.
CP: Ich werde alles vorbereiten.
Va: Ach ja. Wir benötigen noch eine Crew. Und die besorgen wir uns von den Sklavenhaltern auf Xilar.
 
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Ortswechsel:
 
Erde / Paris / Palast des Kanzlers / Speisesaal
 
Die beiden Personen anwesenden Personen verloren sich fast im Speisesaal.
Großkanzler van Malnen speiste gerne spartanisch, aber lange. Seit 2 Stunden nahm er ein karges Mahl ein, während sein Adjutant, Minister Edwardson, geduldig wartete.
 
Van Malnen wischte sich genüsslich das Kinn ab, dann wandte er sich an Edwardson.
 
VM: Ich möchte, dass sowohl LaSalle, als auch DeRaaf bei der Parade anwesend sind. Es darf keine Anzeichen eines Dissents zwischen der Inquisition und der Flotte geben.
 
Edwardson räusperte sich.
 
Ed: Nun Sir, DeRaaf liess bereits verlauten, das er zwar Besseres zu tun habe, er aber kommen würde. LaSalles Sprecher gab bekannt, dass der Großinquisitor leider verhindert sei.
 
Van Malnen lächelte böse. Dann wandte er sich mit liebenswürdiger Stimme an Edwardson.
 
VM: Dann erinnern Sie LaSalle bitte daran, daß ICH ihn zu dem gemacht habe, was er heute ist und wenn er nicht gehorcht, lass ich seine kopflose Leiche zum Ausbluten in Rom vom Kapitol baumeln.
Ed: Sehr wohl.
VM: Und informieren Sie bitte Captain M.R. Von Rabenstein, daß sowohl LaSalle, als auch DeRaaf vor Ort sein werden.
Ed: Warum ausgerechnet er, Sir?
VM: Nun, er wird sich um die Sicherheit der beiden kümmern.
Ed: Wie sich wünschen.
 
Van Malnen lächelte. Es begann sich alles zu fügen.
 

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